Einzelhandel Diskussion über mögliches Ende der Maskenpflicht in Geschäften

In Sachsen-Anhalt wird über ein mögliches Ende der Maskenpflicht diskutiert. Mehrere Landespolitiker haben die Debatte angeregt. Darunter Sozialministerin Grimm-Benne und Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper. Im öffentlichen Nahverkehr solle die Maskenpflicht hingegen beibehalten werden.

Eine Frau trägt eine Schutzmaske und Handschuhe bei ihrem Einkauf in einem Supermarkt.
In Sachsen-Anhalt wird über ein Ende der Maskenpflicht beim Einkaufen diskutiert. Bildrechte: imago images/Eibner Europa

Noch gilt beim Einkaufen in Sachsen-Anhalt Maskenpflicht. Doch das könnte sich bald ändern. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hat sich für eine Abschaffung im Handel ausgesprochen. Trümper sagte MDR SACHSEN-ANHALT, trotz der bestehenden Atemschutz-Pflicht beim Einkaufen gebe es Infektionsfälle. Es bestehe also keine eindeutige Beziehung zwischen dem Tragen einer Maske und Corona-Neuinfektionen. "Beim Einkaufen wäre ich sehr froh, wenn das nicht so wäre", sagt der Oberbürgermeister. In Straßenbahnen etwa sollte nach Trümpers Worten die Maskenpflicht dagegen beibehalten werden, "weil man da nicht ausweichen kann und nah beieinander ist."

Landespolitiker stoßen Diskussion ebenfalls an

Auch Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hat eine Diskussion über die Maskenpflicht angeregt. Sie wolle darüber reden, überall dort, wo Abstand eingehalten werden könne. Sie teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit: "Es geht nicht darum, keine Vorgaben mehr zu machen." Es gebe Festlegungen dazu, dass nur eine bestimmte Anzahl Personen gleichzeitig in einem Geschäft sein dürften. Dies sollte beibehalten werden, so Grimm-Benne. "Die Kunden haben dann die Möglichkeit, auf Abstand zu achten."

Hingegen sei Maskenpflicht dort wichtig, wo Abstand nicht eingehalten werden könne, insbesondere im ÖPNV, und wo es gelte, gefährdete und anfällige Gruppen zu schützen, wie etwa in Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen.

Zugleich appellierte Grimm-Benne, Masken sachgerecht zu tragen, ansonsten suggerierten sie eine falsche Sicherheit.

#MDRklärt Pro/Contra Mundschutz

Mundschutzmasken werden zur Pflicht in einigen Regionen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das große Missverständnis ist, dass die meisten Masken den Träger nicht schützen. Trotzdem gibt es Vorteile.

Pro/Contra Mundschutz
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Pro/Contra Mundschutz
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Mundschutzmasken sind Mangelware und werden von Medizinern benötigt.
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 31. März 2020 | 14:00 Uhr

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Auch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann sieht es als notwendig an, über die Maskenpflicht zu diskutieren. Auch er ist der Ansicht, dass es auf den Abstand ankomme. Dem Handel könne dementsprechend mehr Handlungspielraum gegeben werden.

Armin Willingmann
Wirtschaftsminister Armin Willingmann hat eine Diskussion über die Maskenpflicht angestoßen. Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Aus meiner Sicht könnten Masken künftig überall dort in der Tasche bleiben, wo sich der Mindestabstand zwischen den Menschen konsequent einhalten lässt.

Wirtschaftsminister Armin Willingmann

Willingmann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass auf dem Weg in eine neue Normalität alle Maßnahmen, auch strenge Schutzregeln immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden müssten. Händler sollten demnach die Möglichkeit erhalten, eigenverantwortlich zu entscheiden, ob sie auf einer Maskenpflicht in ihren Geschäften bestehen, wenn die notwendigen Abstände eingehalten werden. Neben dem Wohlfühlfaktor beim Einkaufen dürfe freilich auch das Sicherheitsgefühl der Kunden nicht unterschätzt werden. Denn wer sich im Ladengeschäft nicht sicher fühle, der werde dieses meiden und vermutlich noch stärker online shoppen.

Abstimmung im Morgenticker

Bei einer Umfrage im Morgenticker von MDR SACHSEN-ANHALT waren die meisten Nutzer anfangs noch dafür, die Maskenpflicht beizubehalten. Die Mehrheit hatte gegen 12 Uhr Angst, dass ansonsten eine zweite Infektionswelle kommt.

Teilnehmer: 577 - Stand 06.07.2020, 12:00 Uhr

Dieser Stand hat sich jedoch im Verlauf des Tages gewandelt. Um 15:30 Uhr waren mit Abstand die meisten Teilnehmer dafür, die Maskenpflicht abzuschaffen.

Teilnehmer: 1851 - Stand: 06.07.2020, 15:30 Uhr

Quelle: MDR/pow

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 06. Juli 2020 | 09:00 Uhr

23 Kommentare

nie wieder cdu vor 3 Wochen

Jetzt wo in Deutschland die Produktion der Masken ausgebaut wird, macht die Abschaffung der Pflicht keinen Sinn.
Nun ein Vorschlag wie die Abstandsregelung von 1,5 Meter eingehalten wird.
Jeder trägt beim Einkauf eine "Fußfessel" und bekommt beim unterschreiten der 1,5 Meter Regel einen leichten Stromschlag.
Befreiung von der Fußfessel gibt es für Personen mit einem Herzschrittmacher.

nie wieder cdu vor 4 Wochen

@Elbbewohner, ich kenne viele in meinem Alter die die Maske ablehnen und wegen der Maske nicht einkaufen gehen. Wir sind in einem Alter wo eine Umstellung nicht leicht ist, aber es geht. Die treffen zum Kaffee finden jetzt im Garten statt, dass ist sogar billiger und keiner fragt nach persönlichen Angaben.
Tragen sie ihre Maske, bleiben sie gesund, ich wünsche ein langes Leben mit Alltagsmaske.

nie wieder cdu vor 4 Wochen

Weiter lesen ist hilfreich, viele kaufen im Internet weil sie die Maske ablehnen. Ich gehöre auch dazu, hab mein Leben halt umgestellt und komme immer besser zu recht.

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