Erhöhung um mehr als 40 Prozent Müllentsorgung im Salzlandkreis soll teurer werden

Tom Gräbe
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Müll entsorgen muss jeder Sachsen-Anhalter. Da ist es ärgerlich, wenn die Preise dafür steigen. Besonders deutlich merken das die Menschen im Salzlandkreis: Sie sollen künftig 40 Prozent mehr Abfallgebühren zahlen. Bedeutet: Statt der knapp 35 Euro soll die schwarze Tonne jährlich bald knapp 50 Euro kosten. Der Grund: Die höheren Entsorgungskosten werden an Verbraucher weitergeben.

Müll wird in einem Wertstofflager im Salzlandkreis gesammelt
Müllentsorgung soll im Salzlandkreis ab 2020 teurer werden. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Die Kosten für die Müllabfuhr im Salzlandkreis werden voraussichtlich im kommenden Jahr teurer. Statt beispielsweise bisher 34,92 Euro für eine schwarze Tonne sollen 49,80 Euro für die Restabfallentsorgung fällig werden – pro Jahr. Die Preise für die Entsorgung von Bioabfällen steigt auf 22,80 Euro pro Person und Jahr. Bisher sind es 15,56 Euro.

Müll wird in einem Wertstofflager im Salzlandkreis gesammelt
Die Müllverbrennung wird teurer, unter anderem deswegen sollen die Gebühren steigen. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Die Kreiswirtschaftsbetriebe, die für die Müllentsorgung verantwortlich sind, wollen damit gestiegene Entsorgungskosten an die Verbraucher weitergeben. Alte Verträge mit den Verwertungsunternehmen laufen zum Jahresende aus.

Ralf Felgenträger, Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebs in Schönebeck, sagt, dass die steigenden Entsorgungskosten für den Restmüll Hauptgrund für die geplante Preiserhöhung sind. Dazu kämen Investitionskosten.

Abfallentsorgung

Der Restabfall im Salzlandkreis wird alle 14 Tage abgeholt. Laut der Abfallgebührensatzung wird die Gebühr für die Abfallentsorgung je Person gerechnet (Einwohnergleichwert). Die "mengenbezogene Restabfallentsorgungsgebühr" entspricht damit der Zahl der Personen, die auf einem Grundstück mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet sind. Ein Vier-Personen-Haushalt bezahlt demnach aktuell knapp 140 Euro pro Jahr für die schwarze Tonne. Ab 2020 sollen es rund 200 Euro werden.

Entwicklung der Müllgebühren

In der Abfallgebührensatzung vom 17. Dezember 2007 wurde die Höhe der Gebühren für Restmüll auf 43,80 Euro im Jahr festgelegt. Bis 2014 ist der Betrag immer weiter gesunken und liegt seitdem unverändert bei 34,92 Euro pro Person und Tonne jährlich.

Ralf Felgenträger, Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebs in Schönebeck
Ralf Felgenträger Bildrechte: Salzlandkreis

"Der Restmüll, den wir mit unseren orangen Kollegen einsammeln, wird auf den Wertstoffhöfen umgeschlagen und kommt dann in die thermische Verwertung", so Felgenträger. Das kommunale Unternehmen müsse ab 2020 deutlich mehr Geld für jede Tonne zahlen, die im Verbrennungsofen landet. Vierzig Euro habe man bislang bezahlt, später wären es neunzig Euro. Das sei eigentlich ein für öffentlich-rechtliche Entsorger marktüblicher Preis, erklärt der Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebs.

Außerdem soll in Staßfurt ein neuer Wertstoffhof gebaut werden. Kosten verursachen unter anderem auch Maßnahmen für die Rekultivierung einer ehemaligen Mülldeponie in Staßfurt.

Nun sollen die Preise für Rest- und Biomüll um mehr als vierzig Prozent steigen. Eine stolze Summe, so Ralf Felgenträger. Aber, auch nach einer Erhöhung würden die Kosten insgesamt wohl eher im Mittelfeld liegen. Außerdem seien die Gebühren für den Restmüll vor Jahren schon mal höher gewesen. Jetzt habe man eine Talsohle gehabt, stellt Felgenträger fest.

Auf der Sitzung des Kreistags des Salzlandkreises ist die neue Gebührenordnung Mitte September vorgestellt worden. Mitte Oktober soll darüber entschieden werden.

Abfallkosten in Börde, Magdeburg und Mansfeld-Südharz

Im Landkreis Börde liegen die Kosten für Müllentsorgung bei 33,40 Euro pro Person und Jahr. In Magdeburg sind die Gebühren nach Größe der Tonnen und Abholrhythmus gestaffelt. Im günstigsten Fall zahlt eine Person 20,76 Euro (Abholung alle vier Wochen) oder 41,52 Euro (14-tägig bei bis zu zwei Personen). Im Landkreis Mansfeld-Südharz kostet der kleinste Abfallbehälter (80 Liter) 84,84 bei einem 14-tägigen Abholrhythmus.

  Anstieg in Prozent Abfallgebühren 2019 in Euro Abfallgebührensatzung 2020 in Euro
Restabfall-Tonne (15 Liter pro Person) 42 34,92 (8,73 pro Quartal) 49,80 (12,45 pro Quartal)
Restabfallsack 66 1,20 (pro Stück) 2,00 (pro Stück)
120-Liter Restabfallbehälter 83 1,20 (pro Entsorgung) 2,20 (pro Entsorgung)
240-Liter Restabfallbehälter 83 2,40 (pro Entsorgung) 4,40 (pro Entsorgung)
1.100-Liter Restabfallbehälter 80 11,20 (pro Entsorgung) 20,20 (pro Entsorgung)
Bioabfall 46 15,56 (3,89 pro Quartal) 22,80 (5,70 pro Quartal)
Bioabfall-Papiersack 35 1,00 (pro Stück) 1,35 (pro Stück)
Grüngut (bis 1m³) 66 3,00 (pro Anlieferung) 5,00 (pro Anlieferung)
Tom Gräbe
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Über den Autor Tom Gräbe arbeitet seit 2014 für MDR SACHSEN-ANHALT – als Reporter für den Salzlandkreis und ist daher sehr viel von Aschersleben, Staßfurt, Egeln bis zur Stadt Seeland unterwegs. Er produziert Hörfunkbeiträge, schreibt Texte für die Online-Redaktion und ist ab und zu auch für das Regionalmagazin MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE mit der Kamera unterwegs. Aufgewachsen ist er in Aschersleben. Zum Hörfunk gekommen ist er als Teenager. Nach einem Praktikum bei einem Freien Radio hat er viele Jahre im Vorharz gefunkt. Zu seinen Lieblingsorten in Sachsen-Anhalt gehören die Seen um Plötzky, der Harz und die ruhigen Ecken im Ascherslebener Stadtpark.

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 02. Oktober 2019 | 16:30 Uhr

2 Kommentare

minka vor 50 Wochen

das ist ja der hammer 40% Erhöhung der Müllgebühren, die Rente bekommt man knapp 4%Erhöhung so können die uns aus nehmen,das ist doch nicht zu fassen,wer stimmt da zu,aber wenn die stadt geld braucht oder das land da wird ja geschrieen,die Diäten in berlin steigen um 60% son nimmt man die bürger aus

MiSt vor 50 Wochen

Das nenn ich doch mal eine ordentliche Erhöhung! Nicht solche Kleckerbeträge wie 2 oder 5 %. Man muss das verstehen, der Salzlandkreis braucht das Geld dringend. Zum Beispiel für Bauvorhaben von nationaler Bedeutung. BER, Elbphilharmonie...? Pff...Pillepalle! Wir bauen eine BODEBRÜCKE in Neugattersleben. Geplante Bauzeit - 24 Monate. Wenn ich überlege - an der Öresundbrücke (7,8 Kilometer lang, lichte Höhe 57 Meter, Pylone 200 Meter hoch) wurde 40 Monate gebaut. Da bin ich mir sicher, die BODEBRÜCKE von Neugattersleben wird mindestens die kleine deutsche Schwester vom Viaduc de Millau. Sie wird imposant im knietiefen Wasser stehen! Dafür gebe ich gern Geld.

Mehr aus Salzlandkreis, Magdeburg, Börde und Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt