Eine Baustelle
Baustellen prägen momentan das Landschaftsbild in Schierke. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tourismus im Harz Schierke will ganzjährig attraktiv werden

In Schierke im Harz wird an alle Ecken und Enden gebaut und modernisiert. 14 Bauvorhaben sollen den Ort als Urlaubsziel noch attraktiver machen – auch im Sommer. Der kleine Ortsteil von Wernigerode scheint im Aufbruch. Doch viel hängt momentan am Streit um eine Seilbahn.

Eine Baustelle
Baustellen prägen momentan das Landschaftsbild in Schierke. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit dem Streit um eine geplante Seilbahn hat es der kleine Ort Schierke im Harz in den letzten Wochen immer wieder in die Schlagzeilen geschafft. Dabei geht es um ein Teilstück von 40 Metern, das einmal das Harzörtchen mit dem angrenzenden Skigebiet am Wurmberg verbinden soll. 40 Meter, die für einen erbitterten Streit sorgen, denn das Teilstück führt durch einen naturgeschützten Moorwald und darf deshalb dort nicht angelegt werden.

Doch die Seilbahn ist nur ein Teil eines millionenschweren Investitionsprojektes, mit dem sich der kleine Ort am Brocken für Besucher neu erfinden will. Nicht nur als Skigebiet, sondern vor allem als Ganzjahresreiseziel für Familien. Und dafür gibt es in Schierke große Pläne. Zum Gesamtprojekt gehören 14 Bauvorhaben. Darunter die Schierker Feuerstein-Arena für Wintersportevents oder Konzerte. Zudem gibt es mehrere Abriss- und Umgestaltungsmaßnahmen.

Übernachtungsmöglichkeiten für 3.000 Touristen

Ein Mann sitzt in einem Restaurant am Tisch ung gibt ein Interview.
Hotelier Marius Michael Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch die Zahl der Betten soll sich mehr als verdoppeln. Bis zu 3.000 Touristen sollen künftig gleichzeitig in dem Wernigeröder Ortsteil übernachten können. Hotelier Marius Michael hofft, dass seine Gäste in Zukunft dann auch länger bleiben. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Die Gäste haben etwas zum Erleben am Tag. Es ist nicht nur wandern, sondern sie können sich auch sportlich betätigen – auf dem Eis oder beim Klettern." Die vielen Bauprojekte, die derzeit in Schierke passieren, sieht Michael als positiv für den Ort: "Die sind gut für uns, denn das belebt den Ort wahnsinnig."

Um einer größeren Anzahl an Touristen gewappnet zu sein, wurde bereits kräftig in die Infrastruktur investiert – wie zum Beispiel in das Parkhaus "Am Winterbergtor". Man hofft, dass es künftig ganzjährig ausgelastet ist. Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock (CDU) ist voller Zuversicht.

Mit dieser Entwicklung, die wirklich sehr rasant geht, hab ich das Gefühl, dass es Schierke sehr gut gehen wird.

Christiane Hopstock, Ortsbürgermeisterin

Strittig sind nach wie vor die Seilbahn und die Skipiste des Ganzjahreserlebnisbereiches am Winterberg. Die Stadt Wernigerode hat erneut Planungssicherheit für die Investoren gefordert. Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert meint: "Wir müssen auch im Tourismus unsere Stärken stärken und nicht auf halber Strecke aufgeben. So kommt man nie ans Ziel."

Schierkes Ortbürgermeisterin Christiane Hopstock im Interview
Schierkes Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Darauf ruhen auch die Hoffnungen von Ortsbürgermeisterin Hochstock, denn einen Plan B gebe es nicht. "Es wäre schade, weil die letzten 25 Jahre haben wir auf diesen Investor gewartet. Jetzt ist er da," so Hopstock. Jetzt sollte man ihrer Auffassung nach Vernunft walten lassen und sagen 'Kommt, wir machen das gemeinsam.'

Für die Befürworter ist klar: Seilbahn und Skipiste sind nur ein einziger Baustein des großen Gesamtprojektes. Aber ein tragender, mit dem die Schierker die Zukunft ihres Harzdörfchens bauen wollen.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 16.04.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/dpa/cw

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2017, 17:31 Uhr