Silvester-Vorbereitungen am Hasselbachplatz Magdeburger Gastronomen begrüßen verstärkte Polizeipräsenz

Böller, Raketen, viel Alkohol: Angesichts dieser Mischung will die Polizei zum Jahreswechsel auf Magdeburgs Hasselbachplatz ihre Präsenz erhöhen. Die Betreiber von Bars und Spätshops am Hasselbachplatz unterstützen das. Das Landeskriminalamt warnt derweil vor illegalen Böllern und Raketen.

Sebastian Rudloff füllt die Kühlschränke in seinem Spätshop am Hasselbachplatz noch einmal ordentlich auf, vor allem Bier und Sekt sind zum Jahreswechsel gefragt. Er hofft auf ein gutes Geschäft und eine Nacht ohne Ausschreitungen. Dass die Polizei angekündigt hat, mehr Präsenz zeigen zu wollen, findet er gut: "Das reicht – das schreckt ab." Er hofft, dass sich keine Tumulte entwickeln werden.

Dass die Lage am Hassel ruhig bleibt, hoffen auch ansässige Gastronomen wie Uli Niels vom Cafe Liebig. Er wünscht sich für 2018, dass der Platz in Magdeburgs Zentrum wieder zu dem Besucher-Magnet wird, der er früher war.

Bis zu 500 Feiernde waren laut Polizei im letzten Jahr an Silvester zugleich auf dem Hasselbachplatz. Allerdings gab es nur einzelne Sachbeschädigungen und Auseinandersetzungen und keine größeren Probleme. Polizeisprecherin Beatrix Mertens erwartet für dieses Jahr wieder einen großen Andrang von Besuchern. Allerdings hatte es im Sommer vermehrt Gewalttätigkeiten gegeben, die nicht vergessen sind. Mertens: "Aufgrund dessen, was sich das ganze Jahr über um den Hasselbachplatz ereignet hat, werden wir den Hasselbachplatz auch ganz besonders im Blick haben." Die Polizisten in Magdeburg werden an Silvester von der Landesbereitschaftspolizei unterstützt.

Gefährliche illegale Böller

Feuerwerk
In den Geschäften gibt es zugelassene und geprüfte Raketen. Dem LKA macht allerdings der anhaltende Trend zu illegaler Pyrotechnik Sorgen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Landeskriminalamt warnt derweil vor dem Einsatz verbotener Pyrotechnik. Sprecher Andreas von Koß sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es gebe weiterhin viele Unvernünftige, die sich unerlaubte Böller besorgten. "Leider müssen wir feststellen, dass die Böller, die wir sicherstellen, auch immer gefährlicher werden." Nach Feststellung der Polizei handele es sich bei vielen pyrotechnischen Erzeugnissen um Stoffe, die in Deutschland in der Menge gar nicht zugelassen seien. Wer illegale Feuerwerkskörper nach Deutschland einführt, macht sich laut LKA strafbar. Niemand wisse tatsächlich, welche Stoffe sich in den Böllern befänden. Das mache es für den Anwender so gefährlich, erklärte von Koß.

Da gibt es immer wieder schlimme Unfälle bis hin zu Todesfällen.

LKA-Sprecher Andreas von Koß

Erst Ende November hatte sich ein Mann in Oschersleben im Landkreis Börde bei der Explosion eines Polenböllers einen Daumen abgerissen.

Diese Städte verbieten Feuerwerk komplett

An einigen Orten ist der Einsatz von Feuerwerkskörpern komplett verboten. Dazu zählen Gebiete mit historischen Fachwerkbauten wie die Innenstadt von Quedlinburg oder die Altstadt von Wernigerode. Auch in Tangermünde und Salzwedel gibt es Verbote. Bei Verstößen können bis zu 50.000 Euro Geldstrafe verhängt werden. Die Stadt Quedlinburg kündigte an, dass die Einhaltung des Verbotes durch gezielte Kontrollen von Polizei und Ordnungsbehörde überwacht wird. Auch im Nationalpark Harz ist die Knallerei zum Schutz der Natur untersagt.

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Quelle: MDR/rj/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. Dezember 2017 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Dezember 2017, 06:33 Uhr

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2 Kommentare

30.12.2017 13:06 Karl 2

Polizeipräsenz an der Grenze wäre ungefähr 3000mal effektiver.
Aber Merkel und ihre Getreuen werfen erst mal die Nadeln in den Heuhaufen und beauftragen dann die Behörden: "Jetzt schaut mal, dass ihr die Gefährlichen findet."
Tja.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Auf welcher (wissenschaftlichen) Grundlage steht die 3000-fache Effektivität?

29.12.2017 19:56 sven 1

Achso, nur die sg. illegalen Böller sind gefährlich? Können es auch die Atomphysiker von morgen sein?