#MDRklärt Azubi-Tickets: Was der Nahverkehr für Auszubildende kostet

In Sachsen-Anhalt soll nun ein landesweites Azubi-Ticket kommen – nachdem Thüringen und Sachsen es eingeführt haben. Auch in Berlin und Brandenburg gibt es ein Ticket für das ganze Gebiet. Ein Überblick, wieviel Auszubildenden in Mitteldeutschland zahlen müssen.

Bus der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) in der Otto-Richter-Straße in Magdeburg
Will man im marego-Verkehrsverbund alle Zonen nutzen, muss man 2.220,96 Euro zahlen (ohne eventuelle Abschläge). Bildrechte: MVB/Stefan Deutsch

Landesweit mit Bussen, Straßenbahnen und Nahverkehrszügen fahren, nicht nur in der Arbeitszeit, sondern auch in der Freizeit, 365 Tage im Jahr – in Thüringen und seit 1. August 2019 auch in Sachsen ist das mit sogenannten Azubi-Tickets möglich. Die Kosten für die Auszubildenden sind dabei überschaubar.

Thüringen: 50 Euro im Monat

In Thüringen läuft seit dem 1. Oktober 2018 ein Pilotprojekt für ein landesweites Azubi-Ticket. Für 50 Euro im Monat kann hier der Nahverkehr nahezu im ganzen Land genutzt werden. Im Jahr kostet das Ticket also insgesamt 600 Euro. Das Abo-Ticket hat eine Mindestlaufzeit von 12 Monaten und berechtigt den Nutzer im ganzen Gebiet des Verkehrsverbundes Mittelthüringen (VMT) und in allen Städten und Landkreisen, die das Ticket anerkennen, mit Bus, Bahn und Straßenbahn zu fahren. Ein knappes Jahr nach Start des Projektes machen inzwischen fast alle Landkreise mit. Darüber hinaus sind die Nahverkehrszüge in ganz Thüringen in der 2. Klasse mit enthalten. Den Rest der eigentlichen Kosten übernimmt das Land.

Sachsen: 68 Euro im Monat

Auch in Sachsen gibt es seit dem 1. August 2019 ein Azubi-Ticket mit der Möglichkeit, die Karte landesweit zu nutzen. Monatlich kostet das Ticket 48 Euro für einen der sächsischen Verkehrsverbünde MDV (Mitteldeutschen Verkehrsverbund), VMS (Verkehrsverbund Mittelsachsen), VVO (Verkehrsverbund Oberelbe), VVV (Verkehrsverbund Vogtland) und ZVON (Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien). Für fünf Euro mehr kann man in zwei Verkehrsverbünden fahren und für insgesamt 68 Euro alle S-Bahnen, Nahverkehrszüge, Busse und Straßenbahnen in ganz Sachsen nutzen. Auch hier unterstützt das Land und bezahlt den fehlenden Kostenanteil.

Berlin-Brandenburg: 365 im Jahr

Noch günstiger ist das Azubi-Ticket in Brandenburg und Berlin. Hier gibt es ab dem 1. Augst 2019 ein Nahverkehrs-Abo für 365 Euro im Jahr für das ganze Gebiet. Das heißt, monatlich zahlen die Auszubildenden rund 30 Euro und können damit alle öffentlichen Verkehrsmittel im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg nutzen. Auch hier gibt es keine Zeitbeschränkung, um das Ticket zu nutzen.

Sachsen-Anhalt: Kein einheitliches Ticket

In Sachsen-Anhalt wird es dagegen teuer, will man als Auszubildender mit einer Karte und allen Nahverkehrsarten quer durch das Land fahren. Ein einheitliches Länder-Azubi-Ticket existiert noch nicht. So zahlen Azubis allein für die Tarifzone Magdeburg pro Monat 38,68 Euro mit der ermäßigten Abo-Monatskarte. Im Jahr kommen so 464,16 Euro zusammen – eventuelle Rabatte nicht berücksichtigt. Wollte ein Auszubildender alle marego-Tarifzonen, also von Oebisfelde bis Könnern und von Hoym bis Genthin, mit dem öffentlichen Nahverkehr nutzen, müsste er pro Monat 185,08 zahlen – im Jahr also 2.220,96 Euro (ohne eventuelle Abschläge).

Doch im Moment ist nun auch in Sachsen-Anhalt Bewegung in die Frage der Nahverkehrstickets gekommen. Am Montag fasste Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) die Diskussion zusammen: "Es geht nicht um die Frage, ob und wie wir ein Azubi-Ticket einführen, sondern darum, ab wann und wer es bezahlt."

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 12. August 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2019, 19:05 Uhr

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