Ex-AfD-Abgeordnete Sauermann seit Monaten nicht im Landtag

Die ehemalige AfD-Abgeordnete Sarah Sauermann soll seit Monaten nicht im Parlament aufgetaucht sein. Die Direktkandidatin für Bernburg bezieht aber weiterhin monatlich 8.450 Euro. Ob sie womöglich erkrankt ist, ist nicht bekannt.

Daniel Roi und Sarah Sauermann
Sarah Sauermann im Februar 2017, damals noch als AfD-Abgeordnete bei einer Landtagssitzung. Bildrechte: IMAGO

Die fraktionslose Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Bernburg, Sarah Sauermann, ist seit Monaten nicht im Parlament gewesen. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung. Das Blatt beruft sich unter anderem auf Protokolle des Magdeburger Landtags. Der Landtagsreporter von MDR SACHSEN-ANHALT, Stephan Schulz, teilt diesen Eindruck. "Seit Sarah Sauermann sich mit der AfD überworfen und die Fraktion im Frühjahr 2017 verlassen hat, habe ich sie noch ein oder zwei Mal im Landtag gesehen", so Schulz.

Sauermann soll dem Zeitungsbericht zufolge weiter ihr Monatseinkommen von insgesamt 8.450 Euro inklusive Bürokostenpauschale beziehen. Das Wahlkreisbüro sei aber aufgelöst, die Politikerin nicht mehr erreichbar.

Erst AfD, nun fraktionslos

Daniel Roi und Sarah Sauermann
Sarah Sauermann neben ihrem damaligen Lebensgefährten Daniel Roi (AfD) zu Beginn des Jahres 2017. Bildrechte: IMAGO

Die 30-Jährige war vor zwei Jahren als Direktkandidatin der AfD für Bernburg in das sachsen-anhaltische Parlament gewählt worden. Seit einem Streit mit der AfD-Fraktion im Mai 2017 ist sie fraktionslos. "Sie ist aus der AfD ausgetreten, weil sie offenbar mit dem hart rechten Kurs des damaligen Fraktionsvorsitzenden André Poggenburg nicht zurecht kam", so MDR-Reporter Schulz. Mit ihrem Austritt aus der Fraktion sei sie aber kein Einzelfall. "Es haben bereits mehrere Abgeordnete die Fraktion verlassen, einer wechselte zur CDU, ein anderer ist nun fraktionsloses Mitglied."

Seit Juli 2014 war Sauermann zudem für die AfD Mitglied im Kreistag Anhalt-Bitterfeld. Aus Protokollen geht hervor, dass sie zuletzt im November 2017 an den Sitzungen teilnahm. Im März dieses Jahres beendete Sauermann dort ihre Mitgliedschaft.

Sarah Sauermann hat laut MDR-Reporter Schulz ihren Wählern gegenüber zwar eine moralische Verantwortung, für sie Politik zu machen, zur Mitarbeit gezwungen werden kann sie aber nicht. Es könnte sein, dass sie erkrankt ist, die Landtagsverwaltung macht darüber aber keine Angaben. Bis ein neuer Landtag planmäßig im Jahr 2021 gewählt wird, könnte Sauermann auch bei Abwesenheit ihre Diäten weiter beziehen.

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. November 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. November 2018, 14:17 Uhr

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33 Kommentare

26.11.2018 10:35 Ichich 33

Lieber @mediator, da haben Sie etwas mißverstanden. Frau Sauermann war eine "Gute", schließlich hat sie die AfD wg. des "Rechtsrucks" verlassen. Dumm nur, wenn Sauermann möglicherweise doch nicht so "gut" ist.

26.11.2018 08:02 Nachdenker 32

Wenn das so einfach ist, sich den Lebensabend zu versüßen, dann lasse ich mich kurz vor der Rente auch noch auf ein Parteiabenteuer ein und lasse mich wählen.... Ohne Stress ab in die Rente. Juchhuuuuu

26.11.2018 07:57 Fakt 31

@Christina B., #30:

Dass Abgeordnete keine gewöhnlichen Arbeitnehmer sind und auch keine Arbeitsverträge haben, ist Ihnen aber schon bekannt, oder? Auf jeden Fall trifft nichts von dem, was Sie schreiben, auf Abgeordnete zu. Hat auch nichts mit "oberer Schicht" zu kriegen.