Zwischenergebnisse der Behörden Gießerei wurde untersucht: Ermittlungen zu Staubablagerungen in Staßfurt laufen

Das Rätsel über die Staubablagerungen in Staßfurt ist weiterhin ungeklärt. Das Landesverwaltungsamt ermittelt vor Ort. Eine Gießerei wurde überprüft. Der Betrieb laufe jedoch regulär und entsprechend der Genehmigungen. Auch andere Unternehmen sollen nun überprüft werden.

Viele kleine braune Punkte haben sich auf Oberflächen gelegt
Rostartige Ablagerungen in einem Garten. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Nachdem sich in Staßfurt mehrere Anwohner wegen undefinierbaren Staubablagerungen beschwert hatten, laufen nun die Ermittlungen. Das Landesverwaltungsamt hat eine unangemeldete Vor-Ort-Begehung bei dem Unternehmen GSF-Gießerei Staßfurt durchgeführt. Dabei seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden.

Ergebnisse bisher unauffällig

Die Kontrolle des Landesverwaltungsamtes habe ergeben, dass die Anlage genehmigungskonform betrieben werde. Es seien auch Unterlagen der letzten Jahre zur Eigenüberwachung kontrolliert worden. Auch da gebe es keine Auffälligkeiten.

Zudem seien die Emissionsquellen auf Staub- und Rostablagerungen kontrolliert worden. Es sei soweit keine Quelle für die Staubablagerungen in dem naheliegenden Wohngebiet gefunden worden.

Einige Anwohner in der Nähe eines Industriegebietes hatten Anfang August von Sachschäden und einem metallischen Geruch berichtet, der sie gesundheitlich beeinträchtige.

Weitere Kontrollen geplant

Weitere unangemeldete Kontrollen sollen laut Landesverwaltungsamt erfolgen. Geplant seien die Überwachung der Abgasreinigungssysteme im Gießereibetrieb und die Auswirkungen des Schmelzbetriebes.

Zusätzlich sollen noch weitere Anlagen in dem Industriegebiet überprüft werden. Außerdem soll das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU) die vorliegenden Werte der Dauermessstellen vor Ort auswerten.

Betroffenes Wohngebiets wird überprüft

Das betroffene Wohngebiet am Friedensring, zwischen der Förderstedter Straße und der Calbeschen Straße, sind laut Verwaltungsamt überprüft worden. Autos, Bänke und Abfallbehälter auf unnatürliche Staubablagerungen untersucht worden. Dabei habe das Landesverwaltungsamt zunächst keine Ablagerungen feststellen können. Deshalb sollen auch hier weitere Untersuchungen erfolgen.

Ähnliche Beschwerden schon 2015

Schon vor fünf Jahren hatten die Anwohner von ähnlichen Staubablagerungen berichtet. Auch damals gab es Untersuchungen. Proben von Obst aus dem Garten wurde entnommen und Filterstaub von Probeannahmestellen und Sammelmessstellen überprüft. Den Untersuchungen zufolge seien alle Werte im sicheren Bereich gewesen. Trotzdem gab es für die Betriebe verschiedene Anordnungen. Es sollten beispielsweise die Filteranlagen regelmäßiger ausgetauscht werden.

Damals konnten während den Überprüfungen keine gesundheitlichen Risiken festgestellt werden.

Quelle: MDR/vö

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 05. August 2020 | 07:00 Uhr

6 Kommentare

Peterbilt vor 5 Wochen

Wass sind die Umweltkampanien "Greta und Co" sowie das jüngst in Staßfurt gestartete Klimaschutzkonzept im Vergleich dazu wert, wenn die unmittelbar konkrete, die menschliche Gesundheit und das Eigentum der Bürger betreffende Umwelt - wie in Staßfurt (SFT) wiederholt geschehen - einfach nicht ernst genommen wird und solche wiederholten schädlichen und gesundheitgefährdenden Staubemissionen den Bürgern von SFT einfach zugemutet werden. Das ist dann nur heiße Luft und eine totale Veräpplung der Bürger. Dieser erneute Umweltskandal in SFT bedarf nun wirklich endlich mal der Aufklärung um den/die Schuldigen ohne Ansehen der Person strafrechtlich und finanziell zur Verantwortung zu ziehen.

Erichs Rache vor 5 Wochen

@ElBuffo

Vielen vielen Dank für Ihren Kommentar.
Der hat mir ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert. :-)))

PS: Meines Wissens wurden in Staßfurt jahrzehntelang die weltweit besten Fernseher produziert. Megaleistungsfähige Röhrenfernseher mit integrierter Wärmestaumechanik.
Kann es sein, das man gezielt versucht, diese HighTechEntwicklungen zu vertuschen ???? :-)))))

Peterbilt vor 5 Wochen

Ich bin seit mehr als 14 Jahren mit der eklatanten Umweltsituation in Staßfurt (SFT) vertraut [war 2016 selber von gelblich-hellbräunlichen Staubablagerungen auf meinem PKW ("schmeckte" nach Ammoniak >> bestätigt von CIECH Soda SFT) betroffen]. Es kann absolut nicht mehr so weiter gehen, dass einige Firmen in u. um SFT bzgl. der Emission schädlicher Stäube und Einleitung gefährlicher Industrieabwässer in die Bode usw. gegenüber den Bürgern in u. um SFT schalten u. walten können wie sie wollen u. die betr. Stadt-, Kreis- u. Landesbehörden quasi unter der "Keule" der Arbeitsplätzeerhaltung u. Steuereinnahme vieles durchgehen lassen u. sogar vertuschen. Was sind Arbeitsplätze u. Steuereinnahmen wert u. opportun, wenn die dort Beschäftigten u. betr. Bürger davon krank werden u. womöglich dadurch frühzeitig versterben? Es gilt auch für SFT uneingeschränkt das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG)! Das betr. Bundesministerium BMU in Berlin ist dazu von mir schriftl. eingeschaltet worden.

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