Auf dem Friedhof in Barleben wird Hannes beerdigt.
In stillem Gedenken versammelten sich insgesamt etwa 500 Menschen, um sich von Hannes zu verabschieden. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Abschied vom verstorbenen FCM-Fan Große Anteilnahme bei der Trauerfeier für Hannes

Der 1. FC Magdeburg-Fan Hannes ist am Freitag auf dem Friedhof in Barleben beerdigt worden. Neben Familie und Freunden nahmen etwa 400 FCM-Anhänger an der Trauerfeier teil. Zuvor sind am Freitag neue Hinweise zu den Ermittlungen an die Öffentlichkeit gelangt. Hannes war Anfang Oktober aus einem Zug gestürzt.

Auf dem Friedhof in Barleben wird Hannes beerdigt.
In stillem Gedenken versammelten sich insgesamt etwa 500 Menschen, um sich von Hannes zu verabschieden. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Barleben, 14 Uhr an einem verregneten 21. Oktober: Das Wetter scheint sich der Stimmung im Ort angepasst zu haben. Auf dem Friedhof in Barleben ist heute Hannes, ein 25-jähriger Anhänger des 1. FC Magdeburg, beerdigt worden. Neben Familie und Freunden, die die 60 Plätze in der Kapelle eingenommen haben, haben sich außen auch etwa 400 FCM-Fans zusammen gefunden, um Hannes zu gedenken.

Auch die Mitglieder der Magdeburger Fangruppierung, zu der Hannes gehörte, ist vertreten. Sonst für ihre Laustärke bundesweit bekannt, sind die Anhänger an diesem Tag besonders still. Die Trauergäste lassen statt Sprechchören lieber Blumen sprechen. Mit blau-weißen Kränzen wurde ein junger Mensch in Würde verabschiedet, der möglicherweise für diese Farben gestorben ist.

Tragischer Fall Hannes

Graffiti von Hannes auf dem Bahnhofsgebäude in Barleben
Unbekannte haben am Bahnhof Barleben ein Portrait des verstorbenen 25-jährigen FCM-Fans Hannes hinterlassen. Bildrechte: MDR/Niklas Ottersbach

Der Tod des FCM-Fans Hannes hat im Oktober die Fußballszene erschüttert. An einem Spieltag des FCM stieg der 25-Jährige in Haldensleben in einen Zug. Wenige Momente später lag er schwer verletzt an den Bahngleisen. Im Zug soll er auf eine Gruppe von Anhängern des Halleschen FC getroffen sein. Zeugen wollen eine Auseinandersetzung beobachtet haben. Am 12. Oktober wurde bekannt, dass Hannes schweren Kopfverletzungen erlegen ist.

Hinweise deuten auf Verbrechen hin

Nach wie vor ist unklar, wie der junge Mann zu Tode gekommen ist. Neue Hinweise deuten auf ein gezieltes Verbrechen hin. Wie die "Bild"-Zeitung am Freitag unter Berufung auf die Ermittler schreibt, war die Überwachungskamera im Zug abgeklebt.

Der Präsident des Landesfußballbundes, Erwin Bugar, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man werde die lückenlose Aufklärung der Ermittler abwarten. Erst dann könne ein Ergebnis gewertet werden. Bugar nannte es für das Verhältnis zwischen den Fanlagern belastend, wenn "halb-seidene Ermittlungsergebnisse" verbreitet würden. Er begrüßte Forderungen von Innenminister Holger Stahlknecht, dass Gewalttäter im Fußball härter bestraft werden müssten: "Man kann aber nicht sofort mit Gefängnisstrafe reagieren. Das lässt der Rechtsstaat nicht zu, das weiß auch der Innenminister." Bugar forderte aber, dass "der Kuschelkurs, der teilweise an den Gerichten gefahren wird, abgestreift wird."

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2019, 17:55 Uhr

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22 Kommentare

22.10.2016 14:34 Andreas 22

Das Tragische ist, dass erst jemand sterben muss, damit die Öffentlichkeit auf diese Chaoten aus Halle aufmerksam wird! Bereits am 14 Feb. haben sie auf der Zugfahrt von Paderborn nach Münster unzählige BVB Fans bedroht und aus dem Zug geschmissen! Auch da wurden die Kameras abgeklebt, weshalb trotz Strafanzeige (Aktz. 36 UJs 1119/16) von der StA Paderborn kein Täter ermittelt werden konnte! Im Anschluss wurden laut Presse auch noch mehrere BPolizisten in Münster verletzt! RIP Hannes!

22.10.2016 14:18 Dirk Brockhaus 21

Ein angeklebte Cam bedeutet noch gar nichts. Es ist gruselig wenn jeder hier Vermutungen anstellt. Wir leben in einem Rechtsstaat, da gilt die Unschuldvermutung und Straftaten müssen erst bewiesen werden. Bislang ist noch gar nichts bewiesen, wohl außer das Hannes die Tür selbst öffnete. So schlimm das vielleicht klingt, so hat er damit sich selbst in Gefahr gebracht. Er kann natürlich rausgestossen worden sein, er kann aber auch dabei rausgefallen sein. Beides furchtbar aber hört doch endlich auf die Stimmung vor dem Derby mit Vermutungen weiter aufzuheizen. Was, wenn er wirklich rausgefallen ist? Dann war es ein Unfall. Die anderen zwei "Helden" leben ja auch noch, scheinen ihren Kumpel wohl aber nicht vermisst zu haben. Handy? Hätten die sicher auch keins? Ja und der Zugführer diese Superpflaume hat auch nichts gemerkt. Klar, wer's glaubt.....

22.10.2016 13:05 Katerspeedy 20

AN @SCHNELLER Hund ( 9 )
Also ich verwässere ja nun mal gar nix . Die Tat ist abscheulich und abartig. Mir geht es einfach nur nicht in den Sinn warum der Junge Mann erst nach einer Stunde gefunden wurde ,obwohl sofort Hilfe gerufen werden muss. Und da nehme ich als aller erstes den Lokführer in die Pflicht . Selbst wenn er Angst vor den Pöbel hatte, muß er einen Notruf absetzen und anhalten .
Das man die Schuldigen fassen muss und hart bestrafen soll steht außer Frage. Denn diese Leute sind allgemein gefährlich und gehören in den Knast !!!