Staubablagerungen Braune Punkte in Staßfurt: Behörden ermitteln

In Staßfurt sorgen Staubablagerungen in der Stadt weiter für Diskussionen. Das Landesverwaltungsamt ermittelt und will in den nächsten Tagen erste Informationen mitteilen. Die Suche nach den Verantwortlichen läuft. Das Entfernen des Staubs kostet Anwohner hunderte Euro.

Viele kleine braune Punkte haben sich auf Oberflächen gelegt
In Staßfurt finden sich immer wieder braune Staubablagerungen. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

In Staßfurt gibt es seit Tagen nur ein Thema: Staubablagerungen beunruhigen viele Einwohner. Anwohner in Staßfurt berichteten über Staubablagerungen auf ihren Gartenmöbeln und auf Autos. Es seien sogar Sandkasten für Kinder, Filter von Pools, Obst und Gemüse vom Garten und auch neu eingebaute Fenster mit dem hartnäckigen Staub belegt.

Anwohner beschreiben die Situation

Anwohner beschreiben, welche Folgen der undefinierbare Staub mitbringt. Den abgelagerten Staub kann man auch nicht einfach wegwischen. Es sei eine chemische Reinigung nötig, um die braunen Punkte abzubekommen. Ein Anwohner berichtet, dass man für die Reinigung von seinem Auto rund 400 Euro verlangt habe.

Nachdem MDR SACHSEN-ANHALT in der vergangenen Woche darüber berichtet hat, gab es zahlreiche Reaktionen. Mehrere Anwohner haben sich gemeldet. Einer der Betroffenen beschreibt, dass der Staub stark nach verbranntem Öl rieche. Eltern lassen wegen des Problems Kinder nicht mehr auf dem Spielplatz spielen.

Auch neue Autos sind durch den feinen Staub beschädigt worden. Das neue Auto einer Anwohnerin zeige nach wenigen Wochen an mehreren Stellen Rost.

Das Landesverwaltungsamt ermittelt

Das Landesverwaltungsamt hat MDR SACHSEN-ANHALT am Montag mitgeteilt, dass die Ermittlungen jetzt losgehen. Ende dieser Woche könne man mehr sagen.

Bereits 2015 gab es ähnliche Beschwerden. Auch damals haben Anwohner viele kleine Punkte entdeckt. Das Landesverwaltungsamt hat zu dem Zeitpunkt Staubniederschlagsmessungen durchgeführt. Es konnten aber keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Auch die metallverarbeitenden Betriebe werden regelmäßig kontrolliert. Jetzt soll erneut genau ermittelt werden.

Unternehmen in der Umgebung stehen unter Verdacht

In der Umgebung gibt es ein Industriegebiet mit mehreren Unternehmen. Viele Anwohner vermuten, dass dort metalverarbeitende Firmen verantwortlich für den Staub sind. Bewiesen ist das aber nicht. MDR SACHSEN-ANHALT hat bei den Unternehmen angefragt. Diese wollten aber keine Stellung dazu nehmen.

Sachsen-Anhalt

Staßfurt Wo sich die Staubablagerungen finden lasen

Viele kleine braune Punkte haben sich auf Oberflächen gelegt
Auf Autos und Gartenmöbeln haben Bürger in Staßfurt braune Ablagerungen entdeckt. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe
Viele kleine braune Punkte haben sich auf Oberflächen gelegt
Auf Autos und Gartenmöbeln haben Bürger in Staßfurt braune Ablagerungen entdeckt. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe
Viele kleine braune Punkte haben sich auf Oberflächen gelegt
Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT wurden die Ablagerungen in der Förderstedter Straße und am Friedensring bemerkt. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe
Viele kleine braune Punkte haben sich auf Oberflächen gelegt
Auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT sagte das zuständige Landesverwaltungsamt, dass aktuelle Beschwerden oder Vorkommnisse nicht bekannt seien. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe
Viele kleine braune Punkte haben sich auf Oberflächen gelegt
Ähnlicher Staub hatte bereits 2015 die Behörden auf den Plan gerufen. Luftmessungen hatten damals keine Auffälligkeiten angezeigt. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe
Viele kleine braune Punkte haben sich auf Oberflächen gelegt
Als Verursacher der Stäube könnten laut dem Landesverwaltungsamt mehrere metallverarbeitende Betriebe im angrenzenden Gewerbegebiet in Frage kommen.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05.08.2020 07:00 Uhr

Quelle: MDR/sp
Bildrechte: MDR/Tom Gräbe
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Anwohner haben Angst vor gesundheitlichen Folgen

Ein Anwohner, der in rund 200 Meter Nähe von den industriellen Unternehmen wohnt, schildert, wie unerträglich der Staub sei. Es würde stark beißend nach Metall riechen. Der Geruch des rußigen Staubs verursache bei seiner Ehefrau Übelkeit. Sie musste sich nach den Angaben des Anwohners mehrmals übergeben. Andere Anwohner berichteten von Reizhusten.

Noch ist unklar, ob die Staubablagerungen tatsächlich der Grund für die gesundheitlichen Folgen der Anwohner sind. Die Menschen in Staßfurt hoffen jetzt auf Klarheit durch die Ermittlungen der Behörden.

Quelle: MDR/vö

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 05. August 2020 | 07:00 Uhr

1 Kommentar

Peterbilt vor 23 Wochen

Ich bin seit mehr als 14 Jahren mit der nicht mehr hinzunehmenden Umweltsituation in Staßfurt vertraut. Selber war ich 2016 durch gelblich-hellbräunliche Staubablagerungen ("schmeckte" eindeutig nach Ammoniak >> bestätigt vom damaligen Umweltbeauftragten der CIECH Soda SFT) auf meinem Pkw betroffen. Es kann absolut nicht mehr so weiter gehen und hingenommen werden, dass einige Firmen in und um Staßfurt bzgl. den Umweltabsonderungen (Emission schädlicher Stäube, Einleitung schädlicher Industrieabwässer in die Bode usw.), insbesondere gegenüber den Bürgern in und um Staßfurt schalten und walten können wie sie wollen und die zuständigen Stadt-, Kreis- und Landesbehörden quasi unter der "Keule" der Arbeitsplätzeerhaltung vieles durchgehen lassen und sogar vertuschen. Was sind Arbeitsplätze wert, wenn die dort Beschäftigten und umgebenden Bürger davon krank werden und womöglich dadurch frühzeitig sterben? Es gilt auch für Staßfurt uneingeschränkt das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG)!

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