Einblicke in frühere Kulturen Bronzezeit-Siedlung am Ringheiligtum Pömmelte ausgegraben

Neben dem Ringheiligtum Pömmelte haben Archäologen eine mehr als 4.000 Jahre alte Siedlung entdeckt. Die berühmten Hengemonumente Englands und die Himmelsscheibe von Nebra lassen sich dadurch besser einordnen.

Das Skelett eines Mannes aus der Glockenbecher-Kultur liegt zusammen mit einer Schale in einem Grab unweit des Ringheiligtums.
Das Skelett eines Mannes aus der Glockenbecher-Kultur liegt zusammen mit einer Schale in einem Grab unweit des Ringheiligtums.  Bildrechte: dpa

In der Nähe des Ringheiligtums Pömmelte im Salzlandkreis haben Archäologen Überreste einer Jahrtausende alten Siedlung gefunden. Landesarchäologe Harald Meller sagte, es sei die bislang größte Siedlung der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur aus der Zeit vor 4.300 bis 3.600 Jahren in Mitteleuropa.

Rund 60 Hektar untersucht

Die Entdeckungen ermöglichten es, das soziale und religiöse Umfeld dieser Kultur, für das die Himmelsscheibe von Nebra das bekannteste Beispiel ist, besser zu verstehen. Die Siedlung umfasst bislang mindestens 32 typische Langhäuser sowie mehrere Gräber. Laut Meller war sie aber ursprünglich wesentlich größer. An Grabbeigaben wurde neben Trinkgefäßen, wie Glockenbechern, Schalen und Tassen, eine steinerne kleine Armschutzplatte und eine Pfeilspitze aus Feuerstein ausgegraben.

Das Ringheiligtum von Pömmelte wurde von Vertretern der Glockenbecher-Kultur vor rund 4.300 Jahren erbaut. Pömmelte ist vergleichbar mit dem englischen Stonehenge, das ebenfalls die Glockenbecher errichteten, nur wurde die Anlage in Sachsen-Anhalt aus Holz gebaut.

Die Rekonstruktion der steinzeitlichen Kreisgrabenanlage Ringheiligtum zwischen Zackmünde und Pömmelte in Barby
Der rekonstruierte Ritualort steht am Originalplatz und hat einen Durchmesser von 115 Metern, umgeben von einem Palisadenzaun aus 1.800 Robinien-Stämmen. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. August 2019, 11:10 Uhr

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1 Kommentar

02.08.2019 19:10 Werner Fuchs 1

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