Die Remondis Thermische Abfallverwertung GmbH (l.) und die benachbarte Sodawerk Staߟfurt GmbH & Co. KG in Staߟfurt (Sachsen-Anhalt).
Das Sodawerk in Staßfurt: Eines der Unternehmen im Salzlandkreis, die viel Energie verbrauchen (auf diesem Archivbild rechts zu sehen). Bildrechte: dpa

Kohleausstieg Landrat: Auch Salzlandkreis muss beim Strukturwandel bedacht werden

Seit Monaten wird in Berlin und im Süden Sachsen-Anhalts über den Strukturwandel nach dem Kohleausstieg diskutiert. Jetzt meldet sich auch der Salzlandkreis zu Wort. Landrat Markus Bauer setzt sich dafür ein, dass auch sein Landkreis bei den Zukunftsinvestitionen bedacht wird.

Die Remondis Thermische Abfallverwertung GmbH (l.) und die benachbarte Sodawerk Staߟfurt GmbH & Co. KG in Staߟfurt (Sachsen-Anhalt).
Das Sodawerk in Staßfurt: Eines der Unternehmen im Salzlandkreis, die viel Energie verbrauchen (auf diesem Archivbild rechts zu sehen). Bildrechte: dpa

In die Diskussion um den Strukturwandel nach dem Kohleausstieg hat sich jetzt auch der Salzlandkreis eingeschaltet. Landrat Markus Bauer (SPD) will sich dafür stark machen, die geplante Förderung für die ehemaligen Kohlegebiete weiterzudenken. Der Salzlandkreis gehöre zwar nicht zu den direkt betroffenen Regionen. Es gebe aber auch dort Wirtschaftsunternehmen, die von der Kohle abhängig seien.

Bauer: Strukturwandel für alle

Als Beispiele nennt Bauer die Zement- sowie die Salzindustrie und den Metallbau. Sie würden bei der Produktion viel Energie verbrauchen und müssten daher beim Strukturwandel ebenfalls eine Rolle spielen. Es gehe darum, den Strukturwandel aktiv für alle zu betreiben anstatt Projektpolitik zu machen, so Bauer. Der Ausstieg aus dem Kohleabbau habe auch für seine Region Nachteile. Man müsse sich umstellen und schauen, wie man die Unternehmen mitnehmen könne.

Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038

Ein erstes Gesetzespaket zum Kohleausstieg wird momentan auf Bundesebene abgestimmt. Dabei geht es um Ersatzjobs und Zukunftsperspektiven. Folgt die Bundesregierung von CDU und SPD den Vorschlägen einer Expertenkommission, dann baut Deutschland ab 2038 keine klimaschädliche Braunkohle mehr ab und die betroffenen Regionen werden mit Maßnahmen in Höhe von 40 Milliarden Euro gestützt.

In Sachsen-Anhalt soll das Geld in die Regionen Halle, Burgenlandkreis, Saalekreis, Mansfeld-Südharz und Anhalt-Bitterfeld fließen.

Ich bringe mich nicht in die Debatte ein, weil wir persönlich Geld aus dem Fonds haben wollen. Wir wollen den Strukturwandel mit unterstützen.

Landrat Markus Bauer

Ähnlich äußert sich die Geschäftsführerin der Arbeitsagentur im Salzlandkreis, Anja Huth. Würden nur Tagebaugebiete gefördert, bestehe die Gefahr, dass Wirtschaftsbereiche abgetrennt würden, die nicht unwesentlich an der Braunkohle hingen.

Landrat will bessere Zuganbindung

Bauer fordert auch bessere Bahnverbindungen. Das Positionspapier des Bundes zum Strukturwandel sieht besser vernetzte Mobilitätsangebote bereits vor. Davon könne aber vielleicht auch der Salzlandkreis profitieren, schlägt Landrat Bauer vor. Er sehe es positiv, dass die Zugverbindung Halle-Leipzig verbessert werden solle, weil dort künftig Bundesbehörden angesiedelt werden. "Die Mitarbeiter kommen dann aber natürlich nicht nur aus den Städten, sondern auch aus dem ländlichen Raum. Und meine Frage ist: Wie kommen die da hin?"

Aus Sicht von Bauer sollten die Milliardenhilfen für den Kohleausstieg in bessere Bahnverbindungen in ganz Sachsen-Anhalt fließen. Seiner Meinung nach sollte eine eng getaktete S-Bahn-Verbindung Magdeburg und Halle verbinden. Dafür müsste die Strecke ausgebaut werden. Über seine Fragen und Vorschläge will Bauer nun mit der Landesregierung sprechen.

Quelle: dpa, MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 08. Juni 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2019, 18:14 Uhr

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3 Kommentare

12.06.2019 11:13 Tomate 3

Vielleicht sollte der Salzlandkreis erstmal bei der inkompetenten Landesregierung nach Geld fragen. Die Kulturwelthauptstadt will zuerst immer ein Stück vom Kuchen und dann kann der Rest des Landes sehen wo er bleibt. Würde gerne mal eine Aufteilung der Fördermittel nach Regionen in Sachsen-Anhalt sehen. Dann weiß auch der SLK wieso er so abgehängt ist. So eine Steuermittelverschwendung wie die Landesregierung von Sachsen-Anhalt sollte verboten werden.

12.06.2019 09:44 Rasselbock 2

Wie schafft man Arbeitsplätze in strukturschwachen Regionen? Man siedelt Behörden an die aus Steuermitteln, die woanders erwirtschaftet werden müssen, an. Dümmer gehts nimmer, typische Politik.

12.06.2019 07:31 Basil Disco 1

Jetzt sind sie plötzlich alle von der Kohle abhängig. Was für ein durchschaubares und armseliges Manöver!

In meinem Haus wird übrigens auch Energie gebraucht und ich muss jeden Tag zur Arbeit fahren. Staat, gib mir Geld!

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