Hände von Baby und Hebamme
Laut Studie beklagen die Hebammen eine hohe Arbeitsbelastung – finden ihren Beruf aber trotzdem interessant. Bildrechte: MDR/Julia Schäfer

Hohe Arbeitsbelastung Jede fünfte Hebamme überlegt, früher aufzuhören

Geburtshelferinnen in Sachsen-Anhalt beklagen eine zu hohe Arbeitsbelastung in ihrem Beruf. Daher denke jede fünfte Hebamme darüber nach, ihren Job vorzeitig aufzugeben. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie. Darüber hinaus drohe in den kommenden Jahren, dass es zu wenig Berufsnachwuchs gebe. Insbesondere in Halle und Magdeburg werden in Zukunft mehr Hebammen gebraucht.

Hände von Baby und Hebamme
Laut Studie beklagen die Hebammen eine hohe Arbeitsbelastung – finden ihren Beruf aber trotzdem interessant. Bildrechte: MDR/Julia Schäfer

Wie steht es um die Situation der Hebammen in Sachsen-Anhalt? Dieser Frage ist eine Studie des "IGES Instituts Berlin" im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration nachgegangen. Das Ergebnis: Die Geburtshelferinnen kritisieren eine hohe Arbeitsbelastung, empfinden ihren Job aber als interessant und abwechslungsreich.

Fehlender Nachwuchs

Vor allem die hohe Arbeitsbelastung macht den 431 Hebammen im Land zu schaffen. Viele beklagen, dass sie zu wenig Zeit für die Betreuung und Versorgung Schwangerer und junger Mütter hätten. So gibt jede fünfte Befragte an, aufgrund der Arbeitsverdichtung über eine frühzeitige Berufsaufgabe nachzudenken.

Sorgen bereitet Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) dabei vor allem der Hebammen-Nachwuchs. So werden in den nächsten 15 Jahren von den rund 430 Hebammen und Entbindungspflegern allein mehr als 180 aus Altersgründen aufhören. Sachsen-Anhalt plane zwar eine Umstellung auf eine akademische Hebammenausbildung, wann dies konkret geschehen soll, sei jedoch noch offen.

Petra Grimm Benne
Bildrechte: IMAGO

Die jetzt vorliegenden Zahlen zeigen: Egal wie die Ausbildung künftig strukturiert ist, wir laufen Gefahr, dass es in zehn bis 15 Jahren zu wenig Berufsnachwuchs gibt.

Petra Grimm-Benne, Gesundheitsministerin

Regionale Unterschiede

Laut der Studie gestaltet sich die Situation dabei regional sehr unterschiedlich. Vor allem in Magdeburg und Halle würden zukünftig mehr Hebammen gebraucht. So seien etwa in Magdeburg die Geburtenzahlen in den letzten zehn Jahren um fast ein Viertel gestiegen. Im Kreis Mansfeld-Südharz seien sie dagegen um 8,8 Prozent gesunken.

Problem für Sachsen-Anhalt

Die Zahl der Geburtenstationen in Sachsen-Anhalt hat in den vergangenen 18 Jahren kontinuierlich abgenommen. Gab es im Jahr 2000 noch 33 Kliniken, in denen Geburten möglich waren, so sind es 2018 nur noch 22. Zuletzt hatte die Helios-Klinik in Zerbst den Betrieb ihres Kreißsaals eingestellt.

Eine Grafik, die zeigt, dass jede fünfte Hebamme in Sachsen-Anhalt über eine frühzeitige Berufsaufgabe nachdenkt.
Bildrechte: MDR/Florian Leue

Quelle: MDR/fl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 19. November 2018 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. November 2018, 20:04 Uhr

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2 Kommentare

20.11.2018 09:11 Leser 2

In welchem Beruf gibt's keine hohe Arbeitsbelastung? Da müssten aber viele weglaufen, falls das helfen soll. Weglaufen ist keine Lösung. Und schon gar nicht in einem sozialen Beruf.

19.11.2018 21:03 wenn sich der Staat um mehr neugeborene 1

Kinder nicht kümmern will oder kann, muss er das Elterngeld wieder abschaffen.