Das Logo der Ameos-Klinik
Das Logo der AMEOS-Gruppe Bildrechte: MDR/Mario Köhne

Klinikbetreiber bündelt Angebote Notaufnahme am Krankenhaus Staßfurt geschlossen

Am Krankenhaus in Staßfurt gibt es keine Notaufnahme mehr. Der Landrat will nun mit dem Klinikbetreiber Gespräche über die Krankenhausversorgung im Salzlandkreis führen. Der Betreiber rechtfertigt sich mit neuen Vorgaben.

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Bei einem ärztlichen Notfall ins Krankenhaus nach Staßfurt? Das war einmal. Wie der Landrat des Salzlandkreises, Markus Bauer (SPD), MDR SACHSEN-ANHALT bestätigte, befindet sich die Notaufnahme dort im Rückbau. Bauer will nun mit Klinikbetreiber AMEOS Gespräche über die Krankenhausversorgung im Salzlandkreis führen. Er erwarte die Offenlegung aller Argumente für das Zusammengehen der Notaufnahmen von Staßfurt und Aschersleben in Aschersleben.

Betreiber verweist auf neue Vorgaben

Staßfurts Krankenhausdirektor Matthias Strauß verwies bei MDR SACHSEN-ANHALT auf neue Vorgaben und die Voraussetzungen in seinem Haus. Seit Januar 2019 gelte für die stationäre Notfallversorgung in Deutschland ein neues, gestuftes System. So müssten Krankenhäuser dafür Fachabteilungen für Chirurgie und Innere Medizin vorhalten. Im AMEOS-Klinikum Staßfurt würden die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt.

Porträtaufnahme von Matthias Strauß
Matthias Strauß ist Klinikdirektor von AMEOS in Staßfurt. Bildrechte: AMEOS

Werden Patienten mit einem gebrochenen Bein nun also weggeschickt? Nein, heißt es von Strauß: "Grundsätzlich wird jeder Patient, der Hilfe bedarf, ärztlich erstversorgt – das steht außer Frage. Das ist natürlich begrenzt und deswegen wird unter Zuhilfenahme des Rettungsdienstes das richtige Klinikum angefahren und der Patient qualitativ und zeitgerecht versorgt." Alle Patienten würden in einem Notfall versorgt. Der Rettungsdienst fahre das nächste geeignete Krankenhaus an. "Die Rettungsdienste sind informiert, welcher Patient mit welchem Krankheitsbild an welchem Klinikum adäquat versorgt werden kann." Die Mitarbeiter der Notaufnahme werden laut Strauß weiterhin beim Krankenhaus beschäftigt. Niemand sei weggeschickt worden. "Wir sind froh in Zeiten des Fachkräftemangels, dass unsere Mitarbeiter die Versorgung im Bereich Geriatrie und Schmerzversorgung sicherstellen."

AMEOS hat Schwerpunkt im Salzlandkreis

Einfahrt der Ameos-Klinik in Staßfurt
Die Einfahrt der AMEOS-Klinik in Staßfurt. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Die AMEOS-Gruppe hat in Sachsen-Anhalt nach eigenen Angaben 18 Einrichtungen an zehn Standorten. Hier gibt es 1.900 Betten oder Betreuungsplätze. Im Salzlandkreis betreibt das private Unternehmen neben dem Klinikum in Staßfurt noch Klinika in Aschersleben, Bernburg und Schönebeck. Dazu kommen diverse Polikliniken in der Region. Sachsen-Anhalt ist damit ein Schwerpunkt des Unternehmens, das hauptsächlich in Deutschland aktiv ist. Daneben gibt es auch zwei Standorte in Österreich und einen in der Schweiz. Die 13.200 Beschäftigten von AMEOS erwirtschafteten im vergangenen Jahr 843 Millionen Euro Umsatz, etwa zwei Prozent mehr als 2017.

Bertelsmann-Stiftung hält viele Krankenhäuser für überflüssig

Die Bertelsmann-Stiftung hatte in dieser Woche mit einer Untersuchung für Aufsehen gesorgt, in der sie einen Großteil der deutschen Krankenhäuser für überflüssig erklärte. Demnach sollten von aktuell 1.400 Krankenhäusern nur 600 erhalten bleiben. Vor allem die Qualität der Notfallversorgung und von planbaren Operationen lassen sich so verbessern. Auch der Mangel an Pflegekräften lasse sich so mindern.

Andreas Steppuhn
Der SPD-Politiker Andreas Steppuhn warnt vor "Schreibtischtätern". Bildrechte: dpa

Die Studie hatte heftige Kritik ausgelöst. Der Leiter der Studie sprach von einem "Shitstorm", der über ihn und seine Kollegen hinweggefegt sei. Auch aus Sachsen-Anhalt gab es heftige Kritik an einem möglichen Kahlschlag bei den Krankenhäusern im Land. So kommentierte der SPD-Fraktionsvize Andreas Steppuhn bei Twitter: "Da waren wieder Schreibtischtäter am Werk. Krankenhausschließungen würden ausschließlich den ländlichen Raum treffen." Das sei mit der SPD nicht zu machen.

Quelle: MDR/fw,mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 17. Juli 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2019, 11:50 Uhr

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4 Kommentare

18.07.2019 08:49 SGDHarzer66 4

Der linke Sozi Steppuhn fabuliert von Schreibtischtätern, obwohl er selbst einer ist.
Dazu nur ein Beispiel zu dieser Person. Er rückt sich gern ins Rampenlicht bei den Tafeln für Bedürftige. Durch seine jahrelange Inkompetenz hat er auch mit dazu beigetragen, das Tafeln überhaupt erst entstehen mussten, um die Schwächsten der Gesellschaft einigermaßen über die Runden zu bringen!
Und solchen Leuten wird auch noch ein Podium ermöglicht, da kann einem nur übel werden.

18.07.2019 08:10 Medikator 3

Es freut alle zu hören das der Klinikbetreiber "Angebote bündelt"

Im Einzelhandel ist das schlieslich auch üblich.

Denn wer keinen Notfall hat braucht auch keine Notaufnahme.

mit der Logik:
Wer keinen Krieg hat braucht auch keine Bundeswehr.
Wer kein Auto hat braucht auch keine Strassen.
Wer keinen Fernseher hat ...zahlt trotzdem GEZ :)

17.07.2019 20:11 Urlauber 2

Ah,deswegen sollen viele Krankenhäuser geschlossen werden.
Na da bin ich glatt wieder Gesund.

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