Schild vor der Einfahrt auf das Gelände der Polizeifachhochschule in Aschersleben
Die Polizei-Fachhochschule will bei Bewerbern genauer hinsehen und nachfragen. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Aschersleben Polizeihochschule führt psychologische Tests ein

Drogendelikte und Disziplinarverfahren – damit hat die Polizeihochschule in Aschersleben zuletzt Schlagzeilen gemacht. Jetzt wird gegengesteuert: mit neuen Tests und besserer Betreuung der Polizeianwärter.

Schild vor der Einfahrt auf das Gelände der Polizeifachhochschule in Aschersleben
Die Polizei-Fachhochschule will bei Bewerbern genauer hinsehen und nachfragen. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Nach Verfehlungen von Polizeianwärtern hat die Polizei-Fachhochschule Aschersleben Konsequenzen gezogen. Wie Rektor Frank Knöppler MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstag sagte, gibt es seit Anfang November psychologische Eignungstests. Damit müssten sich die Bewerber für den Herbst kommenden Jahres erstmals diesen Prüfungen unterziehen. Neu dabei ist, dass der Test am Computer absolviert werde. Die Bewerber hätten 240 Fragen zu beantworten. Bei Abweichungen von der Norm würden Gespräche geführt – beispielsweise mit Psychologen. Vorher wurden die Eignung der Bewerber in einem Intelligenzstrukturtest und in einem etwa halbstündigen Aufnahmegespräch geprüft.

Für die oft noch minderjährigen Studierenden gebe es jetzt ein durchgängiges Klassenleitersystem. Auch sei ein Kriseninterventionsteam gebildet worden, an das sich die Studierenden wenden könnten, wenn sie Probleme hätten. Außerdem führe man Problemfallkonferenzen und Elternabende durch.

Die Polizeihochschule musste in diesem Jahr mehrere Anwärter entlassen. Gegen einen ermittelte die Staatsanwaltschaft Berlin wegen eines Sexualdeliktes, in weiteren Fällen ging es unter anderem um Drogenbesitz. In einem Interview mit der "Magdeburger Volksstimme" sprach Knöppler Anfang Dezember von 16 Entlassungsverfahren im laufenden Jahr, von denen sieben abgeschlossen seien. Im selben Interview kündigte Knöppler zudem an, dass es ab dem 1. Januar 2019 erlaubt sein soll, bei Bewerbern abzufragen, ob sie schon einmal polizeilich aufgefallen seien.

Verbesserte Ausbildung, aber weniger Bewerber

Die Fachhochschule der Polizei verbessert nach Angaben des Rektors auch ihre Ausbildung. So gebe es seit September einen Studiengang, der eine fachspezifische Vertiefung vorsieht, in Richtung Kriminalpolizei oder Schutzpolizei. Die Studierenden könnten wählen, in welche Richtung sie gehen wollen. "Wir haben zusätzlich die Einführungszeit von einer auf vier Wochen verlängert", so Knöppler.

Die Bewerberzahlen für eine Ausbildung bei der Landespolizei in Sachsen-Anhalt sind laut Knöppler massiv eingebrochen. Derzeit gebe es nur halb so viele Bewerber wie zur gleichen Zeit im Vorjahr. Der Rektor sagte, er sei besorgt, ob  das Ziel von 550 Polizeianwärtern im nächsten Jahr erreicht werden könne. Als Grund für die stark rückläufigen Bewerberzahlen nannte Knöppler die allgemeine demographische Entwicklung. Hinzu kommt eine Abbrecherquote von fast zehn Prozent. So sind der Fachhochschule zufolge seit 2017 bei 1.200 eingestellten Anwärtern 115 vorzeitig ausgeschieden. In den meisten Fällen fielen die Betroffenen durch Prüfungen oder hätten die Ausbildung abgebrochen.

130.000 Euro für Imagekampagne

Der Rektor der Polizeifachhochschule Aschersleben, Knöppler, und Innenminister Stahlknecht bringen ein Plakat an, das für die Polizei werben soll
Schon seit 2017 wirbt die Polizei mit frechen Plakaten um Nachwuchs. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Angaben der Fachhochschule soll die 2017 gestartete Werbeoffensive für die Polizeiausbildung verlängert werden. In den kommenden Jahren seien 130.000 Euro für die Imagekampagne "Nachwuchsfahndung" eingeplant – etwa für Plakate und Transparente.

Aschersleben bildet derzeit nach eigenen Angaben so viele Anwärter aus wie nie zuvor – fast 1.400 Nachwuchspolizisten über alle Jahrgänge hinweg. Hintergrund ist die Vorgabe des Landes Sachsen-Anhalt, wieder mehr Beamte auf die Straßen zu schicken. Bis 2021 sollen es 6.400 statt bislang 5.700 Ordnungshüter sein.

Quelle: MDR/ap, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Dezember 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2018, 20:26 Uhr

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6 Kommentare

16.12.2018 08:50 Steffen 6

An Mediator

Es würde mich einmal sehr interessieren, ob sie den einstellungstest bestehen würden.

16.12.2018 08:43 Wie bestellt -so geliefert 5

Mediator@3 Das sich die Situation ohne Zuwanderung verschärft ist haus gemacht. Haben sie schon einmal darüber nachgedacht, wenn man aus anderen Ländern Arbeitskräfte in unser Land holt, daß diese dort fehlen könnten? Stört sie aber bestimmt nicht, Hauptsache bei uns werden die Probleme gelöst, wo die Fachkräfte in den anderen Ländern herkommen ist egal. Genau so werden neue Fluchtursachen produziert. In unseren Land stehen genug Arbeitskräfte zur Verfügung. man muß sie nur qualifizieren und ordentlich ausbilden und natürlich auch ordentlich bezahlen. Aber genau daran scheitert es in diesem Staat. Fachkräfte möglich jung und erfahren, aber billig müssen sie sein. Hier muß angesetzt werden und nicht anderen Ländern die Zukunft rauben, denn das schafft neue Probleme!

14.12.2018 16:54 Pe57 4

@ 3 Mediator
...ich nehme an, dass sie von den Einstellungstests der Polizei Sachsen-Anhalts keine Ahnung haben? Sogenannte "Zugewanderte" würden nicht mal den "Deutschtest" am PC überstehen. Falls doch, würden sich Zustände wie in Berliner Polizeischulen (arabische Clans) entwickeln. Oder wollen sie wieder nur provozieren?