Landeshauptstadt bei Inzidenz von fast 80 Magdeburg nun Corona-Hotspot – Salzlandkreis verhängt Maskenpflicht in der Öffentlichkeit

In Magdeburg ist die sogenannte 7-Tage-Inzidenz auf fast 80 gestiegen. Ab Mittwoch sollen strengere Regeln gelten. Auch der Salzlandkreis verschärft die Regeln, setzt ab Dienstag auf eine Maskenpflicht im öffentlichem Raum.

Ein Arzt nimmt in einer Hausarztpraxis mit einem Tupfer einen Abstrich bei einer Frau für einen Coronatest.
In Magdeburg ist die sogenannte 7-Tage-Inzident auf fast 80 gestiegen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Corona-Zahlen in Magdeburg springen nach oben – Sperrstunde ab Mittwoch

Auch Magdeburg ist nun sogenannter Corona-Hotspot. Das haben Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) und Amtsarzt Eike Hennig am Montag mitgeteilt. Die Zahl der gemeldeten Infektionen je 100.000 Einwohner lag binnen einer Woche demnach bei 79. Damit ist die sogenannte 7-Tage-Inzidenz in Magdeburg nach den aktuell vorliegenden Zahlen so hoch wie nirgends sonst in Sachsen-Anhalt. Amtsarzt Hennig sagte, er halte eine weiter steigende Tendenz für wahrscheinlich.

Maßgeblich zur Ausbreitung des Virus beigetragen hat den Angaben zufolge eine Art Oktoberfest Mitte Oktober mit mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dabei hätten sich 35 Menschen infiziert. Auch hier könne die Zahl noch steigen, sagte Oberbürgermeister Trümper bei MDR SACHSEN-ANHALT. Trümper sagte, er sei sauer über solche "unsinnigen Veranstaltungen".

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper auf einer Pressekonferenz.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das ist ganz grober Unfug, so etwas zu machen. Man schädigt damit die ganze Stadt und bringt andere Gastronomen in Misskredit. Das muss definitv unterbleiben. Da werden wir mit allerhärtesten Strafen vorgehen.

Lutz Trümper, SPD Oberbürgermeister von Magdeburg

Trümper kündigte eine Verschärfung der Corona-Regeln in der Landeshauptstadt an. Dann wird in Magdeburg eine Sperrstunde in der Gastronomie ab 23 Uhr gelten, anschließend darf kein Alkohol mehr verkauft werden. Private Feiern würden auf zehn Menschen reduziert, Veranstaltungen auf maximal 100. Die Stadt will damit die Vereinbarungen umsetzen, auf die sich zuletzt Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder verständigt hatten. Unklar ist noch, ob das auf Basis einer Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt oder per Allgemeinverfügung der Stadt geschieht. Die Regeln würden aber in jedem Fall "Mittwoch 0 Uhr" eintreten, sagte Trümper.

Die Menschen in Magdeburg rief er auf, sich an die einfachsten Regeln zu halten. Alle müssten Abstand halten und Maske tragen, wo das nicht gehe. Auch solle jeder "möglichst wenige Kontakte" haben.

Maske auf: Strengere Regeln nun auch im Salzlandkreis

Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen verschärft auch Salzlandkreis die Corona-Regeln. Mit der neuen Allgemeinverfügung, die Landrat Markus Bauer erließ, gilt ab Dienstag eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. Das gilt auch für Schulen außerhalb des Klassenraumes. Auch in Kindertagesstätten müssen Eltern und Besucher einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Begrenzt werden auch die maximalen Teilnehmerzahlen für öffentliche und private Veranstaltungen. Privatfeiern dürfen von Dienstag an nur noch mit maximal 15 Personen abgehalten werden. Bie fachkundig organisierten Veranstaltungen unter freiem Himmel sind 150 Teilnehmer erlaubt, in geschlossenen Räumen dürfen 100 Menschen zusammenkommen. Für geschäftliche, religiöse und kulturelle Veranstaltungen gelten die gleichen Personenbegrenzungen. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen gilt außerdem generell eine Maskenpflicht.

Sperrstunde vorerst nicht geplant

Eine Sperrstunde sei zunächst nicht vorgesehen, teilte der Landkreis mit. Landrat Markus Bauer sagte, man wolle aktiv werden, zugleich das das öffentliche Leben jedoch nicht zu stark einschränken. Es tue ihm als Mensch leid, Feierrn einschränken zu müssen. Priorität habe in diesen außergewöhnlichen Monaten jedoch der Gesundheitsschutz der Bevölkerung. Der Landrat betonte in diesem Zusammenhang erneut, dass dabei jeder einzelne eine Verantwortung trage. Die Allgemeinverfügung tritt am Dienstag, 27. Oktober in Kraft und gilt zunächst bis 15. November.

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Die Infektionszahlen im Salzlandkreis waren über das Wochenende stark angestiegen. Den Angaben der Kreisverwaltung zufolge wurden seit Freitag 40 neue Fälle registriert. Der Inzidenzwert – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 in den vergangen sieben Tagen – liegt bei 38,74. Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern dürfen laut der Vereinbarung von Bund und Ländern weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ergriffen werden. Zuvor hatten bereits Halle, der Burgenlandkreis, das Jerichower Land und der Landkreis Mansfeld-Südharz die Corona-Maßnahmen verschärft. In Halle lag die Inzidenz am Dienstag nach Informationen der Stadt mit 49,90 wieder knapp unter 50, im Burgenlandkreis bei 50,36.

Quelle: MDR/cw,ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. Oktober 2020 | 16:00 Uhr

7 Kommentare

MD Mike vor 4 Wochen

Ich habe mir die PK bei YouTube angesehen.
Kann mir jemand erklären was beschlossen wurde???
Zu Magdeburg . Magdeburg ist kein Risikogebiet nur ein Hotspot.
Das ist ein Unterschied . Mal Begriff Hotspot und Risikogebiet googeln. Herr Trümper ist natürlich sauer das er mit seiner Stadt in der Liste Hotspots in S- A ganz ober steht.
Aber wo sind denn Kontrollen von Polizei zur Maskenpflicht.
Wo sind Kontrollen vom Gesundheits/Ordnungsamt in der Stadt. Dazu zwei Beispiele von letzter Woche beim Einkaufen.
Penny Markt in Olvenstedt Desinfektionsspender für Hände und Wagen leer. Lidlmarkt Grosse Diesdorfer Strasse genau das selbe. Alles Kleinigkeiten die sich aber summieren bei einer Pandemie.

Tasty vor 4 Wochen

Na dann kann Frau Grimm-Benne doch jetzt Magdeburg abriegeln. Vor der eigenen Haustür sind solche unqualifizierten Äußerungen aber sicher nicht so beliebt.

Denkschnecke vor 4 Wochen

Erstens: Kein Test der Welt ist hundertprozentig richtig. Nicht medizinische, nicht der TÜV, nicht der Blitzer am Straßenrand.
Zweitens: Die Falsch-Positiv-Rate der PCR-Tests ist auf der Laborseite sehr gering, sicher weniger als ein Prozent und damit weit besser als die meisten Krebsvorsorge-Tests.
Drittens: Die tatsächlich überraschend hohe Falsch-Positiv-Rate bei den letzten Tests im Profi-Fußball, die vor allem bei einer Mannschaft vorkamen, lässt sich eigentlich nur durch grobe Fehler bei der Probennahme erklären.

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