Das Logo der AfD auf einem Flyer
Zu wenig Kandidaten: Die AfD kann nicht alle Stadtrats-und Gemeinderatsposten besetzen.(Symbolbild) Bildrechte: dpa

Nach der Kommunalwahl AfD kann viele Mandate nicht besetzen

Nach dem Erfolg bei den Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt steht die AfD in einigen Orten vor einem Problem: Ihre fehlen die Kandidaten, um alle Mandate besetzen zu können. Besonders betroffen ist der Salzlandkreis.

Das Logo der AfD auf einem Flyer
Zu wenig Kandidaten: Die AfD kann nicht alle Stadtrats-und Gemeinderatsposten besetzen.(Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die AfD hat bei den Kommunalwahlen flächendeckend zweistellige Ergebnisse geholt. Doch in mehr als zwei Dutzend Gemeinde- und Stadträten kann die Partei ihre Posten nicht besetzen, weil es nicht genügend Kandidaten gab. Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT zeigen, dass mindestens 27 kommunale Mandate der Partei unbesetzt bleiben. Am stärksten betroffen ist der Salzlandkreis. Aber auch in den Stadträten von Wanzleben-Börde, Blankenburg, Coswig und Zeitz bleiben Sitze leer.

Aschersleben: Vier Mandate unbesetzt

In Aschersleben ist die Lage besonders auffällig. Dort trat die AfD mit einem Kandidaten an, holte aber fünf Sitze im Stadtrat. Somit bleiben nun vier Mandate unbesetzt. Tobias Rausch, der Vizechef der AfD im Salzlandkreis, versucht die Situation positiv zu sehen. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Ich würde nicht sagen, dass die Stimmen für die Mülltonne sind, sondern die Bürger oder die Wähler haben ausgedrückt, dass sie die AfD dort wollen. Und dass sie sie sogar mehr wollen, als Kandidaten zur Verfügung waren." Für ihn sei es ein Ansporn bei der nächsten Wahl dafür zu sorgen, dass die AfD stärker gewählt werden könnte.

Auch in Bernburg hätte die AfD wohl viele Mandate gewonnen. Doch da war die Partei gar nicht erst angetreten. Es habe keinen passenden Kandidaten gegeben, so die Begründung des Kreischefs der AfD im Salzlandkreis, Matthias Büttner. "Wir müssen natürlich auch Kandidaten stellen, die geeignet sind, die eben auch das Potential mitbringen, um so etwas auszufüllen. Und das haben wir halt überall noch nicht." Daher hatte sich der Kreisvorstand dafür entschieden, nicht anzutreten.

Lange Vorbereitung im Kreis Anhalt-Bitterfeld

Anders ist die Situation im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Dort hatte die AfD bei der Kommunalwahl 166 Kandidaten aufgestellt und 70 Mandate gewonnen. Daniel Roi, Kreischef der AfD im Kreis Anhalt-Bitterfeld, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass sein Kreisverband bereits vor anderthalb Jahren angefangen habe, sich intensiv auf die Wahl vorzubereiten. Somit habe die Partei fast überall Kandidaten aufstellen können. "Wenn man sich die Karte Anhalt-Bitterfeld anschaut, hatten wir in neun der zehn gebietsangehörigen Städte und Gemeinden auch Kandidaten." Nur im südlichen Anhalt hätte die Partei einen weißen Fleck, sonst sei sie überall vertreten und gewählt worden.

Grund sei "phänomenales Wahlergebnis"

Dass die AfD mindestens 27 Mandate nicht besetzen kann, sieht Landeschef Martin Reichardt nicht problematisch: "Das ist nicht schön, aber einem phänomenalen Wahlergebnis geschuldet. Dass es dabei zu Problemen kommt, werden uns die Bürger nachsehen", so Reichert. Festzustellen sei, dass die AfD auf der kommunal höchsten Ebene, also in den Kreistagen, alle Mandate besetzt habe.

Quelle: MDR/sp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 07. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Juni 2019, 13:49 Uhr

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23 Kommentare

09.06.2019 19:16 albi 23

Zu @18
Schon amüsant, wie ein Altparteienwähler und Merkel Lemming, allen was von Demokratie erzählen will!! Ich stufe das einfach mal ein, als Riesenangst vor der AFD.

09.06.2019 17:42 W. Merseburger 22

Mediator @ 18,
ich werde in meiner Überzeugung immer mehr bestärkt, dass der Genosse, vielleicht frühere Parteigenosse (PG abgekürzt) Mediator nur eines Im Sinn hat, nämlich hier im Forum in skandalöser Weise zu provozieren. Im Marxismus-Leninnismus Studium wurden die Dozenten erst dann richtig ärgerlich, wenn ihnen vorgehalten wurde, dass die Linie in "Rot China" falsch sei. Ein nicht wieder nachzuholender Vorteil ist, dass die DDR Bürger und auch die osteuropäischen politisch interessierten Menschen bis zur Wende immer zwei oft sehr unterschiedliche Meinungen zu einer Wahrheit erfuhren. Deshalb sind wir sehr empfindlich gegen das Verkünden einfacher Wahrheiten für äußerst komplizierte und vielschichtige Zusammenhänge.

09.06.2019 17:11 Mikro 21

@18 Mediator Sie haben also beschlossen,das die Wähler der AfD noch nicht wirklich in der Demokratie angekommen sind?Das ist ja ein armseliges Demokratieverständnis.Und mit Ihrem erwähnten vor Ort verfügbaren und in der Arbeit überzeugenden Personal scheint es wohl nicht weit her zu sein.Sonst wären die von den mündigen Bürgern vor Ort gewählt worden.Das Sie die Kompetenz der Wähler anzweifeln,ist wohl einzig ihr Problem.Natürlich können Sie sich ärgern,das die Menschen anders entschieden haben,als Sie es gerne gehabt hätten.Der von Ihnen erwähnte Ostblock wird auch bei der Wahlentscheidung für die demokratische AfD,keine Rolle gespielt haben.

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