Ein roter Mond am Himmel
Freitagnacht wird der Mond über Sachsen-Anhalt rot scheinen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Jahrhundert-Mondfinsternis Blutroter Mond über Sachsen-Anhalt

In der Nacht von Freitag zu Sonnabend verfinstert sich der Mond. Das Naturspektakel dauert insgesamt etwa von 20:30 Uhr bis kurz nach Mitternacht. Eine Stunde und 43 Minuten davon soll der Mond komplett vom Erdschatten bedeckt sein. Damit ist diese totale Mondfinsternis das längste derartige Himmelereignis in diesem Jahrhundert. Der Mond erscheint währenddessen blutrot.

Ein roter Mond am Himmel
Freitagnacht wird der Mond über Sachsen-Anhalt rot scheinen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

So kann man die Mondfinsternis am besten beobachten

Dunkle Orte eignen sich besonders gut, um den roten Mond zu sehen. Empfehlenswert sind also beispielsweise die Goitzsche in Bitterfeld sowie die Marina in Mücheln oder Braunsbedra. Ansonsten sollten sich Hobby-Astronomen Hügel ohne Bäume suchen. Wichtig ist freie Sicht nach Osten und Süden.

Am besten klappt die Himmelsbeobachtung natürlich mit einem richtigen Teleskop. Planetarien im Land schieben wegen der Mondfinsternis Nachtschicht. Allein in der Sternwarte Merseburg haben sich etwa 500 Besucher angemeldet, um ab 20 Uhr die Mondfinsternis am Ufer des Gotthardteichs zu beobachten. In Halle kann die Mondfinsternis ab 21 Uhr mit Teleskopen vom Turm der ehemaligen Physik der Universität am Friedemann-Bach-Platz sowie am Wasserspielplatz Heide-Süd in der Scharnhorststraße beobachtet werden.



In Magdeburg lädt das Astronomische Zentrum dazu ein, ab 19 Uhr die Mondfinsternis vom Jahrtausendturm aus zu beobachten. Der Eintritt kostet drei Euro.

Wer es in der Nacht nicht nach draußen oder in eine Sternwarte schafft: MDR Wissen überträgt die Mondfinsternis im Livestream ab etwa 20:50 Uhr.

Das passiert bei der totalen Mondfinsternis

Zunächst einmal muss Vollmond sein. Das ist an sich kein ungewöhnliches Ereignis, aber notwendige Voraussetzung für eine Mondfinsternis: Denn dann steht die Erde zwischen Mond und Sonne. Bei einer Mondfinsternis wandert der Erdtrabant durch den Schatten, den die Erde wegen der Sonne wirft. Da der Mond selbst nicht strahlt, sondern nur von der Sonne zum Leuchten gebracht wird, wird es auf dem Mond dann dunkel. Vollständig im Schatten der Erde verschwindet der Mond am Freitag von etwa 21:30 Uhr bis 23:13 Uhr. Um 22:22 Uhr soll die maximale Finsternis erreicht werden.

Von der Erde aus betrachtet ist das Spektakel ziemlich beeindruckend. Denn der Mond verfärbt sich bei der Mondfinsternis blutrot. Das liegt daran, dass die Atmosphäre um die Erde herum das rote Licht der Sonne umlenkt. Dieses Licht erreicht den eigentlich verdunkelten Mond. Darum leuchtet der Vollmond bei einer Mondfinsternis rötlich.

Darauf sollten Sternengucker außerdem achten

Blick von der ISS auf die Erde
Freitagnacht kann nicht nur von der ISS die Erde gesehen werden, sondern von der Erde ist auch die ISS zu erkennen. (Archivbild) Bildrechte: MDR/NASA

Abgesehen vom "Blutmond" wird auch der Planet Mars am Freitagabend gut am Nachthimmel zu erkennen sein: Denn der Mars ist der Erde so nah wie selten. Auch der Saturn ist zu sehen. Mit dem Fernglas sind auch die berühmten Ringe sichtbar. Und damit noch nicht genug: Die Internationale Raumstation ISS fliegt in dieser Nacht über Deutschland. Gegen 22:30 Uhr wird sie von der bereits untergegangenen Sonne angestrahlt und ist daher für etwa sechs Minuten mit bloßem Auge zu erkennen.

Die Chancen stehen in Sachsen-Anhalt laut Wettervorhersage ganz gut, dass der Himmel in der Nacht wolkenlos bleibt: Gebietsweise soll es aufklaren. Allerdings sind einzelne Schauer und Gewitter noch möglich.

Mythologische Erklärungen für eine Mondfinsternis

Die Germanen, Wikinger und andere nordische Völker glaubten, dass ein riesiger Wolf die Ursache einer Mondfinsternis wäre. Diesem Wolf gab man den Namen "Hati" (Hass). Die Menschen glaubten also, der Wolf des Hasses versuche, den Mond zu verschlingen. Im alten China war dieser Wolf des Hasses ein Drache des Chaos: In der Vorstellung verschlang dieser Drache den Mond und gab ihn erst wieder frei, wenn auf der Erde Lärm und Krach gemacht wurden.

Im antiken Griechenland glaubte man, dass Hexen die Ursache seien, dass sich der Mond rot färbt. Die Amazonas-Indianer erklärten sich das Phänomen damit, dass der Mond von einem Pfeil verwundet wurde – und daher blutet.

Aktionen zur Mondfinsternis in Mitteldeutschland

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Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. Juli 2018 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2018, 19:54 Uhr

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