Nach vermeintlichen Unstimmigkeiten Ameos und Verdi gehen mit gleichen Grundvoraussetzungen ins Gespräch

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Der Konflikt zwischen Ameos und Verdi geht weiter. Gibt es nun Tarifverhandlungen oder nicht? In der letzten Woche gab es ein erstes Sondierungsgespräch. Was das zu bedeuten hat und wie es weitergeht.

Die Ameos-Klinik von außen
Die Ameos-Kliniken werden nicht mehr bestreikt. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Mario Köhne

Letzte Woche Dienstag gab es ein erstes Treffen zwischen der regionalen Geschäftsführung von Ameos und der Gewerkschaft Verdi im Landratsamt in Bernburg. Eine absolute Neuheit, denn bis dahin gab es in der Vergangenheit keinerlei Kontakt zwischen den beiden Gesprächspartnern. Es handelte sich um ein erstes Sondierungsgespräch, mit dem Ergebnis, dass der Streik für die Zeit von vier Wochen ausgesetzt ist. Nachdem im ersten Moment alles auf einen großen Schritt hingedeutet hat, ist die Situation im Nachhinein wieder etwas undurchsichtig geworden.

Drei Fragen und Antworten zur aktuellen Situation

Zwischen der Gewerkschaft Verdi und Klinik-Betreiber Ameos gibt es offenbar Unstimmigkeiten über ein gemeinsames Gespräch kommenden Donnerstag. Woran liegt das?

Unstimmigkeiten über das geplante Gespräch scheint es generell erstmal nicht zu geben. Beide Seiten äußerten sich ähnlich gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT. Es liegt in diesem Fall einzig an der Bezeichnung. Die Gewerkschaft spricht von Tarifverhandlungen, Ameos von einem weiteren Gespräch zur Abstimmung.

Über die Inhalte des geplanten Treffens scheinen sich beide Seiten jedoch einig zu sein. Der Regionalgeschäftsführer von Ameos, Frank-Ulrich Wiener, sagt MDR SACHSEN-ANHALT: "Es gibt keinen festen Begriff für das Gespräch am Donnerstag. Die einen nennen es so, die anderen so. Wichtig ist, dass Verdi und wir uns über die Inhalte des geplanten Gesprächs einig sind."

Mitarbeiter der Ameos-Klinik Aschersleben im Streik.
Die Streiks wurden erst einmal für vier Wochen ausgesetzt. (Archivbild) Bildrechte: MDR/ Rainer Knoblauch

Ähnlich beschriebt auch die Gewerkschaft Verdi die Situation vor dem Gespräch am Donnerstag: "Wir haben vereinbart, dass es am Donnerstag um 14 Uhr zu Tarifverhandlungen kommen wird. Dass das mit der Bezeichnung unterschiedlich ist, stellt kein Problem dar, da man dies auch so auslegen kann, wie es Ameos macht", meint Oliver Greie, Landesbereichsleiter der Gewerkschaft Verdi. Greie ergänzt: "Es ist noch offen, ob es am Donnerstag wirklich zu Gesprächen über Vergütungsdetails kommt. Es müssen dafür noch einige Details geklärt werden, damit wir entscheiden können, welchen Weg wir gehen."

Am Wochenende kam etwas Unruhe auf: Da hieß es, es werde bei dem Gespräch keine Tarifverhandlungen geben. Darauf pocht Verdi aber. Woher kommt der Konflikt? Wird da nicht miteinander gesprochen?

Letzte Woche Dienstag verwendete auch Herr Wiener von Ameos noch das Wort "Tarifverhandlungen".

Frank-Ulrich Wiener, Regionalgeschäftsführer von Ameos, letzte Woche im Wortlaut

"Das Sondierungsgespräch ist in einer sehr konstruktiven und freundschaftlichen Atmosphäre abgelaufen. Wir hatten gute Gespräche und sind dann nach langem Ringen und mehreren Stunden zu einem Ergebnis gekommen – das wir nächste Woche einen Folgetermin haben, in dem wir Tarifverhandlungen aufnehmen werden."

Es hat sich jedoch nur die Wörtlichkeit verändert und nicht die Absicht dahinter. Ob es bei den Gesprächen am Donnerstag schon um konkrete Vergütungsdetails gehen wird, bleibt abzuwarten. Beide Parteien haben das erste Gespräch als sehr konstruktiv beschrieben und das sollte auch die Ausgangslage für das zweite Treffen am Donnerstag sein.

Oliver Greie von Verdi pocht auf dieses Gespräch: "Verdi geht davon aus, dass beide Seiten ihre Vereinbarungen einhalten. Das ist von unserer Seite aus die Unterbrechung des Streiks und von Seiten Ameos das Gespräch am Donnerstag."

Hat die Verwirrung zwischen beiden Parteien Auswirkungen auf die Patienten der Ameos-Kliniken, die bis vorige Woche bestreikt wurden?

Am Wochenende gab es ein informatives Flugblatt innerhalb der Gewerkschaft. Die Beschäftigen haben sich ruhig verhalten und halten ihren Teil der Abmachung ein. Sie streiken vorerst nicht weiter, wie im ersten Sondierungsgespräch vereinbart wurde.

Damit wird es auch für die Patienten der betroffenen Ameos-Kliniken keine Auswirkungen geben.

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Kevin Poweska arbeitet trimedial im Funkhaus von MDR SACHSEN-ANHALT. Aktuell ist er im fünften Semester seines Bachelors Studiengangs Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Während seines Studiums absolvierte er bereits ein Praktikum bei der Braunschweiger Zeitung.

In seiner Freizeit ist Kevin gerne sportlich aktiv: Seine Hauptambitionen liegen in den Sportarten Basketball, Tennis und Fußball - aber auch da probiert er sich gerne immer wieder neu aus. Zudem ist er journalistisch sportlich voll dabei: Kevin führt einen Blog zu den Deutschen Tennisherren und steht dabei mit den Spielern für Postgame-Interviews in regem Kontakt.

Quelle: MDR/pow

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 11. Februar 2020 | 18:00 Uhr

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