Anwohner demonstrieren in Staßfurt gegen eine geplante Stromtrasse.
Protest in Staßfurt gegen die geplante Stromtrasse "SüdOstLink". Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Bedenken zum Einfluss auf Umwelt Bürgerinitiative gegen geplante Stromtrasse "SüdOstLink"

In Staßfurt gab es am Dienstag eine Informationsveranstaltung zur geplanten Stromtrasse "SüdOstlink", die Energie von Nord nach Süd transportieren soll. Eine Lützener Bürgerinitiative hat parallel dazu in Staßfurt gegen die Trasse protestiert.

Anwohner demonstrieren in Staßfurt gegen eine geplante Stromtrasse.
Protest in Staßfurt gegen die geplante Stromtrasse "SüdOstLink". Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

In Staßfurt im Salzlandkreis ist am Dienstag bei einem sogenannten Erörterungstermin über die geplante Stromtrasse "SüdOstLink" informiert worden. Eine Bürgerinitiative aus Lützen im Burgenlandkreis hat in Staßfurt parallel zu der Infoveranstaltung gegen den geplanten "SüdOstLink" protestiert.

Bei der Veranstaltung haben die Bundesnetzagentur mit dem künftigen Betreiber, den Kommunen, Landwirten und Anwohnern in Staßfurt den geplanten Verlauf der Trasse diskutiert. Zur Debatte stand unter anderen, wo die Trasse genau verlaufen soll und ob sie unter- oder oberirdisch verlegt wird. Der "SüdOstlink" soll überschüssige Energie aus dem Norden Deutschlands nach Bayern transportieren.

Anwohner gegen geplanten Streckenverlauf

Ursprünglich sollte die Trasse nahe Freyburg und Naumburg verlaufen. Anfang Mai wurde eine Verlegung in Richtung Osten bekanntgegeben. Dagegen laufen nun die Anwohner der Lützener Ortschaften wie Rippach, Pörsten und Zorbau Sturm. Diana Hanisch vom Umwelt- und Naturschutzbund BUND sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Die Trasse geht von Nord nach Süd, die Menschen hier haben gar nichts davon. Wir sind im Endeffekt nur die Zahler." Die Belastungen für Mensch, Tier und das Klima durch die Trassen seien nicht abzusehen. Auch die Kosten des Projekts seien noch nicht abzuschätzen.

Eine Grafik, die den Verlauf der Stromtrasse durch Sachsen-Anhalt zeigt.
Entlang der roten Linie soll "SüdOstlink" in Sachsen-Anhalt verlaufen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Strom der Trasse könnte durch Erdkabel verlaufen. Dazu äußert der Bauernverband Sachsen-Anhalt Bedenken: Der Boden etwa in der Magdeburger Börde werde durch die Stromtrasse gestört. Es werde Wärme aufsteigen, die von dem Kabel ausgehe. Folglich werde es auf diesen Flächen schlechtere Erträge geben. "Pflanzen wachsen nicht so gut, es wird Wasserverlust da sein, was hier bei uns im mitteldeutschen Raum ein ganz großes Problem ist", sagte eine Verbandssprecherin.

Strom für Süddeutschland

Die Stromtrasse "SüdOstLink" soll auf insgesamt 540 Kilometern von Wolmirstedt im Landkreis Börde bis nach Isar in Bayern verlaufen. Der geplante Abschnitt in Sachsen-Anhalt soll 182 Kilometer lang werden. Die Stromautobahn "SüdOstLink" gilt neben dem "SüdLink" als ein zentraler Bestandteil der Energiewende.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 12. November 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2019, 21:23 Uhr

9 Kommentare

Hans Frieder leistner vor 3 Wochen

@ C.T. und MiSt. Wir haben in Bayern in Gundremmingen ein KKW. Das liefert 1/3 des in Bayern benötigten Stroms. Aber Dank der Frau Bundeskanzlerin muß es ja abgeschaltet werden. Wir würden schon selbst für unseren Energiebedarf sorgen, wenn Berlin sich da raushalten würde.

MiSt vor 3 Wochen

Wie wäre es denn, wenn Bayern seinen erneuerbaren Strombedarf selbst deckt. Dann könnten die 3.000 künftigen Arbeitslosen in Magdeburg wieder arbeiten. Aber ich fürchte, man hat in Bayern und in anderen westlichen Bundesländern schnell erkannt, dass man sich keinen Gefallen tut, wenn man sich seine Umwelt mit diesen Propellern verschandelt. Vielleicht sollten wir im Gegenzug gesunde Meeresluft oder frische Bergluft für abgasbelastete Regionen einfordern. Auf Sylt und in Garmisch können ja schon mal die ersten Pipelines verlegt werden für diese Luftnummer.

06679Zorbau vor 3 Wochen

Wir aus Sachsen-Anhalt zahlen auch genug ein, unser Gemeindeverband Lützen hat dieses Jahr über 250 Mio € Gewerbesteuern gezahlt. Wir haben auf unseren Gemeindegebiet 15 Windkraftanlagen, mehrere Solaranlagen (Größe mehrere Fußballfelder), eine Müllverbrennungsanlage und eine Klärschlammaufbereitungsanlage, von den zwei Autobahnen diversen Bundesstraßen, Eisenbahnstrecken und von der Einflugschneise Flughafen Leipzig gar nicht zu reden. In mehrerer Gewerbegebieten sind über 1000 Menschen beschäftigt.
Können Sie in Bayern auch auf 56 % Ökostromanteil verweisen? Wenn Sie die selbe Abstandsreglungen Windkraftanlagen-Wohngebiete wie wir hätten, könnten Sie auch den Energiebedarf in Bayern selber decken mit Windkraft.
Warum verkauft Enercon zu wenig Anlagen? Am Burgenlandkreis kan es nicht liegen, bei uns stehen mehrere hundert Anlagen im Kreis.

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