#MDRklärt Hier stehen alte Industrie-Ruinen

Einst Symbole der wirtschaftlichen Stärke der Region – heute nur noch Ruinen. In vielen Städten stehen verlassene Industriegebäude. Eine Initiative will sie alle katalogisieren und ihnen einen neuen Sinn geben.

Eine alte Industrie-Ruine
Am Saaleufer verfällt die alte Brauerei der Stadt Halle. Bildrechte: Industriekultur Ost

Groß, pompös, verfallen. Alte Fabrikruinen sind die Zeugen einer Zeit, in der noch keine virtuellen Güter am Computer erzeugt wurden, sondern etwas handfestes: Stahl, Motoren oder Automaten.

Einige dieser alten Fabriken wurden zu DDR-Zeiten errichtet. Andere stammen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, als die deutsche Industrie boomte. Heute sind viele dieser Gebäude, die Weltkriege und Wirtschaftkrisen überlebt haben, nicht mehr als Ruinen, die langsam verfallen.

#MDRklärt Hier stehen alte Industrie-Ruinen in Sachsen-Anhalt

Eine Industrie-Ruine
Bildrechte: Industriekultur Ost
Eine Industrie-Ruine
Bildrechte: Industriekultur Ost
Eine Industrie-Ruine
Bildrechte: Industriekultur Ost
Eine Industrie-Ruine
Bildrechte: Industriekultur Ost
Eine Industrie-Ruine
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Eine Industrie-Ruine
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Eine Industrie-Ruine
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Eine Industrie-Ruine
Bildrechte: Industriekultur Ost
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Mehr als nur Ruinen aus vergangener Zeit

Die Initiative "Industriekultur Ost" sucht diese Ruinen und sammelt Bilder und Informationen über die ehemaligen Fabriken. "Es handelt sich dabei um viel mehr als nur Ruinen aus vergangenen Zeiten", sagt Marco Dziallas von Industriekultur Ost. "Wir sehen in erster Linie die Ressourcen in kultureller, wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Hinsicht. Unsere Fantasie fragt sofort: Was könnte denn damit werden?" Vorstellbar seien zum Beispiel oft Büroräume oder Ateliers für Künstler.

Mögliche Investoren auf Gebäude aufmerksam machen

Die Initiative katalogisiert aber nicht nur alte Industriepaläste. Sie rettet auch alte Maschinen wie Webstühle und versucht, die Geschichte der Industrie im Osten zu vermitteln und den Ruinen wieder einen Wert zu geben.

In Glauchau in Sachsen konnte die Initiative etwa Investoren und Vertreter der Stadt zusammenbringen, um einem großen Industriekomplex mitten in der Stadt wieder Leben einzuhauchen. "Über Facebook haben wir quasi Öffentlichkeit und das Interesse von Investoren gewonnen. Diese sind dann auf uns und dann auf die Stadt zugegangen. So vernetzen wir verschiedene Akteure im Gespräch. Wir haben vermittelt, der Erfolg ist offen", sagt Dziallas.

Zeitzeugen gesucht

Über 400 Objekte hat das Team der "Industriekultur Ost" bereits katalogisiert. Vor allem in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Am wichtigsten seien die Grunddaten, sagt Dziallas. Also Baujahr, Bauzeit, Architekten, die Nutzung, den aktuellen Zustand und ob das Gebäude unter Denkmalschutz steht.

Man könnte eigentlich sieben Tage die Woche kreuz und quer durch Ostdeutschland fahren und die Überreste der Industriekultur anschauen.

Marco Dziallas Industriekultur Ost

Die Initiative sucht auch nach Zeitzeugen, die noch in den alten Fabriken gearbeitet haben und noch alte Materialien haben, welche die Initiative aufbewahren kann.

Quelle: MDR/mx

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. Juli 2020 | 18:05 Uhr

2 Kommentare

wer auch immer vor 17 Wochen

Auch alte große Gehöfte auf dem Lande sind oft sehr schön in ihrer Gesamtheit.
Sollte auch berücksichtigt werden.
Altes Kulturgut sollte bewahrt werden.

Zeitgeist vor 17 Wochen

Ist ja nett Nun merken es auch Andere. Ich über seit Jahren schon Kritik an diesen Verbrechen. Die Verursacher sind bekannt.

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