Nach Streit um Versetzung Schomaker ab Dienstag wieder Magdeburger Polizeipräsident

Kollegen hatten ihm Fehlverhalten vorgeworfen, doch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden eingestellt: Andreas Schomaker kehrt am Dienstag auf seinen Posten als Polizeipräsident der Polizeidirektion Nord zurück. Trotzdem traut das Innenministerium Schomaker nicht und will seine Arbeit kontrollieren.

Andreas Schomaker kehrt am Dienstag nun doch auf seinen Posten als Polizeipräsident der Polizeidirektion Nord zurück. Das teilte das Innenministerium am Montag mit. Schomakers Anwalt, Steffen Segler, sagte dem MDR: "Herr Schomaker freut sich darüber, dass er morgen seinen Dienst wieder antreten kann. Es war eine schwierige Zeit für ihn und seine Familie, eine große psychische Belastung.“ Sein Mandant hoffe, dass jetzt alles überstanden sei.

Das Innenministerium will Schomakers Arbeit künftig genau beaufsichtigen. Man werde schauen, wie sich die Arbeit nach der Rückkehr von Schomaker entwickele, so Karl-Heinz Willberg, der Abteilungsleiter der Polizei im Innenministerium. Wichtige Entscheidungen, zum Beispiel wenn es um Personal gehe, würden vom Innenministerium kontrolliert, so Willberg.

Ministerium geht weiteren Hinweisen nach

Zudem will das Ministerium weiterhin Hinweisen zu Schomakers mutmaßlichem Fehlverhalten nachgehen. "Wir haben im Verlauf der strafrechtlichen Ermittlungen verschiedene Hinweise erhalten, die auf dienstliche Defizite schließen lassen. Hier gilt es, noch genauere Prüfungen vorzunehmen“, sagte Willberg dem MDR. Es gelte zunächst aber immer noch die Unschuldsvermutung. Die Hinweise seien jedoch so konkret, dass man ihnen nachgehen müsse.

Anzeige von Kollegen

Andreas Schomaker war im Jahr 2016 anonym angezeigt worden. Seine Kollegen hatten behauptet, dass ihr Chef seinen Dienstwagen für Privatfahrten genutzt habe, dass er wilde Partys auf Kosten der Steuerzahler gefeiert und bestimmte Polizisten bevorzugt habe. Schomaker wurde daraufhin von seinem Posten abgeordnet. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben allerdings, dass sich keiner der Vorwürfe bestätigte. Sie stellte das Verfahren ein.

Das Innenministerium hatte zunächst geplant, Schomaker im Landesverwaltungsamt in Halle arbeiten zu lassen. Diese Entscheidung hatte Schomaker vor dem Verwaltungsgericht Magdeburg angefochten und Recht bekommen. Eine Abordnung an das Innenministerium in Magdeburg hatte er ebenfalls abgelehnt.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27.02.2017 | 18:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27.02.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2018, 07:52 Uhr