#MDRklärt Darum dürfen in Sachsen-Anhalt Krokodile gehalten werden

Was haben Kaninchen und Krokodile gemeinsam? Beide dürfen in Sachsen-Anhalt von Privatpersonen gehalten werden. Die Besitzer müssen darauf achten, dass sie artgerecht leben können und weder Menschen verletzen noch Eigentum beschädigen. Das gilt für Kaninchen- wie für Krokodil-Besitzer.
Ein Gesetz, dass das Halten von gefährlichen Tieren beschränkt oder gar verbietet, gibt es in Sachsen-Anhalt seit 2003 nicht mehr.

Zwar könnten die Kommunen das Halten von gefährlichen Tieren noch immer verbieten, dies ist aber laut Umweltministerium noch nie vorgekommen. Auch nicht bei zwei Löwen, die ein Mann in der Börde gehalten hat und die 2015 aus ihrem Gehege ausgebrochen waren.

Einen Unterschied gibt es zwischen Kaninchen und Krokodilen dann aber doch noch:
Während man Kaninchen bequem in Tierhandlungen kaufen kann, unterliegt der Handel mit exotischen Tieren strengen Regeln.

Darum dürfen in Sachsen-Anhalt Krokodile gehalten werden
Bildrechte: MDRklärt, pixabay
Darum dürfen in Sachsen-Anhalt Krokodile gehalten werden
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1993 trat Verordnung zum Halten gefährlicher Tiere in Kraft. Sie galt aber nur bis 2003 und wurde nicht verlängert. Jetzt wird es über drei Gesetze geregelt: Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt (SOG LSA) und das Tierschutzgesetz (TierSchG)
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Die Körperlich Unversehrtheit und das Eigentum anderer muss geschützt werden. Das bedeutet, ein Krokodil darf sich nicht frei umherbewegen und es müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, damit Schäden durch das Krokodil verhindert werden. (§ 121 OWiG)
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Das heißt, man darf mit einem Krokodil nicht gemütlich durch den Park spazieren gehen und es muss in ein Gehege.
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2. Theoretisch kann eine Kommune aber noch weitere Vorschriften machen oder es gar verbieten, wenn sie fürchtet, das Krokodil könnte eine Gefahr sein. (§ 94 SOG LSA)
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Praktisch kam das laut Umweltministerium noch nie vor, selbst nicht bei Löwen.
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Das Krokodil muss artgerecht gehalten werden, was von den Landkreisen kontrolliert werden darf. (§ 2, § 11 und § 16 TierSchG)
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Das bedeutet, ein Krokodil darf nicht in der Badewanne gehalten werden oder  vegetarisch ernährt werden.
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Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 07. September 2020 | 08:00 Uhr

Quelle: MDR/mx
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