21.10.2020 | Sachsen-Anhalt am Morgen Frost im Mai: Weinernte an Saale und Unstrut lief schlechter als voriges Jahr

Luca Deutschländer
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Der Mittwochmorgen zum Nachlesen im Ticker: Im Öffentlichen Dienst gibt es seit dem Morgen erneut Warnstreiks. Das hat Auswirkungen auf mehrere Kitas. Und: Halle kommt erstem Corona-Schwellenwert näher – was dann geplant ist. Außerdem Thema bei uns: Die Weinlese in diesem Jahr war deutlich schlechter als 2019.

Weinlese in Sachsen hat begonnen
Wegen späten Frosts lief die Weinlese in diesem Jahr schlechter als noch 2019. (Symbolbild) Bildrechte: MDR

Das Wichtigste am Morgen:

10:58 Uhr | Blind Fußball spielen: Nachwuchskicker haben es getestet

Wie fühlt es sich an, nichts zu sehen? Und wie soll man dabei auch noch Fußball spielen? Wer sehen kann, kann sich das schwer vorstellen. Doch mehrere Nachwuchsfußballer des 1. FC Magdeburg haben es einfach mal getestet – rund um die Meisterschaft im Blindenfußball, deren Finale kommenden Sonnabend auf dem Domplatz in Magdeburg ausgetragen wird.

Meine Kollegin Annette Schneider-Solis hat sich das Experiment für uns angesehen – und berichtet von klappernden Fußbällen und Nachwuchskickern, die einiges mitnehmen aus dieser Erfahrung.

Das war es für heute mit dem Morgenticker von MDR SACHSEN-ANHALT. Schönen Dank fürs Lesen und einen guten Mittwoch für Sie. Bleiben Sie gesund und bleiben Sie uns gewogen, das würde mich freuen. Die Meldungen aus dem Land gibt es von nun an hier – und wir können uns morgen früh ab 6 Uhr wiederlesen, wenn Sie mögen. Machen Sie es gut.

10:49 Uhr | Was heute außerdem wichtig wird

Worum geht's?
Um ein Dornröschen, das nach Jahren des Schlafs wachgeküsst wird – aber nicht von einem Prinzen, sondern vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Und das Dornröschen, das ist in diesem Fall der Flughafen Magdeburg-Cochstedt. Dieses schöne Bild hat mein Kollege Thomas Tasler aufgemacht. Er ist derjenige, der sich für MDR SACHSEN-ANHALT mit Flughäfen und Flugzeugen beschäftigt. Und wie Sie vielleicht wissen, sollen auf dem kleinen Flughafen künftig Drohnen zu Forschungszwecken unterwegs sein.

Warum ist das interessant?
Die Drohnen fliegen schon seit geraumer Zeit. In dieser Woche nun sollte das Nationale Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme eröffnet werden – Corona hat aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir schauen trotzdem darauf, was die Entwicklung für den Flughafen bedeutet – und werfen einen Blick auf die Geschichte von Cochstedt.

Und wo kann ich mehr darüber erfahren?
Heute Abend online hier bei MDR SACHSEN-ANHALT.

10:40 Uhr | Vorsicht bei der Suche nach Pilzen: Lieber Menschen als Apps vertrauen

Pilze in einem Korb
Pilze sind lecker. Doch bei der Suche sollte man vorsichtig sein. (Archivfoto) Bildrechte: imago images/Panthermedia

Es ist Herbst und es ist nass – optimale Bedingungen also, ein paar Pilze im Wald zu suchen. Doch wir alle wissen: Nicht jeder Pilz wartet darauf, von uns gegessen zu werden. Bei so manchem Exemplar kann das sogar ziemlich gefährlich enden. Doch es gibt Apps fürs Smartphone, die Abhilfe schaffen sollen – und anhand eines Fotos erkennen sollen, ob der gefundene Pilz giftig ist oder nicht. Der Landesverband der Pilzsachverständigen in Sachsen-Anhalt warnt aber: Diese Apps sollten Sie lieber nicht nutzen. Verbandschef  Martin Groß sagte uns, die Zahl der Erkrankungen nach Pilzvergiftungen sei gestiegen: "Wir sehen das immer an den Pilzvergiftungen, die alle Jahre wieder, mitunter mit Toten, auftauchen."

Wer Pilze nicht kennt, sollte sich direkt an die Sachverständigen wenden. Deren Beratung ist kostenlos, Infos gibt's hier.

10:23 Uhr | Gründer von Suchmaschine aus Sachsen-Anhalt: Klage gegen Google ist richtig

Wir schauen auf die große Technik-Welt: Vielleicht haben Sie mitbekommen, dass die US-Regierung Klage gegen den Suchmaschinen-Riesen Google eingereicht hat. Grund: Die Regierung wirft Google vor, sein Monopol bei Internetsuchen und dem Online-Anzeigen-Geschäft illegal auszunutzen. Dass die Regierung nun klagt, findet Christian Kroll aus Wittenberg gut. Kroll ist Gründer der ökologischen Suchmaschine Ecosia und sagt, dass die Klage längst überfällig gewesen ist. Google habe sich in den vergangenen Jahren nicht nur unfair, sondern vermutlich auch illegal verhalten, sagte Kroll.

Christian Kroll sitzt im Grünen und lächelt mit Laptop auf dem Schoß in die Kamera.
Bildrechte: Ecosia GmbH

Google ist ja nicht nur fast Monopolist, was den Suchmarkt angeht, sondern hat auch noch Zugriff auf Android und Chrome, beides beherrschende Plattform. Und auf diesen Plattformen bevorzugen sie regelmäßig ihre eigenen Dienste selbst. Und das macht es natürlich für Wettbewerber wie uns sehr, sehr schwierig, überhaupt an den Nutzer ranzukommen. Also wie er als Ecosia haben es tatsächlich sehr schwierig, dass unsere Nutzern uns überhaupt einstellen können auf diesen Plattformen.

Christian Kroll Gründer der Suchmaschine Ecosia

Die Suchmaschine Ecosia nennt sich deshalb ökologisch, weil sie 80 Prozent ihrer Einnahmen an Baumpflanzprojekte spendet.

10:12 Uhr | Neues Bauprojekt am Bahnknoten Halle: Heute gibt's Infos

Am Bahnknoten Halle steht ein weiteres Bauprojekt bevor: Laut Bahn soll an der Strecke zwischen Halle-Rosengarten und Halle-Angersdorf gebaut werden. Welche Auswirkungen das auf den Zugverkehr haben wird, ist aktuell noch ungewiss. Darüber will die Bahn heute informieren. Klar ist: Die Strecke, die Teil des äußeren Rings rund um die Saalestadt ist, gehört zu den Großprojekten beim Um- und Ausbau des halleschen Bahnknotens. Insgesamt werden dafür laut Bahn rund 800 Millionen Euro investiert.

09:57 Uhr | Corona-Politik: Sollte es bundesweit einheitliche Regeln geben?

Sollte es in der Coronavirus-Pandemie bundesweit einheitliche Regeln geben? Oder sollte jedes Bundesland je nach Infektionsgeschehen das tun, was es gerade für geboten hält? Unsere Politikredaktion hat nachgefragt, wie die Fraktionen im Landtag zu dieser Frage stehen. Vorweg kann ich Ihnen sagen: Die Meinungen sind sehr unterschiedlich.

  • Die AfD-Landtagsfraktion etwa lehnt bundesweit einheitliche Regeln zur Eindämmung des Virus ab. Fraktionschef Oliver Kirchner sagte, unterschiedliche regionale Situationen müssten unterschiedliche Maßnahmen zur Folge haben. Sachsen-Anhalt sei in der Pandemie nicht mit anderen Regionen vergleichbar.
  • Ähnliches sagte auch Siegfried Borgwardt von der CDU. Die Infektionszahlen hier zeigten, dass man Sachsen-Anhalt nicht mit Bayern oder Berlin vergleichen könne. Die Regeln der Landesregierung in Magdeburg hätten sich bewährt.
  • Die Linke im Landtag sieht das anders: Fraktionschef Thomas Lippmann sagte, die Regeln für Kitas und Schulen müssten zwischen den Ländern abgestimmt werden. Außerdem solle es in sensiblen Arbeitsbereichen – etwa in Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeheimen – einheitliche Festlegungen geben.
  • Die Grünen sprachen sich dafür aus, den Umgang mit Veranstaltungen, Bußgeldern und Bildungseinrichtungen deutschlandweit einheitlich zu regeln. Fraktionschefin Cornelia Lüddemann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, bundesweite Maßnahmen seien nicht sinnvoll – sehr wohl aber bundesweit einheitliche Standards.

Die SPD hat unsere Anfrage bislang nicht beantwortet.

09:40 Uhr | HFC empfängt am Abend Meppen

Fußball-Drittligist Hallescher FC empfängt heute Abend in der 3. Liga den SV Meppen. Vorteil für den HFC: Die Mannschaft von Trainer Florian Schnorrenberg ist ausgeruht, hatte am Wochenende außerplanmäßig spielfrei. Die Partie gegen Duisburg war wegen eines Corona-Falls beim Gegner abgesagt worden. Punktetechnisch nehmen Halle und Meppen sich nichts, beide haben bislang drei Punkte gesammelt. Aber: Meppen hat am Wochenende lange in Unterzahl spielen müssen – und Schnorrenberg hofft, dass seine Jungs davon profitieren können. Der SV sei allerdings eine Mannschaft, die gut beim Umschalten nach Ballgewinn sei und wirklich gefährlich werden könne.

Wir werden sehen, ob der HFC die Vorzeichen für sich nutzen kann. Anstoß ist 19 Uhr, MDR SACHSEN-ANHALT wird im Radio immer wieder live berichten.

09:22 Uhr | Frost im Mai: Deutliche Einbußen für die Winzer

Im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut ist die Weinernte für dieses Jahr eingefahren – mit einem deutlichen Minus im Vergleich zum vergangenen Jahr. Der Präsident des Weinbauverbandes, Hans Albrecht Ziegler, sagte, die Erntemenge liege 15 Prozent unter der des Vorjahres. 2020 werde ein qualitativ gutes, aber mengenmäßig sehr kleines Weinjahr. Vor allem der Frost Mitte Mai habe den Reben zugesetzt. "Die kalte Sophie hat uns böse erwischt", sagte Ziegler. Zudem sei Frost an Stellen auftreten, an denen es noch nie Frost gegeben habe.

Das Weinanbaugebiet in Zahlen

Statt wie üblich Trauben für Rund 5,2 Millionen Liter Wein zu ernten, waren es Ziegler zufolge in diesem Jahr Trauben für rund 3,3 Millionen Liter. Das Weinanbaugebiet erstreckt sich vom Süden Sachsen-Anhalts bis nach Thüringen und gehört zu den kleinen der 13 Anbaugebiete für Qualitätswein aus Deutschland. Es blickt auf eine 1.000-jährige Geschichte zurück. Typisch für die Region sind trockene Weiß- und Rotweine.

08:59 Uhr | Neue App, neue Wege: Gardelegen informiert mehr auf Social Media

Ente schwimmt im Gardelegener Stadtgraben
Infos und schöne Bilder aus Gardelegen soll es jetzt auch auf Instagram geben. (Archivfoto) Bildrechte: Frank Palmdorf

Haben Sie schon mal von der App PPush gehört? Ich muss gestehen: Ich bis heute Morgen nicht – und ich arbeite in einer Online-Redaktion. Aber ich lerne gern dazu und möchte Ihnen mein neugewonnenes Wissen weitergeben. Also: PPush ist eine Nachrichten-App, die Ihnen Infos aus regionalen Restaurants, Diskotheken, Geschäften und Vereinen direkt aufs Smartphone schickt. Dafür müssen User lediglich einen Channel abonnieren, schreiben die Macher von PPush. Möglich ist das jetzt auch in Gardelegen. Ilka Marten vom Marketing der Stadt sagte uns, großer Vorteil von PPush sei, dass man sich dafür nicht anmelden müsse – und nur dem Kanal folgen kann, der auch wirklich interessiert. Deshalb nutze nun auch die Stadt die App. Und: Gardelegen will sich jetzt auch auf Instagram präsentieren.

Ganz viele tolle Fotos aus Sachsen-Anhalt gibt's übrigens auch auf unserem MDR SACHSEN-ANHALT-Instagram-Account. Schauen Sie gern mal vorbei.

08:42 Uhr | A38 an der Landesgrenze voll gesperrt

Ein Blick an die Landesgrenze zu Thüringen: Dort ist die Autobahn 38 nach einem Lkw-Unfall bei Nordhausen in beiden Richtungen komplett dicht. Laut Polizei war am frühen Morgen ein Sattelzug ins Schlingern geraten und in die Mittelleitplanke gekracht. Der Fahrer sei schwer verletzt worden. Die Aufräum- und Bergungsarbeiten ziehen sich wohl noch über Stunden.

08:26 Uhr | Warnstreik in Halle: Auswirkungen aktuell überschaubar

Vor einer geschlossenen Kita hängen Schilder, die auf einen Warnstreik hinweisen.
Heute geschlossen: In der Kita im Paulusviertel in Halle werden wegen des Warnstreiks heute keine Kinder betreut. Bildrechte: MDR/Fabian Brenner

Im Öffentlichen Dienst haben heute Morgen weitere Warnstreiks begonnen – in Magdeburg bleiben ja zum Beispiel sieben städtische Kitas und zwei Horte dicht, auch Halle ist betroffen. Unser Reporter Fabian Brenner ist heute Morgen in der Saalestadt unterwegs, war unter anderem schon in der geschlossenen Kita im Pauluspark und hat eben frische Eindrücke aus dem Streiklokal mitgebracht: Dort ist es noch recht ruhig, ohnehin sind die Auswirkungen in Halle recht überschaubar. Es sind, wie geschrieben, nur drei Kitas, die komplett dicht bleiben.

Die Gewerkschaft GEW rechnet aber damit, dass die Zahl der Streikenden noch steigen wird. Gegen 9 Uhr will man sich im Zentrum von Halle treffen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft vor wenigen Minuten unserem Reporter. Die Aktion laufe erst seit 8 Uhr. Man hoffe auf das Verständnis der Eltern. Auf dem Hallmarkt ist für 11 Uhr eine Kundgebung geplant.

08:13 Uhr | Sodann eröffnet "Bücherkiste" im Breiten Weg in Magdeburg

Der Schauspieler und Regisseur Peter Sodann (bekannt unter anderem aus dem Tatort in Dresden und Leipzig) bewahrt seit kurzem rund 300.000 seiner Bücher in Magdeburg auf. Sie sind Teil von Sodanns Sammlung von Werken, die zwischen 1945 und 1989 auf dem Gebiet der DDR erschienen sind. In der eigentlichen DDR-Bibliothek im Landkreis Meißen war nach Angaben des Kulturministeriums kein Platz mehr. Heute Nachmittag will Sodann darüber hinaus ein Café eröffnen. Die "Bücherkiste Peter Sodann" im nördlichen Stadtzentrum von Magdeburg soll Literaturcafé und Antiquariat in einem sein.

07:57 Uhr | Update: Infizierter verlässt in Halle Krankenhaus – Keine Gewalt

Heute Morgen hatte ich Ihnen berichtet, dass ein mit dem Coronavirus infizierter Mann in Halle aus einem Krankenhaus abgehauen ist. Die Lage stellt sich nun etwas anders dar als noch kurz nach 5 Uhr: Wie die Mitteldeutsche Zeitung unter Berufung auf die Polizei schreibt, hat der Mann sich – anders, als von Halles Oberbürgermeister Wiegand gesagt –, ganz und gar nicht gewehrt, als Polizeibeamte ihn in seiner Wohnung antrafen und wieder ins Krankenhaus brachten. Allerdings verließ der Mann dem Bericht zufolge das Krankenhaus Martha-Maria am späten Montagabend erneut. Eine Sprecherin des Krankenhauses sagte der MZ, man könne niemanden zwingen, zu bleiben. Die Stadt hat allerdings Strafantrag wegen des Verstoßes gegen die Quarantäne-Auflagen gestellt.

Luftaufnahme Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau.
Luftaufnahme des Krankenhauses Martha-Maria im halleschen Stadtteil Dölau Bildrechte: Krankenhaus Martha-Maria/Jens Schlüter

07:44 Uhr | Streit um Mund-Nasen-Schutz in Coswig eskaliert

In einem Supermarkt in Coswig ist der Streit ums Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes jetzt eskaliert: Als ein Mann einen 41-Jährigen ohne Maske jetzt auf die Pflicht hingewiesen hat, rastete der aus – und zwar so heftig, dass er dem anderen Kunden mit einer Glasflasche ins Gesicht schlug. Laut Polizei wird gegen den Täter jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, sein Opfer musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

07:30 Uhr | Weniger Familien in Sachsen-Anhalt – aber häufiger mehr als drei Kinder

Eltern küssen ihr Kind
Die Zahl der Eltern, die ein Kind haben, ist in Sachsen-Anhalt gesunken. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Statistikfreunde aufgepasst – der Eintrag hier ist für Sie: In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Familien in den vergangenen zehn Jahren um knapp ein Fünftel zurückgegangen. Das zeigen Zahlen, die das Statistische Landesamt veröffentlicht hat. Zurück ging demnach auch die Zahl der Ehepaare: Sie sei von 2009 bis 2019 um etwa 27 Prozent heruntergegangen. Dagegen sei die Zahl der Lebensgemeinschaften um acht Prozent auf 49.500 gestiegen. Bei den Familien zeigen die Zahlen übrigens eine Veränderung der Lebensverhältnisse: Während die Zahl der Familien mit einem oder zwei Kindern sank, stieg jene Zahl der Familien mit drei Kindern.

Das waren nun viele Zahlen in wenigen Zeilen. Ich hoffe, ich habe Ihnen, liebe Statistikfreunde, nicht zu viel versprochen.

07:19 Uhr | Buchhandlungen aus Sachsen-Anhalt für Buchhandlungspreis nominiert

Zwei Buchläden aus Sachsen-Anhalt haben die Chance, in diesem Jahr den Buchhandlungspreis gewinnen. Auf der Liste 100 nominierten Buchläden in der letzten Runde stehen auch "Jacobi und Müller" aus Halle und "Mein Buchladen" aus Köthen, teilte gestern die Bundesregierung mit. Beide Läden haben somit schon jetzt jeweils 7.000 Euro sicher. Nun wird eine Jury über die Hauptpreise entscheiden, hieß es. Die drei besten Buchhandlungen bekommen dann nochmal 25.000 Euro. Infos zum Wie, Wann und Wo der Verleihung gibt es wegen der Pandemie noch nicht.

07:03 Uhr | Halle vor dem ersten Corona-Schwellenwert: Wie die Stadt sich vorbereitet

Der Herbst ist da und es ist das eingetreten, was alle führenden Experten prophezeit haben: Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus steigen wieder. Und sie tun das recht deutlich – was, so viel ist klar, auch an der höheren Zahl der Tests liegt, die inzwischen gemacht werden. Und doch bereiten Landkreise und Städte sich darauf vor, dass die Zahlen weiter steigen. Die Stadt Halle etwa lag nach eigenen Zahlen von gestern bei 32,2 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen, gerechnet auf 100.000 Einwohner. Sollte dieser Wert 35 überschreiten, müssten laut aktueller Landesverordnung zur Eindämmung der Pandemie weitere Schritte ergriffen werden.

Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) hat jetzt skizziert, wie die aussehen könnten:

  • In Teilen der Altstadt ist demnach eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht denkbar – an den Orten, an denen sich auch an der frischen Luft viele Menschen treffen.
  • Private Feiern in geschlossenen Räumen könnten den Plänen zufolge auf maximal 15 Personen begrenzt, Feiern auf öffentlichen Plätzen und in Anlagen verboten werden.

Eine Sperrstunde in der Gastronomie ist Wiegand zufolge nicht geplant. Ohnehin, sagte der OB, wolle man keine Ausgangssperren oder Schul- und Kita-Schließungen. "Aber: Wir müssen das Infektionsgeschehen kontrollierbar halten", erklärte er. Das Virus streue. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Corona-Lage in Sachsen-Anhalt und ihren Folgen haben wir hier für Sie aufgeschrieben.

06:52 Uhr | Zusteller soll Briefe nicht zugestellt haben: Prozess könnte sich ziehen

Wir hatten gestern darüber berichtet: Vor dem Dessauer Landgericht muss sich seit dieser Woche ein Mann aus Coswig verantworten. Er soll in seinem Job als Zusteller Tausende Briefe nicht zugestellt haben. Die Verhandlung ist ein sogenanntes Berufungsverfahren, das Zerbster Amtsgericht hatte den Mann schon zu einer Geldstrafe verurteilt. Dagegen legten er selbst und die Staatsanwaltschaft aber Berufung ein – also wird weiter verhandelt. Eine kurze Sache dürfte das aber nicht werden. Weil der Coswiger die Tat weiter vehement abstreitet und die Staatsanwaltschaft eine höhere Geldstrafe verlangt, müssen nun etliche Zeugen gehört werden. Die Briefe wurden übrigens in der Wohnung des Mannes gefunden, teils in der Toilette. Das wertet die Staatsanwaltschaft als Indiz für ein bewusstes Handeln. Der Mann aus Coswig streitet das ab, die Briefe hätten nur so da gelegen, sagte er.

06:38 Uhr | Kulturhauptstadt Europas 2025: Heute virtuelle Besichtigung in Magdeburg

Die Vorbereitungen laufen schon seit Jahren, nun geht die Entscheidung über die deutsche Kulturhauptstadt Europas 2025 auf die Zielgerade. Heute in einer Woche soll verkündet werden, welche Stadt den Titel tragen wird – Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Nürnberg oder Magdeburg. Ernst wird es aber schon heute: Die Jury kommt vorbei und will sich einen Eindruck von Magdeburg verschaffen – wenn auch Corona-bedingt nur digital im Livestream. Sechs Stunden lang wird die Stadt sich mit verschiedenen Aktionen präsentieren.

Die Aktion ist nicht öffentlich – Magdeburgerinnen und Magdeburger können aber trotzdem mitmachen. An der Kreuzung von Ernst-Reuter-Allee und Breitem Weg soll heute Vormittag (ab 10 Uhr) ein Regenbogen-Zebrastreifen aufgeklebt werden – als Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz, teilten die Organisatoren mit.

06:14 Uhr | Scheune mit Strohballen niedergebrannt – Brandstiftung?

Nach einem Feuer bei Quedlinburg vorgestern Abend ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Wie die Beamten mitteilten, waren in dem Gebäude an der B79 insgesamt 500 Strohballen gelagert. Die Feuerwehr habe den Brand nicht mehr löschen können, die Scheune sei unter Aufsicht kontrolliert abgebrannt. Kurz danach seien Hinweise gefunden worden, die auf Brandstiftung deuteten. Nun werden Zeugen gesucht. Den Schaden schätzen die Ermittler auf rund 30.000 Euro.

05:56 Uhr | Wieder Warnstreik im Öffentlichen Dienst: Auswirkungen unter anderem in Kitas

Ab morgen soll weiter verhandelt werden, zuvor wollen die Gewerkschaften die Arbeitgeber im Öffentlichen Dienst noch einmal unter Druck setzen. In Sachsen-Anhalt sind deshalb heute weitere Warnstreiks geplant. Dazu haben die Gewerkschaften Verdi und GEW aufgerufen. Und diese Warnstreiks werden zu spüren sein – zum Beispiel in Magdeburg, Halle oder Halberstadt, aber womöglich auch in Dessau-Roßlau oder Weißenfels. In der Landeshauptstadt etwa bleiben heute alle sieben kommunalen Kitas und zwei Horte direkt geschlossen. Eine Notbetreuung sei nicht geplant, hieß es. Auch die Wertstoffhöfe werden nicht öffnen. In Halle werden drei Kitas betroffen sein.

Zwei kleine Kinder stehen an der Tür eines wegen Streik geschlossenen Kindergartens
Die städtischen Kitas in Magdeburg bleiben heute wegen des Warnstreiks geschlossen. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Ebenfalls beteiligen sollen sich Beschäftigte des Landkreises Harz, des Stadt- und Landschaftspflegedienstes in Halberstadt sowie Zivilbeschäftigte der Bundeswehrstandorte Klietz und Burg. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Halle, Dessau-Roßlau, Weißenfels sowie umliegender Gemeinden sind aufgerufen, sich anzuschließen.

Die Gewerkschaften wollen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei einjähriger Laufzeit ein Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro monatlich mehr. Die Arbeitgeber hatten bislang 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten.

Wittenberger Landrat kritisiert Forderungen als "sehr hoch"

Der Wittenberger Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) hat die Forderungen der Gewerkschaften angesichts der Corona-Pandemie als "sehr kompliziert umzusetzen" bezeichnet. Im MDR sagte Dannenberg, 4,8 Prozent seien "sehr hoch". Er erkenne die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen zwar sehr hoch an – die Städte hätten wegen Corona aber allein bei den Steuereinnahmen Einbußen auf Jahre zu verkraften. Dannenberg sagte, er hielte es für angebrachter, erst die Verhandlungen fortzusetzen – und jetzt nicht erneut zu streiken.

05:48 Uhr | Niederlage für den FCM, deutlicher Sieg für den SCM

Die Hoffnung nach dem ersten Saisonsieg vergangenen Freitag war groß: Der 1. FC Magdeburg wollte am Abend auch bei Aufsteiger Verl Punkte mitnehmen. Daraus wurde aber nichts. Die Magdeburger verloren mit 1:3 – nach "dezenter Vorstellung", wie die Kolleginnen und Kollegen von Sport im Osten bilanzieren. Deutlich besser lief es für die Handballer vom SC Magdeburg: Der SCM hat zum Start in die European League Besiktas klar mit 41:23 besiegt. Glückwunsch!

05:36 Uhr | Top 5: Flughafen Leipzig/Halle gehört zu den größten Playern im Frachtverkehr

Am Flughafen Leipzig/Halle hat der Frachtverkehr diesen Herbst erneut stark zugenommen. Nach Zahlen, die gestern der Airport-Betreiber präsentiert hat, stieg das Fracht-Aufkommen im September verglichen mit dem Vorjahr um mehr als 18 Prozent. Das sei der stärkste Zuwachs seit acht Jahren, hieß es. Seit Januar 2020 sei knapp eine Million Tonnen Güter umgeschlagen worden. Leipzig/Halle ist somit der fünftgrößte Fracht-Flughafen in Europa.

05:25 Uhr | Am Nachmittag auch Chance auf Sonnenschein

Es ist heute Morgen recht ungemütlich. Aber: Das ändert sich. 17 bis 21 Grad sind drin, sagen die Kolleginnen und Kollegen in unserem Wetterstudio. Nur: Zu früh freuen sollten wir uns nicht. Die erste Tageshälfte wird nämlich wolkig, stellenweise regnet es. Erst gegen Nachmittag wird's freundlicher in Sachsen-Anhalt, vom Süden her zeigt sich auch die Sonne. Dazu gibt es stark böigen Wind, auf dem Brocken Orkanböen.

Und das sind die aktuellen Temperaturen im Land:

05:17 Uhr | Ihr Corona-Update am Mittwochmorgen:

"Keine weiteren Lockerungen" – das war die Botschaft gestern von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Bei den Corona-Regeln in Sachsen-Anhalt bleibt somit vorerst alles beim Alten.

Trotzdem hat es in den vergangenen Stunden weitere Entwicklungen rund um die Coronavirus-Pandemie gegeben – bundesweit, wie auch international. Hier kommt der Überblick, damit Sie mitreden können:

  • In Halle ist ein mit dem Coronavirus infizierter Mann aus dem Krankenhaus abgehauen. Oberbürgermeister Wiegand sagte, Beamte hätten den Mann später in dessen Wohnung gefunden. Er habe sich heftig gewehrt, sei aber zurück ins Krankenhaus gebracht worden. Die Beamten seien in Quarantäne geschickt worden. Auf seiner "Flucht" hatte der Mann auch in einem Bus gesessen, mit zwei noch unbekannten Fahrgästen.


Update 7:50 Uhr: Laut Polizei hat der Mann sich keineswegs gewehrt. Mehr Infos dazu hier.

  • Das umstrittene Beherbergungsverbot für Urlauberinnen und Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ist jetzt auch in Mecklenburg-Vorpommern gekippt worden. Ein Gericht hat zwei Eilanträgen von Hotels stattgegeben. Sachsen-Anhalt will an dem Verbot festhalten – auch hier beschäftigt sich inzwischen aber ein Gericht damit.
  • Und noch die aktuellen Zahlen: Das Robert Koch-Institut meldet bundesweit heute Morgen 7.595 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Sie wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden von den Gesundheitsämtern gemeldet. Gestern hatte die Zahl bei etwa 6.800 gelegen. Die Zahlen sind höher als im Frühjahr. Inzwischen wird aber mehr getestet.

Viel gesprochen wird seit einigen Wochen außerdem über die 7-Tage-Inzidenz – das klingt immer sehr dramatisch, bedeutet aber nichts anderes, als dass sich in den vergangenen sieben Tagen – nehmen wir als Beispiel 32 – von 100.000 Menschen nachweislich angesteckt haben. Damit läge dieser Schwellenwert unter 35 – und die Corona-Ampel stünde auf Grün. Alles gut also, wäre die Botschaft. Doch der Wert wird mitunter überschritten, zum Beispiel im Burgenlandkreis. Dort meldete der Landkreis am Abend einen Wert von 42,53.

Das spiegelt sich wegen Verzögerungen beim Meldeweg (sehr deutsch, was?) leider nicht in den Daten wider, die das Sozialministerium für ganz Sachsen-Anhalt übermittelt. Bitte also nicht wundern, wenn Sie in der folgenden Karte eine andere Zahl sehen.

05:04 Uhr | Hallo!

Da sind Sie ja schon wieder! Das freut mich sehr, dass Sie jetzt schon wach sind und dann auch noch direkt hier im Morgenticker von MDR SACHSEN-ANHALT vorbeischauen. Gute Wahl, denn hier gibt es bis 11 Uhr die Meldungen und Geschichten, über die Sachsen-Anhalt heute spricht. Luca Deutschländer ist mein Name und ich wünsche Ihnen einen guten Start in diesen 21. Oktober 2020.

Über Themen aus dem Morgenticker berichtet MDR SACHSEN-ANHALT auch im... Hörfunk | MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | ab 5:00 Uhr
Fernsehen | MDR um 11 | 11:00 Uhr
Fernsehen | MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 19:00 Uhr

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