Anstehender Verkauf Flughafen Cochstedt soll Drohnenzentrum werden

Die jahrelange Hängepartie um den insolventen Flughafen Magdeburg-Cochstedt soll ein Ende haben. Das Areal soll für knapp 16 Millionen Euro den Besitzer wechseln und zum Drohnen-Forschungszentrum werden. Die Landesregierung stimmte den Plänen am Dienstag zu.

Für den insolventen FlughafenMagdeburg-Cochstedt zeichnet sich eine neue Zukunft ab: Auf dem Areal soll ein Nationales Erprobungszentrums für Drohnen entstehen. Das Land hat offenbar erfolgreich zwischen dem dänischen Eigentümer und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vermittelt.

Die Landesregierung machte am Dienstag den Weg für den Ankauf des Flughafens durch das DLR frei. Wie Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) bestätigte, ist in der kommenden Woche ein Notartermin geplant. Dann soll das Areal für knapp 16 Millionen Euro den Besitzer wechseln. Anschließend will das Land der DLR den Kaufpreis in Raten erstatten.

Forschung und Anwendung

Das DLR wird seinerseits weitere zehn Millionen Euro in ein Forschungszentrum investieren. In dem Drohnenzentrum sollen unbemannte Luftfahrtsysteme entwickelt und erprobt werden. Bis zu 40 Arbeitsplätze sollen dadurch entstehen.

Auch ein Trainingszentrum für potenzielle Anwender ist geplant. DLR-Vorstand für Luftfahrtforschung- und Technologie, Rolf Henke, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, für die Zertifizierung eines sicheren Betriebs sei es "zwingend erforderlich, den realen Anwendungsfall und die Integration in den Luftverkehr in einer kontrollierten Umgebung" zu erproben.

Der Landrat des Salzlandkreises, Markus Baur, begrüßt den Einstieg des bundeseigenen Unternehmens und lässt sich mit den Worten zitieren: Das ist für die Region ein ganz großer Wurf.

Willingmann erhofft sich "große Strahlkraft"

Wirtschaftsminister Armin Willingmann sieht darin für Sachsen-Anhalt einen wunderschönen Erfolg, weil man die Wissenschaftslandschaft stärken könne. Zudem erhofft er sich vom Umbau des Flughafens zum Forschungszentrum große Strahlkraft.

Armin Willingmann
Armin Willingmann, Wirtschaftsminister Bildrechte: dpa

Wir wissen, dass das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Cochstedt rund 40 Wissenschaftler und hochqualifiziertes technisches Personal beschäftigen wird. Da kann drumherum natürlich einiges entstehen.

Für einen ansässigen Spezialflugzeugbauer sei der Weiterbetrieb des Flughafens sehr wichtig gewesen. "Und es wird andere Interessenten geben", so der Minister. Außerdem seien bei der Entwicklung der zivilen Drohnentechnik "unglaubliche Innovationssprünge zu erwarten. Und es ist schön, dass die in Sachsen-Anhalt stattfinden – vor den Türen von Magdeburg."

Wechselvolle Geschichte

Der Regionalflughafen hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Immer wieder scheiterte der Betrieb in den vergangenen Jahren an finanziellen Problemen. Das Land Sachsen-Anhalt verkaufte den Flughafen 2010 schließlich an einen Investor aus Dänemark. Nachdem es auch hier mit der wirtschaftlichen Nutzung nicht klappte, wurde im August 2016 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Flughafengesellschaft Magdeburg-Cochstedt eröffnet, bis das DLR Interesse anmeldete.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 04. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juni 2019, 20:38 Uhr

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2 Kommentare

06.06.2019 09:23 was kümmert es mich 2

Rechnen ist wohl nicht ihre Stärke!

04.06.2019 19:23 böse-zunge 1

Also nochmal langsam zum mitrechnen:
DLR kauft für 16 Mio's
Land erstattet Kaufpreis an DLR (16 Mio's)
DLR investiert 10 Mio's im Flugplatz
macht +6 Mio's für DLR - Glückwunsch!

Wieviel bekam 'Land' weiland vom 'Dänen'?
Wie groß ist also das Gesamtminus für 'uns'?
Uhuund - wer ist/ bleibt Eigentümer wenn 'Land' den Kaufpreis dem 'Käufer' erstattet?

Und immer im Hinterkopf behalten - sowas wird gern in Wahlkämpfen (Achtung Koalitionsfragilitäten) zu 'Wahlkampfmunition'..

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