Salzbergwerk bei Bernburg Gestank in Aderstedt: Schachtbetreiber verspricht Besserung

Seit zwei Jahren stinkt es in dem Bernburger Ortsteil Aderstedt. Der Gestank kommt aus dem Wetterschacht des Salzbergwerks am Ortsausgang. Nach einem Vor-Ort-Termin am Montagnachmittag will das Unternehmen K+S als Betreiber des Salzbergwerks nun reagieren.

Ein Förderturm.
Der Gestank aus dem Bergwerk Aderstedt nervt die Anwohnenden. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es liegt ein fauler Geruch über Aderstedt. Vor allem in den warmen Sommermonaten ist der Gestank besonders stark. Der Mief quillt aus dem Wetterschacht des Salzbergwerks am Ortsausgang und verteilt sich bei ungünstigen Windverhältnissen über den ganzen Ort, erzählt Jana Schulz, Mitglied der Bürgerinitiative "Saubere Luft": "Es nervt einfach, weil es unangenehm ist. Man sitzt auf der Terrasse oder unterhält sich mit Freunden und dann kommt so ein dumpfer Geruch rum."

Seit zwei Jahren kämpft die Bürgerinitiative gegen den Gestank. Bisherige Messungen ergaben, dass der Geruch offenbar beim Verfüllen von Abfallstoffen in der Tiefe des Bergwerks freigesetzt wird. Es sind vor allem Schwefel- und Eiweißverbindungen und Ammoniak, die den beißenden Gestank auslösen – und so manchem Aderstedter das Kaffeetrinken im Garten vermiesen.

Nachbarschaftstelefon der Firma K+S

Die Firma K+S hat ein Nachbarschaftstelefon geschaltet.

Wenn sich Anwohner von Gerüchen belästigt fühlen, dann sind Mitarbeiter der Firma unter der Nummer 0176-12 34 81 35 zu erreichen, so K+S. Somit kann gegebenfalls besser nachvollzogen werden, welche Stoffean welchen Tagen zu den Gerüchen beitragen.

Betreiber: "Es besteht keine Gesundheitsgefahr"

Am Montag haben sich Landtagsabgeordnete, Stadträte und das Landesamt für Geologie und Bergwesen auf Einladung einer Bürgerinitiative bei einem Vorort-Termin ein genaues Bild von der Lage gemacht. Der Betreiber K+S hat nun angekündigt, besonders stark riechende Abfälle nicht mehr unter Tage zu entsorgen, so Unternehmenssprecher Ulrich Göbel: "Es geht um Stoffmischungen, die wir unter Tage als Versatzbaustoffe einbauen. Wir sind dazu übergegangen Feingaskontrollen zu machen, um einzelne Stoffe von der Verbringung auszuschließen."

Doch wie sieht es mit die Gesundheitsgefährdung aus? Nach zwei Jahren andauernden Messungen gibt das Unternehmen Entwarnung. "Anhand unserer Messungen, die wir in Zukunft auch fortsetzen werden, können wir ausschließen, dass der Bevölkerung Gesundheitsgefährdungen zugemutet werden", erklärt Unternehmenssprecher Göbel. Die Grenzwerte in der Luft würden nicht überschritten. Doch auch in Zukunft müssen die Anwohner wohl damit leben, dass es an manchen Tagen stinkt.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. Juli 2020 | 12:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Salzlandkreis, Magdeburg, Börde und Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt