Zehn Jahre danach Das Unglück von Nachterstedt – eine Chronologie

Bei einem großen Erdrutsch beim ehemaligen Tagebaugelände Nachterstedt sind 2009 drei Menschen gestorben. Zehn Jahre später ist der Concordiasee teilweise wieder zum Baden freigegeben worden.

Ein Abrissbagger reißt in Nachterstedt ein Haus ab
31. März 2013
Der Abriss der Siedlung "Am Ring" beginnt. Zwölf Doppelhaushälften, ein Einfamilienhaus und 48 Nebengebäude müssen weichen.
Bildrechte: Jens Schlueter/dapd
Luftbild vom Erdrutsch in Nachterstedt vom 19.07.2009. Am Ortsrand von Nachterstedt war eine mehrere hundert Meter breite Böschung mit einem Doppelhaus und einer weiteren Haushälfte in einen Tagebausee abgerutscht.
18. Juli 2009
In den frühen Morgenstunden des 18. Juli rutschen am teilgefluteten Tagebaurestloch Concordia See etwa 4,5 Millionen Kubikmeter Erdreich ab. Zwei Häuser der Wohnsiedlung "Am Ring" werden 100 Meter in die Tiefe gerissen. Drei Menschen werden vermisst.
Bildrechte: IMAGO
Eine Luftaufnahme zeigt das Ausmaß des Erdrutsches 2009 am Concordiasee in Nachterstedt.
19. Juli 2009
Die Einwohner können für kurze Zeit in ihre Wohnungen zurück. Sie holen wichtige Gegenstände, ehe sie wieder in Ferienwohnungen oder bei Bekannten unterkommen.
Bildrechte: dpa
Absperrzaun mit Schild: Betreten verboten
21. und 22. Juli 2009
Die Bergbaubehörde des Landes Sachsen-Anhalt gibt bekannt, dass das Unglücksgebiet vermutlich nie wieder bewohnt werden wird. Die Sicherheitsvorkehrungen um den Concordia See werden verstärkt, weil neue Abbrüche drohen. Zufahrtsstraßen und Wege zu dem 350 Hektar großen See werden mit Bauzäunen und Erdwällen versperrt.
Bildrechte: MDR/Anja Schlender
Ein Abrissbagger reißt in Nachterstedt ein Haus ab
31. März 2013
Der Abriss der Siedlung "Am Ring" beginnt. Zwölf Doppelhaushälften, ein Einfamilienhaus und 48 Nebengebäude müssen weichen.
Bildrechte: Jens Schlueter/dapd
Der Concordiasee von oben
23. Februar 2016
Die Staatsanwaltschaft stellt ihre Ermittlungen zu dem Erdrutsch ein. Der Verdacht einer fahrlässigen Tötung habe sich nicht erhärtet. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine Verletzung der Sorgfaltspflicht bei der Errichtung oder Pflege der abgerutschten Böschung.  
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Seeland-Bürgermeisterin Heidrun Meyer
28. Juni 2017
Ein Jahr nach einem weiteren Erdrutsch in Nachterstedt ist die Aussicht auf touristische Nutzung des Concordia Sees weiter ungewiss. Bergbausanierer LMBV und das Landesbergamt haben sich aus Sicherheitsgründen gegen eine Freigabe für einen Teil des Sees entschieden. Sie war für dieses Jahr geplant. Die Bürgermeisterin der Stadt Seeland, Heidrun Meyer, ist enttäuscht. Sie sagt, das Seeland-Projekt sei wichtig für die Region. Die Ungewissheit darüber, wann der See genutzt werden kann, sei zermürbend.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Markierter Schaden auf Fahrbahn
9. Juni 2019
Auf der A36 bei Nachterstedt hat sich die Fahrbahn abgesenkt. Zwischen Hoym-Nachterstedt und Quedlinburg-Ost hat sich ein Hohlraum gebildet. Die abgesenkte Stelle ist laut Chef der Landesstraßenbaubehörde, Uwe Langkammer, durch Hitze entstanden. Mutmaßungen, die Nähe zum Concordia See sei schuld, wies er zurück.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Steg im Concordiasee
13. Juli 2019
Der Concordia See ist teilweise freigegeben. Nun dürfen die Menschen wieder darin baden – zumindest am Schadeleber Ufer. Auch Segelboote und Surfer dürfen wieder auf den See. Dadurch ist eine touristische Nutzung des Sees möglich.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 18.07.2019 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/agz,mh
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Luftbild vom Erdrutsch in Nachterstedt vom 19.07.2009. Am Ortsrand von Nachterstedt war eine mehrere hundert Meter breite Böschung mit einem Doppelhaus und einer weiteren Haushälfte in einen Tagebausee abgerutscht.
18. Juli 2009
In den frühen Morgenstunden des 18. Juli rutschen am teilgefluteten Tagebaurestloch Concordiasee etwa 4,5 Millionen Kubikmeter Erdreich ab. Zwei Häuser der Wohnsiedlung "Am Ring" werden 100 Meter in die Tiefe gerissen.
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