Campus der Polizei-Fachhochschule Aschersleben
Die Polizeifachhochschule in Aschersleben musste zuletzt mehrere Schüler entlassen. (Archiv) Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

Polizeifachhochschule Aschersleben Entlassener Polizeianwärter hat kriminelle Vorgeschichte

Der wegen eines mutmaßlichen Sexualdelikts von der Polizeifachhochschule Aschersleben entlassene Schüler ist bereits in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Das ergaben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT. Die Gesetzesverstöße führten nicht zu einem Eintrag ins Führungszeugnis.

Campus der Polizei-Fachhochschule Aschersleben
Die Polizeifachhochschule in Aschersleben musste zuletzt mehrere Schüler entlassen. (Archiv) Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

Der entlassene Schüler der Polizeifachhochschule Aschersleben ist vor seiner Aufnahme mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Das haben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben. Danach musste sich der Polizeianwärter unter anderem wegen Körperverletzung, Alkohol am Steuer und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Die Delikte führten aber nicht zu einem Eintrag ins Führungszeugnis, welches bei der Bewerbung an der Polizeischule vorgelegt werden muss.

GdP fordert Lockerung des Datenschutzes

GdP-Vorsitzender Uwe Petermann
Uwe Petermann, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Uwe Petermann, fordert, den polizeiinternen Datenschutz zu lockern. Die Fachhochschule in Aschersleben müsse auf alle polizeilichen Informationssysteme zugreifen können, um ein genaueres Bild von den Bewerbern zu erhalten. "Der entlassene Polizeianwärter wäre dann nicht eingestellt worden", so Petermann bei MDR SACHSEN-ANHALT.

Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT ermittelt die Staatsanwaltschaft in Berlin gegen den entlassenen Schüler wegen eines Sexualdeliktes. Der 25-Jährige hatte seine Ausbildung an der Polizeifachhochschule Aschersleben im Jahr 2016 begonnen.

Stahlknecht verteidigt Polizeifachhochschule

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hat die Polizeifachhochschule Aschersleben gegen Kritik verteidigt. Stahlknecht sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Einige faule Äpfel dürfen nicht dazu führen, dass die ganze Ernte schlecht wird." An der Fachhochschule würden hervorragende Polizistinnen und Polizisten ausgebildet. Die Schule genieße bundesweit einen hervorragenden Ruf. Dieser dürfe nun nicht beschädigt werden. Der Innenminister sagte am Mittwoch, man könne niemandem in den Kopf schauen. Ein Restrisiko, dass sich jemand nicht regelkonform verhalte, bleibe immer.

Mehrfache Entlassungen

Die Fachhochschule Polizei in Aschersleben war zuletzt mehrfach in die Schlagzeilen geraten. Im April 2018 war ein Polizeischüler in ein Haus in Halle eingebrochen und auf der Flucht in den Tod gestürzt. Zuvor waren vier angehende Polizisten aus dem Dienst entlassen worden. Ihnen waren Drogenbesitz und -handel vorgeworden worden.

Als Reaktion auf die Vorfälle sollen Bewerber ab dem kommenden Jahr einen psychologischen Test absolvieren. Innenministerium und Fachhochschule erhoffen sich davon, mehr über die charakterliche Eignung von Bewerbern herauszufinden.

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Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. August 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. August 2018, 20:14 Uhr

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15 Kommentare

10.08.2018 17:57 Mediator an M(11) 15

Bevor sie mich bezichtigen Unsinn zu schreiben und nicht über ihr herausragenden Insiderwissen zu verfügen, sollten sie ihren Beitrag Nr. 11 und 12 einmal auf logische Fehler abklopfen.
Dass Stärke und Ausrüstung jeder Behörde sich letztendlich immer durch die zugewiesenen Haushaltsmittel ergeben, dass war jetzt hoffentlich nicht all ihre Spezialwissen!
Ansonsten sind ihre schönen Definitionen der Aufgaben des Staates doch ziemlich theorietisch gefasst und nicht geeignet irgendwelche konkreten Personalzahlen zu begründen. Sie schreiben ja in ihrem Beitrag 12 selbst, dass es unterschiedliche Personalschlüssel in den einzelnen Bundesländern gibt und dass diese im Osten höher sind als im Westen.
Wenn man die aktuell durch die PKS umrissene sehr gute Sicherheitslage betrachtet, dann müsste man ja eigentlich Polizei abbauen!
Polizei ist letztendlich so etwas wie eine 'Versicherung'. Gewisse Grundversicherungen sollte man haben, aber die Handyversicherung ist wohl eher Kür als Pflicht.

10.08.2018 13:06 hansawolle 14

@10 Ich denke, Sie meinen den gehobenen Dienst. Der höhere Dienst bekommt deutlich über 2500 €. Bullerjahn hat damals die Polizei (und nicht nur die) kaputt gespart. Dass die Polizei eigene Datensammlungen wegen Datenschutz bei der Rekrutierung neuen Personals nicht nutzen darf ist der Witz des Jahrhunderts.

09.08.2018 17:22 Pattel 13

Ich möchte nicht wissen wie viele der Kommentar -Schreiber auf dem Kerbholz haben.

Jedes Delikt ist nicht vorgesehen um jahrelang irgendwo gespeichert zu sein.

Selbst in der Vergangenheit war nicht (DDR)
so koscha da waren auch etliche bei der Polizei welche da nie tätig sein dürften.