27.10.2020 | Sachsen-Anhalt am Morgen Mehrere Corona-Hotspots im Land: Betroffene Kreise verschärfen ihre Regeln

Mandy Ganske-Zapf
Bildrechte: MDR/André Plaul

Die registrierten Corona-Neuinfektionen in den Landkreisen steigen teils spürbar an, in Magdeburg zuletzt sprunghaft. Die Landesregierung will heute zu weiteren möglichen Eindämmungsmaßnahmen informieren. Und: Neun Neuinfektionen in einem Pflegeheim in der Altmark. Außerdem: Fahrradbauer in Sangerhausen hat wohl mehr als 100.000 Euro Mietrückstände. – All das im Morgenticker zum Nachlesen.

Corona.
In Sachsen-Anhalt reagieren die Landkreise auf das jeweils vorliegende Infektionsgeschehen. Bildrechte: dpa, MDR

Das Wichtigste am Morgen

11:08 Uhr | Machen Sie es gut!

Mit diesem ausgeruhten Stück Bau- und Hochwassergeschichte verabschiede ich mich vom Ticker für heute und wünsche Ihnen an dieser Stelle noch einen schönen Tag! Ab Mittwoch können Sie mit meinem Kollegen Michael Rosebrock in den Morgen starten, der den Ticker bis Freitag in der Hand hat. Ich lasse mal ein Bild da, das er derweil aus Stendal mitgebracht hat, wo selbst Winckelmann Mundschutz trägt. Ein Bild, das zeigt, wie diese Zeit und dieses lange Jahr uns prägt. Lassen Sie es sich gut gehen, trotz allem, und genießen Sie die Sonne!

Die Winckelmann-Statue in Stendal trägt einen schwarzen Mund-Nasen-Schutz.
Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

10:52 Uhr | Wir prosten diesem Bauwerk zu! Das Pretziener Wehr wird 145 Jahre

So ein Bauwerk kann schon bescheiden in der Gegend rumstehen. Aber es gibt Jahre, da wird allen ersichtlich, wie wichtig es eigentlich ist. So wie beim Pretziener Wehr. (Wer es täglich mit seinem stillen Dasein zu schätzen weiß, den nehme ich hier natürlich aus). 2002, beim ersten Jahrhunderthochwasser, wurde jedenfalls nachgemessen, welche Entlastung das Wehr bringt.

Meine Kollegein Annette Schneider-Solis hat sich das genauer angeschaut und schreibt, dass diesen Berechungen nach damals, am 19. August 2002, rund 1050 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Umflutkanal abflossen. Das war knapp ein Viertel des Elbwassers, das damals durch Barby rauschte. Schon beeindruckend, finde ich. Dadurch sei der Wasserspiegel in Schönebeck in der Elbe um 70 Zentimeter und in Magdeburg um 50 Zentimeter gesenkt worden. Hier eine kleine Huldigung an das Pretziener Wehrs und warum die Anfänge weniger glorreich waren.

10:32 Uhr | Mehr Hartz-IV-Anträge von Selbstständigen

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie treffen Selbstständige. In Sachsen-Anhalt haben wegen der Corona-Krise zahlreiche Selbstständige Hartz IV beantragen müssen. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mit. Die Hartz IV-Neuanträge von Selbstständigen seien von 50 im März dieses Jahres auf rund 1470 Anträge im April angestiegen. Darunter waren auch sogenannte Solo-Selbstständige, wie es sie oft in der Kultur- und Unterhaltungsbranche gibt. Die Menschen meldeten sie sich bei den Jobcentern, da sie einen erheblichen Ausfall an Einnahmen oder gar keine Einnahmen mehr hatten.

10:20 Uhr | Jäger im Burgenlandkreis sollen bis zu 3.000 Wildschweine schießen

Die Jäger wollen gegen die Schweinepest vorgehen.
Die Jägerschaft im Burgenlandkreis soll Wildschweine schießen können, um der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen. Bildrechte: MDR/Marie-Luise Luther

Die Afrikanische Schweinepest bereitet Jägern, aber auch der Politik weiter Sorgen. Damit sie nicht nach Sachsen-Anhalt kommt, wurden bereits verschiedene Maßnahmen diskutiert. Die Jägerschaft des Burgenlandkreises und Landrat Götz Ulrich haben nun einen Pakt zur Eindämmung der afrikanischen Schweinepest, der vorsieht, das bis zu 3.000 Schwarzkittel geschossen werden sollen.

Auch das Jerichower Land zeigt sich weiter wachsam und will die Lage alle drei Wochen bewerten. Auch über den Einsatz von Wärmebildkameras bei der Suche nach infiziertem Wild wird nachgedacht. Wie der Landkreis mitteilte, hat sich nach einigen Fällen in Brandenburg die Situation verschärft, so dass der Kreis auch hier einer möglichen Ausbreitung entgegen treten will.

09:59 Uhr | Richtfest zum neuen Planetarium in Halle – online

Ein kurzer Blick in die Sterne, zumindest in die Zukunft des neuen Planetariums in Halle. Das soll das größte des Landes werden und heute wird der Richtkranz angebracht. Dass also schon ordentlich etwas auf der Baustelle geschafft wurde, ist die eine Nachricht. Die andere Nachricht, dass dieses feierliche Ritual ins Netz gestreamt wird. Ein Richtfest online zum Mitschauen – das gibt es auf der Internetseite der Stadt Halle heute ab 15 Uhr.

Und hier erinnere ich an einen Vorbericht meiner Kollegin Maria Hendrischke, die die Pläne für das neue Planetarium im Sommer erst genauer angeschaut hatte:

09:41 Uhr | Dehoga fordert von der Landesregierung: Beherbungsverbot zurücknehmen

Das Gezerre um die Frage, ob Urlauber aus Risikogebieten einen aktuellen negativen Coronatest benötigen, geht in Sachsen-Anhalt weiter. Denn der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert von der Landesregierung dieses Beherbergungsverbot zurückzunehmen – und zwar noch bevor ein Gericht darüber entscheide. Es stelle eine starke Wettbewerbsverzerrung dar. Die Dehoga spricht von einer "Stornierungswelle höchsten Ausmaßes", die damit einhergegangen sei.

In einigen Bundesländern hatten Gerichte die Regelung bereits kassiert, weil die Auswirkungen auf die Ausbreitung des Coronavirus zweifelhaft seien. In anderen Ländern kippten die Landesregierungen das Verbot selbst. Dadurch würden viele Touristen auf Nachbarbundesländer ausweichen, so der Verband. Beim Oberverwaltungsgericht Magdeburg sind zwei Klagen gegen die Regelung anhängig. Das Gericht hatte die Landesregierung aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen. Das habe die Landesregierung noch immer nicht getan, kritisiert der Dehoga.

09:28 Uhr | Prozess gegen Angeklagten zum Mord an Ex-Polizisten wird fortgesetzt

Es ist ein aufsehenerrender Fall im Kreis Wittenberg, der Prozess um den Mord an einem Ex-Polizisten in Zahna. Der geht jetzt auf die Zielgerade: Am Landgericht in Dessau sollen heute die Gutachter aussagen. Der Rechtsmediziner soll Angaben zu den Verletzungen des 77-jährigen Opfers machen, die zu dessen Tod führten. Der psychiatrische Gutachter soll zur Schuldfähigkeit des Angeklagten aussagen. Dieser schweigt bisher zu allen Vorwürfen. Dem Mann aus Seyda wird vorgeworfen, sein Opfer, einen Ex-Polizisten, verschleppt und gefoltert zu haben. Er soll das Opfer später in einen Wassergraben gelegt haben, wo der Mann ertrank. Tatmotiv soll Rache gewesen sein, weil der frühere Beamte in einem Strafverfahren gegen den Angeklagten ausgesagt hatte. Das Urteil wird in der kommenden Woche erwartet.

09:08 Uhr | Neun Neuinfektionen in Altmärker Pflegeheim

Die Altmark ist dünn besiedelt, doch auch hier gibt es das Coronavirus. Und wie der Altmarkkreis Salzwedel meldet, sind neun Neuinfektionen in einem Pflegeheim im Bereich Kalbe registriert worden. Bei den Betroffenen handelt es sich demnach um Mitarbeiter und Bewohner des Heims. In der Westaltmark gelten aktuell 19 Personen als aktiv infiziert. Der Landkreis Stendal vermeldet vier neue Infizierte.

Gerade bei Alten- und Pflegeheimen sind die wirksamen Schutzmechanismen für diese Risikogruppen noch nicht gefunden. Im Land gibt es bislang bei den Corona-Tests Stichproben in den Heimen. Viele erhoffen sich große Testungen bei Mitarbeitern und Bewohnern durch die Schnelltests, die kommen sollen. Der Virologe Alexander Kekulé sagt im aktuellen MDR-Podcast "Kekulés Corona-Kompass", solche Tests seien etwa eine gute Lösung bei Besuchen von Bewohnern. Allerdings dämpft er auch Erwartungen: "Das Hauptproblem sind die Lieferzeiten der Tests. Die müsste man quasi nächste Woche haben."

08:50 Uhr | SPD und CDU sagen große Parteiveranstaltungen für den Herbst ab

Das aktuelle Infektionsgeschehen mit dem Coronavirus lässt viele im Land aufhorschen, auch die Parteien mit ihren Plänen für die Landesparteitage im Herbst. Die SPD Sachsen-Anhalt hat einen für kommende Woche geplanten Parteitag verschoben und sieht sich nun nach alternativen Formaten um. Wie die Partei weiter mitteilte, werde auch ein digitaler Parteitag geprüft.

Bei der CDU Sachsen-Anhalt war eigentlich für den 21. November die Wahl der Landtagskandidaten vorgesehen, diese soll nun, wie es heißt, auf den 8. November vorgezogen und mit kleiner angesetzten Vertreterversammlung umgesetzt werden. Ein Landesparteitag, bei dem auch der Landesvorstand gewählt werden sollte, werde nun statt für Ende Januar 2021 erst für Oktober kommenden Jahres geplant. CDU-Landeschef Holger Stahlknecht teilte mit, Präsenzveranstaltungen sollten so gering und so klein wie möglich ausgestaltet werden. An einer Klausurtagung des erweiterten Parteivorstands mit den Kreisvorsitzenden in Neugattersleben am 6. und 7. November hält die CDU fest.

08:23 Uhr | Tanne für den Magdeburger Weihnachtsmarkt kommt aus Langenweddingen

Die Weihnachtstanne für den Magdeburger Weihnachtsmarkt ist ausgewählt, eine prächtige Fichte, die bei Familie Stieger in Langenweddingen steht. Noch, denn am 5. November soll sie gefällt werden. Dafür rücken dann Firmen mit Kran und Bauwerkzeug an, die sie mitnehmen zum Alten Markt in die Landeshauptstadt bringen sollen. Das teilte die Magdeburger Weihnachtsmarkt GmbH mit. Der Weihnachtsmarkt ist für dieses Jahr bislang auf weitläufiger Fläche geplant, genaue Regeln will die Stadt – auch angesichts gestiegener Neuinfektionen mit dem Coronavirus – noch mitteilen, doch der Baum ist schon mal klar gemacht. Die Eröffnung soll es ohne Tamtam am 19. November geben.

Zwei Menschen stehen vor einer hochgewachsenen Fichte.
Noch steht der Weihnachtsbaum im Garten. Bildrechte: Magdeburger Weihnachtsmarkt GmbH

08:02 Uhr | Überfall auf Supermarkt in Halle

Das war ganz sicher ein Riesenschreck für die Kassierin: In Halle hat ein Unbekannter einen Supermarkt überfallen und die Kassiererin dort bedroht, um an das Bargeld zu kommen. Wie die Polizei am Abend noch weiter mitgeteilt hat, könnte dabei auch eine Pistole im Spiel gewesen sein. Denn es sei ein dieser Waffe ähnlich aussehenden Gegenstand verwendet worden. Wie viel der Räuber aus der Kasse erbeuten konnte, blieb zunächst unklar, er flüchtete mit einem Fahrrad Richtung Innenstadt. Die Kassiererin blieb unverletzt.

07:51 Uhr | Kosten für Flüchtlingsunterkünfte gestiegen

Dass Mieten steigen, spüren die Menschen in Sachsen-Anhalt zunehmend. Wer länger nicht umgezogen ist, guckt sich doch ziemlich um, wenn er feststellt, dass der Wind sich gedreht hat. Zumindest höre ich das aus meinem Bekanntenkreis. Doch diese Entwicklung wirkt sich zunehmend auf die Kommunen aus, etwa wenn es um Ausgaben für das Anmieten von Flüchtlingsunterkünften geht. Die Kosten seien dafür stellenweise stark gestiegen. Das zeigen Stichproben und Zahlen der Jobcenzter beziehungsweise Arbeitsagenturen. Bei MDR AKTUELL hat André Seifert genauer hingeschaut, hier lesen sie seine Recherche zu den Zahlen, die noch ganz andere Faktoren zutage fördert:

07:37 Uhr | Immatrikulationsfeier an der Uni Halle nun komplett digital

Studieren während einer Pandemie ist eine Herausforderung für Studierende und Lehrende. Seit dem vergangenen Semester läuft unheimlich viel digital, Selbstudium und Online-Lehre sind die Regel. Nun sieht sich die Universität Halle auch dazu gezwungen, ihre Immatrikulationsfeier für die 4.000 Erstsemesterer ins Virtuelle zu verlegen. Ursprünglich sollten in der Händel-Halle wenigstens jeweils bis zu 500 Studierende in drei Durchgängen persönlich feierlich begrüßt werden. Und für die Mehrheit waren zum Verfolgen der Feierlichkeiten laut Universität bereits Livestreams geplant. Nun wird alles anders.

Allerdings, das betonte Rektor Christian Tietje, sei bisher keine Grundsatzentscheidung für ein reines Online-Semester gefallen. Wie sich das Semester hinsichtlich der Präsenzlehre gestalte, werde sich in den kommenden Tagen entscheiden und immer wieder justiert werden müssen.

07:11 Uhr | Corona: 46 Neuinfektionen in Magdeburg gehen wohl auf eine Party zurück

Lassen Sie uns noch einmal genauer auf Magdeburg schauen, weil dort die Zahl der Neuinfektionen sehr sprunghaft übers Wochenende angestiegen war. Den Angaben der Stadt nach sind am Wochenende insgesamt 43 Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden, weitere 50 positive Testergebnisse seien am Montag hinzu gekommen. Die Stadt teilte weiter mit, dem Gesundheitsamt sei bei 46 Fällen dieselbe Ansteckungsquelle bekannt: Die Betroffenen hätten alle am vorvergangenen Wochenende dieselbe Party besucht. Eine Art Oktoberfest, wie es heißt, mit 120 Gästen. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er sei sauer über solche "unsinnigen Veranstaltungen".

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper auf einer Pressekonferenz.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das ist ganz grober Unfug, so etwas zu machen. Man schädigt damit die ganze Stadt und bringt andere Gastronomen in Misskredit. Das muss definitv unterbleiben. Da werden wir mit allerhärtesten Strafen vorgehen.

Oberbürgermeister Lutz Trümper

06:53 Uhr | Entscheidung über Kulturhauptstadt 2025 steht bevor

Noch einen Tag, dann entscheidet eine europäische Jury, welche deutsche Stadt Kulturhauptstadt Europas 2025 wird. Im Rennen ist auch Magdeburg. Heute muss sich die Stadt der Jury noch einmal digital präsentieren. Meine Kollegen haben sich in Magdeburg umgehört und Meinungen gesammelt, warum Magdeburg das Rennen machen sollte oder könnte – und was man sich davon erhoffen würde.

Kurz vor der Entscheidung "Wir können einiges reißen" – Magdeburg hofft auf Titel Kulturhauptstadt

Am Mittwoch wird entschieden, welche Stadt 2025 Europäische Kulturhauptstadt wird. Magdeburg ist noch im Rennen: So schätzen Magdeburger Köpfe aus Wissenschaft und Kultur die Chancen der Stadt ein – und die Konkurrenz.

Grauhaariger Mann mit Brille in Hemd und Blazer mit Tuchschal
"Ich geh jetzt erstmal ganz sicher davon aus, dass wir es packen", sagt Professor Jens Strackeljan, der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg über die Bewerbung. Es kämen viele aus dem Ausland nach Magdeburg, die Kultur mitbringen, und man hätte mithilfe des Titels viel mehr Möglichkeiten, das aktiv zu nutzen. Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Grauhaariger Mann mit Brille in Hemd und Blazer mit Tuchschal
"Ich geh jetzt erstmal ganz sicher davon aus, dass wir es packen", sagt Professor Jens Strackeljan, der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg über die Bewerbung. Es kämen viele aus dem Ausland nach Magdeburg, die Kultur mitbringen, und man hätte mithilfe des Titels viel mehr Möglichkeiten, das aktiv zu nutzen. Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Blonde Frau mit Brille und rotem Schal
"Was wir davon gewinnen können, ist tatsächlich näher zusammenzurücken in der Stadtkultur: Wissenschaft, Kultur, Kunst näher zusammenzubringen", sagt Constanze Seidenbecher vom Leibniz-Institut für Neurobiologie. Der Prozess habe schon einiges bewirkt, nicht nur mit den Leuten, die involviert waren, auch mit den Bürgern, die sich gefragt hätten: Was ist denn da los? Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Mann mit Käppi in schwarzer Wetterjacke
Magdeburg oder Chemnitz wird es, denkt Florian Sosnowski von den "Urbanpiraten". Magdeburg habe viel Potenzial, sodass "wir hier einiges reißen können und ich hoffe, dass wir bis dahin diese Spannung, Euphorie , die man jetzt die letzten Wochen so zu spüren bekommen hat, auch noch halten können." Denn immerhin seien es noch fünf Jahre, bis man den Titel dann wirklich feiern könne. Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Braunhaaarige Frau in weißer Bluse und Blazer
"Wir haben der Jury gezeigt, dass wir für diese Kulturhauptstadt-Bewerbung auch richtig brennen", sagt Professorin Anne Lequy, Rektorin der Hochschule Magdeburg-Stendal. Sie hofft, die Jury lasse sich von diesem "Spirit" anstecken. Die Stadt werde von vielen Menschen unterstützt und der Prozess habe schon einiges verändert. Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Weißhaariger Mann mit Hemd und Blazer und Brille
"Man spürte eine gewisse Zugewandtheit", sagt Carsten Gerth, der Leiter des Gesellschaftshauses Magdeburg, über die Jury, die bei einem digitalen Besuch vom Bewerbungsteam durch die Stadt geführt wurde. Wie viele andere der Entscheidungsträger in der Stadt – Geschäftsführer, Vereinsvorsitzende, Rektoren – war er als Vertreter der Stadt beim Livestream mit der Jury dabei. Magdeburg werde nicht vorrangig als Kulturstadt wahrgenommen, sondern eher als Stadt der Wissenschaft und Technik. Da habe die Bewerbung schon innerhalb der Stadt viel bewegt. Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Grauhaariger Mann in Wetterjacke mit WOBAU-Logo
Hannover sei auch gut, sagt Peter Lackner, der die Wohnungsbaugenossenschaft Magdeburg (WOBAU) leitet, über die Konkurrenz. "Aber die haben ja schon alles da. Wir haben hier eine richtige Chance uns zu entwickeln und diesen Entwicklungsschritt brauchen wir auch." Er sehe Magdeburg als einen Favoriten. Das Team des Bewerbungsbüros und dessen Arbeit begeistere ihn. Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Junge rothaarige Frau in Sporttrikot in der Magdeburger Innenstadt
Wenn man Magdeburg und Kultur mit Sport verbinden möchte, ist Frauenfußball ein wichtiger Punkt für Caroline Hildebrand vom Magdeburger Frauen-Fußball-Club (MDFFC). Der Frauenfußball sollte populärer werden und er sei ein Teil der Kultur. Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Grauhaariger Mann in schwarzer Wetterjacke mit Brille
Am Ende sei es auch ein bisschen Glückssache, sagt der ehemalige Beigeordnete für Kultur der Stadt, Prof. Matthias Puhle. Er ist aber zuversichtlich, beim Blick auf Magdeburgs Bewerbung: "Fantastische Projekte und auch sehr gute Themen, die da gesetzt werden. Ich bin eigentlich ziemlich optimistisch. Vor allem atmet es einen sehr starken internationalen, europäischen Geist und nimmt trotzdem die lokale Kunst- und Kulturszene mit." Seit seinem Staatsexamen sei er nicht mehr so aufgeregt gewesen, wie vor dieser Entscheidung. Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Mann in grüner Jacke mit Kapuze mit einem orangen Lastenfahrrad
Dass Magdeburg sich überhaupt beworben hat und soweit gekommen ist, findet Martin Hoffmann vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ganz wichtig. Der ADFC setze sich dafür ein, dass Radkultur ein Thema der Bewerbung ist und dass sich was für die Radkultur tut: "Ich sag mal vorsichtig: Da ist sehr viel Luft nach oben", so Hoffmann. Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Mann mit kurzen Haaren und dreitagebart in schwarzer Wetterjacke und Tuchschal
"Auch wenn es am Mittwoch nicht klappt, ist es wichtig, dass jetzt ein positives Signal ausgeht", sagt der Geschäftsführer des Kulturzentrums Festung Mark, Christian Szibor. Man müsse in der Kulturszene zusammenwachsen, so wie man es zu Beginn der Corona-Krise bereits getan habe. Und "der Kultur ihren Raum geben, den sie in dieser Stadt braucht." Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Dunkelblonde Frau mit schulterlangen Haare und Jeanshemd
Nachhaltige Verbindungen habe der Bewerbungsprozess bereits geschaffen, sagt Laura Busch vom Theater Magdeburg. Die Bewerbung habe alle ins Boot geholt aus Technik, Wissenschaft, Theater. Sie glaubt, dass die Verbindungen und Konstellationen erhalten bleiben werden und neue Projekte und neue Kultur daraus geschöpft werden könne.

Quelle: MDR/jh
Bildrechte: MDR/Sören Thümler
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 26. Oktober 2020 | 08:30 Uhr

06:26 Uhr | Fahrradbauer in Sangerhausen wieder in Schieflage?

Eine Meldung aus Sangerhausen, wo es ja lange eine Berg- und Talfahrt um den Fahrradbauer Mifa gab. Nun scheint Mifa, mittlerweile Teil der Sachsenring Bike, wieder in Gefahr zu sein. Es geht hier um Mietrückstände, mit denen sich nun der Landkreis beschäftigen muss. Die Rede ist von mehr als 100.000 Euro. Das Gelände, auf dem die Produktionshallen stehen, gehört dem Kreis. Der Kreisausschuss, zentrales Gremium, bevor der Kreistag als Ganzes für seine Entscheidungen zusammenkommt, hat bereits nach seiner Sitzung empfohlen, den Mietvertrag zu kündigen. Nun muss man sehen, ob die Kreistagsabgeordneten insgesamt dem folgen, die Sitzung ist voraussichtlich am 11. November.

06:15 Uhr | Entwarnung nach Bombendrohung an einer Berufsschule in Halle

An einer Berufsschule in Halle kam es am Montag zu großer Aufruhr: Nach einer schriftlichen Bombendrohung seien zwei Gebäude evakuiert worden. Das teilte die Polizei mit, die noch in der Nacht Entwarnung geben konnte: Sprengstoffsuchhunde hätten die beiden Berufsschulstandorte in der Innenstadt durchsucht, Sprengstoff sei keiner gefunden worden. Die Bombendrohung kam den Angaben nach per E-Mail an die Schulleitung. Nun also aufatmen.

06:01 Uhr | Mehrere Corona-Hotspots im Land: Betroffene Kreise verschärfen ihre Regeln

In einzelnen Regionen des Landes gab es bereits viel Bewegung. Hintergrund ist das teils unterschiedlich ausgeprägte Infektionsgeschehen. Vier Landkreise sowie Halle und – neu – auch Magdeburg sind stark betroffen. Ein Überblick:

  • Magdeburg: Die registrierten Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen auf 100.000 Einwohner liegen bei 79. Die Stadt kündigte zu Mittwoch verschärfte Regeln an.
  • Salzlandkreis: Die registrierten Neuinfektionen im Salzlandkreis waren laut Kreisverwaltung über das Wochenende stark angestiegen, seit Freitag um 40 neue Fälle. Deshalb gibt es ab sofort eine Maskenpflicht im Freien - und zwar dort, wo sich eineinhalb Meter Abstand nicht einhalten lassen.
  • Mansfeld-Südharz: Landrätin Angelika Klein hat auf die gestiegenen Zahlen mit einer neu erlassenen Allgemeinverfügung reagiert, laut der unter anderem bei privaten Feiern in geschlossenen Räumen nur noch 20 Personen erlaubt sind.
  • Burgenlandkreis: Die erlaubte Anzahl auf Privatfeiern in geschlossenen Räumen wurde 15 reduziert. Fachkundige Feiern sind bis 75 zulässig.
  • Halle: Die Stadt Halle reagierte bereits vergangene Woche, etwa mit einer Maskenpflicht innerhalb des Altstadtrings.
  • Jerichower Land: Private Feiern dürfen nur noch 20 Teilnehmer haben, unabhängig von Ort und Anlass. Nur fachfundig organisierte Veranstaltungen dürfen darüber hinaus gehen.

Ab 50 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen auf 100.000 Einwohner gilt eine innerdeutsche Region als Hotspot. Die Karte unten zeigt diese Zahlen verzögert an. Zuletzt waren die Zahlen im Jerichower Land, im Burgenlandkreis, in Halle und Magdeburg so stark gestiegen. In den anderen betroffenen Kreisen berührten sie die Marke von mehr als 30, ab der in Sachsen-Anhalt bereits strengere Auflagen möglich sind.

05:37 Uhr | Deutschlandweit mehr als 11.400 Neuinfektionen, auch in Sachsen-Anhalt steigen die Zahlen spürbar

Die Lage am Morgen zum Coronavirus: Deutschlandweit gibt es laut dem Robert-Koch-Institut 11.409 neu registrierte Fälle. In Sachsen-Anhalt wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Land von Freitag bis Montag 460 neue Fälle gezählt. Demnach gelten 1259 Menschen als aktiv infiziert. Die Landesregierung will heute um 14 Uhr in einer Pressekonferenz näher darauf eingehen. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) kündigte an, es werde einen klaren Rechtsrahmen fürs weitere Krisenmanagement geben, in dem sich die Landkreise bewegen könnten.

05:22 Uhr | Wieder trockner, sogar mit ein bisschen Sonne

Der Dienstag verspricht wettertechnisch gar nicht so schlecht zu werden. Zwischen den Wolken, sagt das MDR-Wetterstudio, zeigt sich heute zeitweise die Sonne, wenn auch nicht im ganzen Land. So soll es etwa im Südharz oft grau und auch stellenweise regnerisch werden. Sonst bleibt es der Voraussage nach trocken bei Höchstwerten zwischen 10 und 13 Grad Celsius.

05:02 Uhr | Morgen!

Das ist der Morgenticker von MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstag – ich freue mich, dass Sie da sind! Mein Name ist Mandy Ganske-Zapf und bis 11 Uhr erfahren Sie hier die wichtigsten Nachrichten des Morgens und die wissenswerten Meldungen vom Abend.

Was uns heute wieder stark beschäftigen wird, sind die Reaktionen auf die gestiegenenen Zahlen bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Aber eins nach dem anderen. Werden Sie erst einmal wach, mit Kaffee, mit Tee: Guten Morgen!

Über Themen aus dem Morgenticker berichtet MDR SACHSEN-ANHALT auch im... Hörfunk | MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | ab 5:00 Uhr
Fernsehen | MDR um 11 | 11:00 Uhr
Fernsehen | MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 19:00 Uhr

5 Kommentare

ossi1231 vor 4 Wochen

Marktschreierisch von Tausenden Infektionen reden so bleibt beim flüchtigen Durschnittszuschauer die assoziation von Tausenden an Covid Lungeneentzündung erkrankten hängen!

Aktuell sind das 21 Menschen die intensivmedizinisch versorgt werden, und das ist wie viel mehr als sonst in den Vorjahren?
Und welche der 21 Menschen haben denn auch tatsächlich Lungenentzündung?

MDR-Team vor 4 Wochen

Wenn Sie hier auf unserer Startseite in den Bereich mit den aktuellen Fallzahlen gehen, finden Sie dort auch die Anzahl der Menschen, die derzeit intensivmedizinisch versorgt und beatmet werden müssen. Aktuell sind das 21 Menschen, von denen 10 beatmet werden müssen. Diese Werte aktualisieren wir täglich und verschweigen sie nicht.

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/index.html

ossi1231 vor 4 Wochen

Deutschlandweit mehr als 11.400 Neuinfektionen ... da steht die Fragestellung in welchem Krankenhaus alle diese 11.400 Lungenentzündungen liegen.

Aber da werde ich wohl nicht freigeschaltet.

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