Besuch vor Ort Wie das Impfen in Staßfurt abläuft

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Die erste Woche im Impfzentrum Staßfurt ist gut angelaufen. Mit Hilfe der Bundeswehr gelang ein guter Start. Doch weiteres Personal ist nötig, wie ein Besuch vor Ort im Salzlandkreis zeigt.

Ein einstöckiges älteres Gebäude mit einem Schild mit der Aufschrift: Impfzentrum Salzlandkreis.
Das Impfzentrum Staßfurt in der ersten Woche nach der Öffnung Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Ein unscheinbares Gebäude mitten auf dem Klinikgelände in Staßfurt. Neben dem Eingang hängt ein großes Schild: Impfzentrum Salzlandkreis mit einem Wappen. Es gibt keine Menschenschlange vor der Tür. Nur zwei Mitarbeiter vom Sicherheitsdienst sind zu sehen. Einzig das Knattern eines metallischen Wagens, den ein Klinikmitarbeiter über den Hof zieht, stört die Ruhe.

Terminvergabe bereitet generell Probleme

Ein Mann vom Sicherheitsdienst steht mit zwei älteren Menschen im Eingang eines Impfzentrums
Bärbel und Hartmut Arndt vor dem Impfen Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

So stellt sich die Situation in Staßfurt dar, als Bärbel und Hartmut Arndt aus Aschersleben im Impfzentrum ankommen. Für sie ist es soweit: Sie werden geimpft. Am Eingang werden sie vom Sicherheitsdienst nach dem Termin gefragt. Der Sicherheitsdienst weist fast gleichzeitig einen Mann ohne Termin ab.

In Staßfurt gab es wie in anderen Städten Probleme bei der Vergabe von Terminen. 48 Termine wurden am ersten Tag vergeben. Es kamen jedoch 72 Personen, die einen bestätigen Termin vorweisen konnten. Für Frank Knöppler, Leiter des Impfzentrums in Staßfurt, hat das nun zur Folge, dass für die Zweitimpfung in drei Wochen genügend Reserven angelegt werden müssen, damit alle geimpften Personen auch wirklich eine zweite Impfung erhalten können.

Vor Ort in Staßfurt: Gut organisierter Ablauf im Impfzentrum

Beim Ehepaar Arndt läuft die Impfung ohne Probleme. In den Räumen des Impfzentrums stehen nur wenige Stühle im vorgeschriebenen Abstand zueinander im Raum. Ein Mann in Bundeswehruniform erscheint. "Guten Morgen. Wollen Sie einmal mit mir mitkommen?", fragt er in freundlichem Ton.

Eine ältere Frau und ein älterer Mann stehen in einem Raum vor einem Tisch wo ein Mann in Bundeswehrkleidung und eine Dame hintersitzen
Vor der Impfung wird Fieber gemessen. Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Einen Raum dahinter befindet sich die Anmeldung. Dem Ehepaar sitzt der Mann in Uniform und eine Frau in Zivilkleidung gegenüber. Es beginnt ein kurzes, lockeres und gleichzeitig lautes Gespräch, damit der 87-jährige Hartmut und seine 82-jährige Ehefrau auch alle Einzelheiten verstehen. Dann wird noch einmal Fieber gemessen, weil eine Impfung mit Symptomen wie Fieber nicht möglich ist.

Wir sind sehr froh, dass wir den Termin bekommen haben und jetzt geimpft werden.

Hartmut Arndt aus Aschersleben
Ein älterer Mann und eine ältere Frau gehen hinter einem Mann in Bundeswehruniform hinterher in einem Flur.
Viel los ist im Impfzentrum nicht. Zum einen durch die Termintaktung, aber auch Personal wird gesucht. Bildrechte: MDR / Kevin Poweska

Der geordnete Ablauf im Impfzentrum in Staßfurt kommt nicht von ungefähr. Der Betrieb ist nur durch die Hilfe der Bundeswehr möglich. Leiter Frank Knöppler stellt klar, dass momentan dringend weiteres Personal gesucht wird. "Die impfberechtigten Personen kommen im Moment noch oft aus den Hilfsorganisationen", erklärt Knöppler.

Er sei aber überzeugt davon, dass sich das in nächster Zeit einspielen wird.

"Sind Sie sicher, dass Sie sich wirklich impfen lassen möchten?"

Eine ältere Frau und ein älterer Mann sitzen zusammen mit einem Arzt in Arztkleidung an einem Tisch. Auf dem Tisch liegen Zettel.
Das Ehepaar Arndt im Aufklärungsgespräch mit einem Arzt im Impfzentrum. Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Damit beginnt für Ehepaar Arndt der nächste Schritt im Impfzentrum: die ärztliche Aufklärung. Der Arzt nimmt sich Zeit und geht auf die Vorerkrankungen der Beiden ein. Er erzählt, dass es sein kann, dass die Impfung bei Autoimmunerkrankungen nicht seine volle Wirkung entfalten kann. Bärbel und Hartmut Arndt hören aufmerksam zu. Zum Abschluss stellt der Mediziner dann die Frage: "Sind Sie sicher, dass Sie sich impfen lassen möchten?"

Das Ehepaar sagt Ja und der Mediziner bringt es eine Station weiter bringt – zur Impfung.

Im Salzlandkreis hat man sich laut Landrat Markus Bauer (SPD) bewusst dafür entschieden, den Impfstoff den Bürgern schnell zur Verfügung zu stellen. "Natürlich wissen wir, dass wir auf der anderen Seite eine Erwartung streuen, dass wir so schnell nicht nachkommen – aber wir müssen beginnen und den Leuten zeigen, dass wir arbeitsfähig sind", meint Bauer.

Die letzten Meter bis zur Impfung

Für das Ehepaar Arndt geht es weiter zu dem Raum, wo geimpft wird. Der Raum ähnelt durch die Trennwände ein paar Wahlkabinen und nicht einem Arztzimmer. Bärbel und Hartmut Arndt werden auf zwei Plätze verteilt. "Bitte den Arm freimachen", fängt eine Frau in medizinischer Kleidung an, die beiden einzuweisen. An einem Tisch bereitet ihr Kollege gerade die Impfungen für die Beiden vor.

Eine ältere Frau und ein älterer Mann sind in zwei abgeschirmten Räumen, ähnlich wie Wahlkabinen. Dazu sind noch ein Mann und eine Frau vom Personal aus mit zu sehen.
Bärbel und Hartmut Arndt haben sich im Impfzentrum in Staßfurt impfen lassen. Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

"Nicht erschrecken, es wird kurz kalt", erklärt die Schwester, ehe ein sprühendes Geräusch zu hören ist. Eisspray. Die Frau verwickelt Bärbel Arndt schnell in ein Gespräch und dann ist es auch schon passiert.

Der kleine Pieks bleibt beinahe unbemerkt. "So, das war's schon", erklärt die Schwester mit der leeren Spritze in Hand. "Dann haben wa's", sagt sie mit freundlicher Stimme. Nach jeder Impfung bleibt das Ehepaar noch 15 Minuten zur Beobachtung vor Ort.

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Kevin Poweska arbeitet trimedial im Funkhaus von MDR SACHSEN-ANHALT. Aktuell ist er im sechsten Semester seines Bachelor-Studiengangs Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Während seines Studiums absolvierte er bereits ein Praktikum bei der Braunschweiger Zeitung. In seiner Freizeit ist Kevin gerne sportlich aktiv: Zudem ist er journalistisch sportlich voll dabei: Kevin führt einen Blog zu den Deutschen Tennisherren.

Quelle: MDR/pow

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 11. Januar 2021 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

Blume65 vor 5 Wochen

Irre schlagzeile impfung hat begonnen .Aber wieviel pleite gehn kein wort darüber .

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