Ein Mädchen mit Kopftuch und Brille sitzt auf einer Wiese
Die 15-jährige Rofaida Ibrahim lebt erst seit sechs Jahren in Deutschland. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Jugend debattiert Schülerin aus Aschersleben will Bundeswettbewerb gewinnen

Beim Wettbewerb "Jugend debattiert" lernen junge Menschen, richtig Diskussionen zu führen und aufeinander Bezug zu nehmen. MDR SACHSEN-ANHALT hat eine der Landessiegerinnen besucht. Nun nimmt sie am Bundeswettbewerb in Berlin teil.

Ein Mädchen mit Kopftuch und Brille sitzt auf einer Wiese
Die 15-jährige Rofaida Ibrahim lebt erst seit sechs Jahren in Deutschland. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine Diskussion führen, ein Thema von verschiedenen Standpunkten beleuchten und aufeinander Bezug nehmen – genau das lernen Jugendliche beim Wettbewerb "Jugend debattiert".

Ein Mädchen mit Kopftuch sitzt in einem Klassenraum. Ein Jugendlicher steht vorn an der Tafel
Büffeln in der AG – unter Leitung von Elftklässler Simon Mersdorf. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR SACHSEN-ANHALT hat eine der Landessiegerinnen von "Jugend debattiert" besucht: Rofaida Ibrahim aus Aschersleben. Sie lebt erst seit sechs Jahren in Deutschland, debattiert alle in Grund und Boden und hat so den Landessieg für die 8.–10. Klasse geholt.

Die Neuntklässlerin des Gymnasiums Stephaneum in Aschersleben weiß, dass zu so einem Sieg viel Vorbereitung und Disziplin gehören. Wenn ein Großteil ihrer Klassenkameraden freitags nach der achten Stunde ins Wochenende geht, zieht es Rofaida in die Jugend-Debattiert-AG. Dort sprechen die Schüler darüber, wie man eine Debatte aufbaut – unter Leitung von Elftklässler Simon Mersdorf.

Seit sechs Jahren in Deutschland

Simon und Rofaida kennen sich seit einem Jahr. Er beschreibt sie als interessiert, weltoffen und "durchaus auch entspannt, also nicht, dass man jetzt sagen würde, sie verliert jetzt komplett die Fassung."

Zwei Mädchen stehen an einem Rednerpult
Auch Freundin Johanna Schönauer ist bei "Jugend debattiert". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rofaida ist vor sechs Jahren mit ihrer Familie von Ägypten nach Deutschland gezogen. Bis dahin konnte sie kein Wort Deutsch sprechen. Ihre Freundin Johanna Schönauer kennt sie seit der fünften Klasse. Johanna sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sie und die anderen Schüler seien überrascht gewesen, dass Rofaida schon so gut deutsch sprechen konnte. Schließlich habe sie zu diesem Zeitpunkt erst seit zwei Jahren hier gelebt.

Die 15-Jährige wohnt mit ihrer Familie in Aschersleben. Ihr großer Bruder Abdallah geht auf dieselbe Schule und ist sehr stolz auf seine kleine Schwester. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Zielstrebig und eine Streberin ist sie auch. Ist jetzt keine Beleidigung. Sie gibt sich viel mehr Mühe in der Schule als ich. Ich finde es sogar cool."

"Wollte nur Leute kennenlernen"

Zielstrebig wie sie ist, weiß Rofaida schon, dass sie Ärztin werden möchte. Zu "Jugend debattiert" ist sie allerdings nicht aus Zielstrebigkeit, sondern aus Spaß gekommen.

Ich wollte eigentlich nur ein paar Leute kennenlernen, auch wenn mein Freundeskreis schon ziemlich groß ist. Aber ich wollte da nochmal mit Leuten in Kontakt kommen, mit denen ich sonst nicht unbedingt in Kontakt kommen würde – aus anderen Städten halt.

Rofaida Ibrahim

Das war Rofaidas eigentlicher Beweggrund. Und auf einmal ist sie als Landessiegerin im Bundeswettbewerb von Jugend debattiert. Am Donnerstag ging es in Berlin los. Das Finale findet am Samstag statt.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 19. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2019, 19:26 Uhr

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8 Kommentare

22.06.2019 15:45 Eulenspiegel 8

Hallo Sonja 6
Und da genau irren sie.
Jede Frauenrechtlerin würde sagen:
Die Frage ob eine Frau Jüdin, Christin oder Muslimen ist interessiert mich nicht. Mich interessiert auch nicht ob sie ein Kopftuch trägt und wenn wie sie es trägt.
Mich interessiert nur eines: Wird sie in irgendeiner Weise unterdrückt und wie kann man ihr helfen?
Also um es ganz klar zu sagen:
Eine Frauenrechtlerin sind sie garantiert nicht.

22.06.2019 15:28 Fakt 7

@Sonja, #6:

Wir leben in Deutschland, ja. Und da ist ein Kopftuch nicht verboten. Wie es getragen wird, sollte man doch gefälligtst der Trägerin überlassen. Vielleich haben Sie auch schon gehört, dass es Muslimas gibt, die ein Kopftuch freiwillig tragen. Und zu dem von Ihnen impertinenterweise erwähnten "Pfannkuchengesicht", was sich übrigens ohne "t" in der MItte schreibt, spare ich mir jedweden Kommentar.

22.06.2019 14:46 Sonja 6

und Fakt du solltest darüber nachdenken das wir in Deutschl. immer noch leben und die Frauen sich ihre Freiheit sehr erkämpft haben da brauchen wir keine Kopftuchträger wo nur das Pfanntkuchengesicht raussieht ! und übrigens ist es ein unterschied wie man das Kopftuch trägt unsere Mütter / Kinder haben auch ab und zu dieses Kopftuch getragen was bei den Kindern im Sommer sehr schön aussah, oder wenn man als junges Mädel Motorrad gefahren ist, aber nochmals damit du es verstehst es kommt drauf an wie man das Kopftuch trägt !

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