Zwei Männer mit verdeckten Gesichtern sitzen neben Anwalt an Tisch.
Zwei der Angeklagten beim Prozessauftakt vor einer Woche. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich

Landgericht Magdeburg 16-Jähriger nach Bernburger Bluttat schwer belastet

Im Prozess um eine zu Tode gequälte Frau in Bernburg haben sich drei der vier Angeklagten zu den Vorwürfen geäußert. Sie belasten einen 16-jährigen Mitangeklagten schwer.

Zwei Männer mit verdeckten Gesichtern sitzen neben Anwalt an Tisch.
Zwei der Angeklagten beim Prozessauftakt vor einer Woche. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich

Gemeinsam sollen vier Angeklagte im Sommer eine 39-Jährige in einer Wohnung in Bernburg zu Tode gequält haben. Mord lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Wie Gerichtssprecher Löffler MDR SACHSEN-ANHALT sagte, sollen die Täter das Opfer geschlagen und mit einem Messer auf die Frau eingestochen haben. Man habe ihr die Haare abrasiert und Ertrinken simuliert.

Am Dienstag ist der Prozess gegen einen 16-Jährigen, seine 34-jährige Mutter und zwei weitere junge Männer – 20 und 21 Jahre alt – am Landgericht Magdeburg fortgesetzt worden. Drei der vier Angeklagten haben sich dabei zu den Vorwürfen geäußert.

In ihrer anwaltlich verlesenen Aussage räumten der 20- und 21-Jährige zwar Schläge gegen das Opfer ein, belasteten aber den mitangeklagten 16-Jährigen als Haupttäter. Man habe vor und während der Gewaltorgie in der Nacht des 11. Juni in Bernburg zusammen viel Alkohol getrunken, sagten beide.

Widersprüchliche Aussagen

Die 34 Jahre alte mitangeklagte Mutter des 16-Jährigen brach immer wieder in Tränen aus. Auch sie belastete ihren Sohn schwer. Aber auch die anderen beiden haben nach ihrer Aussage die Frau stärker mitgequält, als sie zugaben. Allerdings widersprachen sich die Angeklagten in ihren Aussagen. Die misshandelte 39-jährige Frau war nach der nächtlichen Tortur in Bernburg an schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus gestorben.

Dem 16-Jährigen wird außerdem gefährliche Körperverletzung und versuchter Totschlag vorgeworfen, weil er zuvor einen heute 63-Jährigen in einer anderen Wohnung mit Fäusten und einem Gegenstand geschlagen und schwer verletzt haben soll. Er wurde kurz nach der Tat festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft in der Jugendhaftanstalt Raßnitz.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18. Dezember 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2018, 18:32 Uhr

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7 Kommentare

19.12.2018 08:09 Realismus 7

Da fehlen einem die Worte! Solches Geprass... in unserer Gesellschaft. Es müsste für diese Menschen lebenslänglich geben und ich meine damit wirklich ein Leben lang in den Knast! Unfassbar!

18.12.2018 22:09 Mediator an Wie bestellt(4) 6

Sie müssen sich keine Sorgen machen dass ich IRGENDEINE Straftat für gut befinde. Jede Straftat ist eine zu viel. Was die meisten jedoch nicht verstehen wollen ist, dass es unter allen Landsmanschaften, Ethnien oder Berufsgruppen eben auch Kriminelle gibt.

Von daher ist es wichtig und richtig immer wieder zu betonen, dass Rechtspopulisten anscheinend nur über eine sehr eingeschränkte Wahrnehmungsfähigkeit verfügen. Da ist man dann schon mal sehr besorgt, wenn im fernen Saarland ein Flüchtling eine Körperverletzung begeht, aber der Foltermord an einer Frau in der Nachbarschaft durch Deutsch, der besorgt anscheinend keinen Braunbären - zu mindestens liest man nichts darüber.

18.12.2018 22:03 Wer weiss 5

Kenne zwei der Täter sehr gut und man kann es nicht glauben was Menschen anderen Menschen antun können. hoffe das Urteil fällt nicht zu mild aus.