Eine Boa constricor liegt zusammengerollt in einem Gehege.
Das knapp zwei Meter lange Reptil wurde im Tierheim Magdeburg untergebracht. Bildrechte: MDR/Hagen Tober

Boa constrictor Würgeschlange am Elbufer bei Barby eingefangen

In der Elbe bei Barby hat ein Mann eine zwei Meter lange Würgeschlange entdeckt. Das Tier konnte am Ufer eingefangen werden. Woher die Boa constrictor stammt, ist noch unklar.

Eine Boa constricor liegt zusammengerollt in einem Gehege.
Das knapp zwei Meter lange Reptil wurde im Tierheim Magdeburg untergebracht. Bildrechte: MDR/Hagen Tober

In Breitenhagen bei Barby haben Einsatzkräfte der Feuerwehr eine rund zwei Meter lange Würgeschlange eingefangen. Der für Tierrettungen ausgebildete Feuerwehrmann Jeff Schnarr sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er habe die  Boa constrictor am Ufer schnell und problemlos mit einer improvisierten Hundeschlinge eingefangen.

Schlange am Fährseil entdeckt

Ein Mann hatte die rund zwei Meter lange Würgeschlange am Samstag an einem Seil der Elbfähre entdeckt und die Tierretter alarmiert. Als die Feuerwehr eintraf, ließ sich das Tier allerdings in die Elbe fallen und schwamm ans Ufer. Dort konnte das auch als Königsschlange bezeichnete Reptil von den Experten eingefangen werden. Schnarr lobte in dem Zusammenhang auch die Zusammenarbeit mit den freiwilligen Helfern vor Ort.

Dem Feuerwehrmann zufolge musste bei der Rettung improvisiert werden: "Wir haben diese Hundeschlingen auf dem Fahrzeug, mit denen wir Hunde einfangen, die nicht möchten oder die irgendwo angebunden sind und keinen an sich ranlassen." Dabei handelt es sich dem Feuerwehrmann zufolge um ein mit Plastik ummanteltes Drahtseil. Diese habe er vorsichtig um den Hals der Schlange gelegt, das Reptil hochgenommen und in eine Tonne mit verschraubbarem Deckel und Luftlöchern gelegt.

Im Normalfall menschenscheu

Der Einsatz sei relativ problemlos verlaufen, so Schnarr. Auch sei die Schlange sehr friedlich gewesen. Man habe gemerkt, dass sie mal in menschlicher Hand gewesen sein muss.

Gewundert habe ihn allerdings, dass das Tier trotz des großen Menschenauflaufs vor Ort ans Ufer geschwommen sei. Eigentlich würden die Schlangen einen großen Bogen um Menschen machen. Er weiß aber auch:

Wäre sie mit der Strömung geschwommen, wäre sie weg gewesen. Wir hätten sie eventuell mit dem Boot verfolgen können, aber die tauchen auch sehr gut. Wir hätten sie in der Strömung nie wieder gefunden.

Jeff Schnarr, Berufsfeuerwehr Magdeburg

Halter gesucht

Schild am Eingangstor des Magdeburger Tierheims
Der Halter kann sich beim Tierheim Magdeburg melden. Bildrechte: MDR/Hagen Tober

Die Experten haben die Schlange ins Tierheim Magdeburg gebracht. Nun muss geklärt werden, woher das Tier stammt. Tierretter Schnarr fürchtet allerdings, dass die Einrichtung auf der Boa sitzen bleiben wird: "Meistens melden sich die Halter nicht", so Schnarr. "Wenn das Tier nicht sogar ausgesetzt wurde, weil es irgendwann Probleme gemacht hat oder zu groß geworden ist."

Der Halter des Tieres kann sich beim Tierheim unter der Telefonnummer 0391/2537-631 melden.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. August 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. August 2019, 16:42 Uhr

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5 Kommentare

07.08.2019 12:07 Hotzenplotz 5

Nun, entweder ausgebüxt oder ausgesetzt, weil langsam zu groß für daheim. Muss doch rauszukriegen sein, wem die gehört oder werden Halter nicht registriert??

06.08.2019 07:29 Kritiker 4

@Sascha10 … eine Boa constrictor aus Mexico … diese Erkenntnis muss man erst mal sacken lassen … Brehms Tierleben neu verföhnt ...

05.08.2019 18:51 klaus p 3

Boas sind nicht heimisch und haben in Deutschland nichts zu suchen...!
Sie sind als invasieve Spezies zu betrachten!

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