01.07.2020 | Sachsen-Anhalt am Morgen Mehrwertsteuer sinkt – Händler kritisieren enormen Aufwand

Luca Deutschländer
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Heute im Morgenticker: In Deutschland gilt ab heute eine niedrigere Mehrwertsteuer. Ziel ist, die Wirtschaft anzukurbeln. Doch viele Händler ächzen wegen des enormen Aufwands. Und: Baggerstadt Ferropolis wegen Corona-Pandemie akut von der Insolvenz bedroht. Außerdem Thema bei uns: Landesregierung will Kulturschaffenden und Künstlern mit insgesamt sechs Millionen Euro helfen.

Durchgestrichene Mehrwertsteuersätze auf einem Kassenbon
Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Das Wichtigste am Morgen:

10:58 Uhr | Bald geht's los: Pakt für schnelleres schnelles Internet

In einer knappen halben Stunde will Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) einen Pakt mit der Telekom schließen. Das Motto: Sachsen-Anhalt soll schneller schnelles Internet bekommen. Dringend nötig, wird auch Alexander Prinz sagen. Er ist YouTuber, sicher einer der bekanntesten aus Sachsen-Anhalt. Und er hat ein Problem: In seinem Heimatdorf Nemsdorf-Göhrendorf im Saalekreis ist das mit dem mobilen Surfen nämlich nicht unbedingt möglich...

Mit diesem Ausblick auf schnelles Internet entlasse ich Sie für heute aus dem Morgenticker. Nehmen Sie ein Jäckchen mit, wenn Sie gleich vor die Tür gehen sollten. Ist doch noch recht frisch heute Vormittag. Einen schönen Mittwoch und bis morgen früh um 5!

10:41 Uhr | Was heute außerdem wichtig wird

Ball am Fuß
FCM und HFC müssen heute wieder ran. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Karina Hessland

Worum geht's?
Es geht um Fußball. Und um die Chance für die Drittligisten Hallescher FC und 1. FC Magdeburg, dem Klassenerhalt (endlich) einen Schritt näher zu kommen. Beide Vereine hatten in den vergangenen Monaten ja nicht gerade geglänzt, müssen deshalb auch heute am vorletzten Spieltag noch zittern.

Und wann geht's los?
Heute um 19 Uhr. Der FCM spielt dann in Ingolstadt, der HFC empfängt das Team aus Kaiserslautern. Magdeburg ist 15. in der Tabelle, Halle mit einem Punkt mehr 14. Die Hallenser können mit einem Sieg den Klassenverbleib endgültig sichern.

Wo kann ich mehr dazu erfahren?
Natürlich bei uns. Die Kollegen von Sport im Osten bieten einen Liveticker, bei MDR SACHSEN-ANHALT im Hörfunk berichten unsere Sportreporter von beiden Spielen live in Ausschnitten.

10:28 Uhr | Busreisen in Corona-Zeiten: Viel Arbeit für den Fahrer

Wenn Busfahrer Hans-Jürgen Wollner aktuell auf Tour geht, hat der 58-Jährige viel zu tun. Bevor irgendjemand in den Reisebus einsteigt, muss alles blitzeblank und desinfiziert sein. "Ich desinfiziere jede Kopfstütze", sagt Wollner. Der Busfahrer will die Regeln einhalten – und dass seine Fahrgäste ihm vertrauen.

Vetter in Salzfurtkapelle So werden die Busse in Corona-Zeiten sauber gehalten

Ein Mann im kleinkarierten Hemd steht mit Handschuhen vor einem Bus und desinfiziert einen Griff.
Bevor Busfahrer Hans-Jürgen Wollner auf Tour geht, ist für den 58-Jährigen Desinfizieren angesagt. Jeden noch so kleinen Teil seines Reisebusses muss der Busfahrer sauber halten. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Ein Mann im kleinkarierten Hemd steht mit Handschuhen vor einem Bus und desinfiziert einen Griff.
Bevor Busfahrer Hans-Jürgen Wollner auf Tour geht, ist für den 58-Jährigen Desinfizieren angesagt. Jeden noch so kleinen Teil seines Reisebusses muss der Busfahrer sauber halten. Bildrechte: MDR/Martin Krause
In einem Korb liegen mehrere Flaschen, Kanister und Tücher zum Desinfizieren.
Dafür hat er vom Reiseunternehmen Vetter aus Salzfurtkapelle bei Zörbig – seit fast 30 Jahren Wollners Arbeitgeber – einiges an Equipment gestellt bekommen. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Ein Busfahrer desinfiziert mit einem Tuch und einer Sprühflasche die Gepäckablage in seinem Bus.
Wollner hält sich akribisch an die Regeln. So vertrauen ihm auch die Fahrgäste, sagt er. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Eine Frau steht vor dem Schild eines Reiseunternehmens.
Die zusätzliche grundliche Reinigung kostet Birgit Vetter und ihr Unternehmen jeden Tag zusätzliches Geld. Vetter rechnet mit etwa 25 Euro pro Bus und pro Tag. Trotzdem ist die Geschäftsfrau bei allen Auflagen froh, dass ihre Reisebusse nun wieder rollen dürfen. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Ein Busfahrer sitzt am Steuer eines Busses und reckt den Daumen nach oben.
Hans-Jürgen Wollner freut sich übrigens auch. Bis er den Bus einmal komplett desinfiziert hat, vergeht in der Regel fast eine halbe Stunde.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01.07.2020 | 13:10 Uhr

Quelle: MDR/ld
Bildrechte: MDR/Martin Krause
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10:15 Uhr | Wittenberger haben nun schnelleren Draht ins Rathaus

"Sag's uns einfach": Das ist der Titel einer neuen Website aus Wittenberg, die heute an den Start geht. Die Idee dahinter ist ganz einfach: Wer in der Lutherstadt eine kaputte Laterne, ein frisches Schlagloch oder aber Müll entdeckt, soll das der Stadtverwaltung künftig auf kurzem Dienstweg mitteilen können. Im Rathaus hoffen sie, nun schneller über mögliche Probleme Bescheid zu wissen. Doch es gibt auch Kritiker: Sie befürchten, dass sich die Wittenberger über die Plattform nun gegenseitig anschwärzen – zum Beispiel, wenn ein Auto falsch geparkt ist.

09:58 Uhr | Überraschender Rückgang bei der Zahl der Arbeitslosen

Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen-Anhalt ist im Juni leicht gesunken, um 1.100 auf rund 90.600 insgesamt. Das geht aus heute veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur hervor. Die Arbeitslosenquote hat demnach bei 8,1 Prozent gelegen, 0,1 Punkte weniger als im Mai. Die Arbeitsmarktexperten sprechen von einer "unerwartet positiven Entwicklung". Im Zuge der Corona-Krise sind in Sachsen-Anhalt der Statistik zufolge zwischen März und Juni 19.000 Arbeitslose hinzugekommen.

09:43 Uhr | Baggerstadt Ferropolis in finanziellen Nöten

Die Baggerstadt Ferropolis bei Gräfenhainichen ist wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie akut von der Insolvenz bedroht. Darauf hat Ferropolis-Geschäftsführer Thies Schröder jetzt hingewiesen. Schröder sagte, dem Veranstaltungsgelände seien wegen seit Beginn der Pandemie rund 400.000 Euro Umsatz weggebrochen. Eines der größten Probleme seien die laufenden Kosten. So müsse sich um den Erhalt der Industriedenkmäler gekümmert werden. Erschwerend komme hinzu, dass kurz vor der Pandemie noch rund 350.000 Euro in das Gelände investiert worden sind.

Einer der Lichtblicke ist laut Geschäftsführer Schröder das kürzlich gestartete Pop-up-Camping.

09:22 Uhr | Gegend um Naumburger Dom soll besser touristisch vermarktet werden

Gestern haben wir im Morgenticker darüber berichtet, dass der Naumburger Dom seit seiner Ernennung als UNESCO-Weltkulturerbe ein deutliches Besucherplus zu verzeichnen hat. Heute kann ich Ihnen sagen, dass die Gegend rundherum besser touristisch vermarktet werden soll. Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) hat jetzt angekündigt, dass die kulturellen Sehenswürdigkeiten zwischen Freyburg und Bad Kösen in einen guten Zustand gebracht werden sollen.

09:09 Uhr | Sauriern auf der Spur: Ausstellung in Wittenberg als Freizeit-Tipp

Ein Mann steigt vor einer Vitrine und zeigt mit dem Finger auf Ausstellungsstücke.
Im Stadtmuseum Wittenberg geht es noch bis Ende November um Saurier, Fossilien und Gesteine. Bildrechte: MDR/André Damm

Bald sind Sommerferien in Sachsen-Anhalt – einige von uns haben dann vermutlich mal wieder Zeit für einen Besuch im Museum. Wer schon jetzt Zeit hat, dem möchte ich die knapp einen Monat alte Ausstellung "Zeugen der Erdgeschichte: Fossilien und Gesteine" im neugestalteten Stadtmuseum in Wittenberg empfehlen (übrigens die erste Sonderschau im noch jungen Museum): Dort dreht sich jetzt alles um Saurier und Fossilien. Zu sehen sind uralte Stücke, darunter der Zahn eines Tyrannosaurus (66 Millionen Jahre alt) oder das Skelett eines Nothosaurus (220 Millionen Jahre alt). Klingt spannend.

Noch bis Ende November geöffnet

Die Sonderausstellung "Zeugen der Erdgeschichte: Fossilien und Gesteine" im Stadtmuseum in Wittenberg ist bis 30. November immer dienstags bis sonntags zwischen 9 Uhr und 17 Uhr zu sehen.

Ein Riesenammonit liegt in Wittenberg in einem Ausstellungsraum.
Die Ausstellung zeigt zahlreiche uralte Stücke. Bildrechte: MDR/André Damm

08:57 Uhr | Städte- und Gemeindebund: Hohe Kosten wegen Wegfall der Straßenausbaubeiträge

Der Städte- und Gemeindebund in Sachsen-Anhalt ist wegen des geplanten Wegfalls der Straßenausbaubeiträge in Sorge. Geschäftsführer Jürgen Leindecker sagte im MDR-Interview, die Kommunen rutschten damit weiter in die Miesen. Der Wegfall der Gebühren werde wohl rund 40 Millionen Euro kosten. Im Landeshaushalt seien aber nur 15 Millionen vorgesehen. Die Landesregierung will heute erklären, wie das Defizit ausgeglichen werden kann.

08:45 Uhr | Grenzturm bei Bömenzien soll als mahnende Erinnerung bleiben

Blick auf einen alten Grenzturm bei Bömenzien im Landkreis Stendal
Der Grenzturm auf einem Hügel zwischen Bömenzien und Nienwalde hat gerade einmal zwei mal zwei Meter Grundfläche. Bildrechte: MDR/Katharina Häckl

Dieser Grenzturm steht bei Bömenzien im Landkreis Stendal. Und er ist einer der letzten architektonischen Zeitzeugen der deutsch-deutschen Teilung. Die gute Nachricht ist: Das soll auch so bleiben. Die zuständige Verbandsgemeinde Seehausen will den Turm sanieren und für die Zukunft erhalten. Als mahnende Erinnerung quasi. Bei der Sanierung gibt es einiges zu tun: Bürgermeister Rüdiger Kloth hat im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT fehlende Fensterscheiben, die unansehnliche Außenfassade und eine geplante Sitzgruppe vor dem Turm als Beispiele genannt.

Um an die frühere Aufgabe des in den 70er Jahren gebauten Turmes zu erinnern, soll eine Hinweistafel angebracht werden. Ziel ist, dass der Turm am Ende aussieht wie früher. Angeberwissen: Der Turm gehört der Gemeinde Zehrental, die ihn an die Verbandsgemeinde Seehausen verpachtet hat.

08:29 Uhr | Dessau-Wörlitzer Eisenbahn startet mit neuen Wagen in die Saison

Dessau Hauptbahnhof, 11:05 Uhr, Gleis 1: Da startet heute die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn in die neue Saison. Ab dann rollt wieder der Schienen-Shuttle-Service zum Gartenreich und zurück, die Corona-Pause ist vorbei. Doch ab dieser Saison ist alles anders: Die bekannten Doppelstock-Schienenbusse, getauft auf "Fürst Franz" und "Fürstin Luise" (die früher einmal als "Alma" zwischen Stendal und Tangermünde unterwegs waren) bleiben im fürstlichen Bahn-Depot. Stattdessen sind nun generalüberholte Wagen der ehemaligen Burgenlandbahn unterwegs. Die haben jetzt sogar WLAN. Dafür steigt der Fahrpreis von 5 Euro pro Strecke auf 6,50 Euro.

Zwei Doppelstock-Schienenbusse stehen nebeneinander am Bahnhof in Oranienbaum.
Für Nostalgiker: Das Treffen der Doppelstock-Züge in Oranienbaum wird es wohl nie wieder geben. Der Zug "Fürst Franz" hat ausgedient und "Fürstin Luise" soll nur noch bei Sonderfahrten zum Einsatz kommen. Bildrechte: MDR/André Plaul

08:08 Uhr | Wetterdienst warnt vor Unwetter mit Gewitter und Hagel

Wir hatten es heute früh schon kurz im Sachsen-Anhalt-Wetter: Auf uns kommt heute ein Unwetter mit Gewitter, starkem Regen, schweren Sturmböen und Hagel zu. Das hat der Deutsche Wetterdienst heute Morgen noch einmal untermauert. Das Unwetter wird demnach voraussichtlich am Nachmittag aufziehen, vorher gibt es nur gebietsweise Regen. Morgen soll alles wieder vorbei sein.

07:52 Uhr | So viel Fleisch wird in Sachsen-Anhalt produziert

Fleischland Sachsen-Anhalt: Seitdem wegen der Coronavirus-Pandemie genauer auf Schlachthöfe geblickt wird, stehen auch die Arbeitsbedingungen mehr und mehr im Mittelpunkt. Doch wie viel wird in Sachsen-Anhalt eigentlich geschlachtet? Ist unser Bundesland ein "Fleischland"?

Ja, ist es.

Das ist mir beim Lesen der Recherche meines Kollegen Martin Paul bewusst geworden. Er hat sich angesehen, wie sich die Schlachtmenge in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Eine Erkenntnis: Seit 2007 ist die Schlachtmenge bei uns um fast 70 Prozent gestiegen (ohne Geflügel).

Grafik mit den Standorten der umsatzstärksten Fleischunternehmen in Sachsen-Anhalt (Tönnies, Vion, Wiesenhof, Kaufland, Bauerngut)
Bildrechte: Grafik MDR/Martin Paul

Und hätten Sie gewusst, wie viele Verarbeitungs- und Schlachtbetriebe es in Sachsen-Anhalt gibt? Ich gestehe: Ich nicht. Deshalb will ich Ihnen unser #MDRklärt zum Fleischland Sachsen-Anhalt ganz besonders ans Herz legen.

07:40 Uhr | Kraftwerk in Leuna wird ab heute erneuert

Am Chemiestandort Leuna beginnt heute die Erneuerung eines Kraftwerks. Wie das Unternehmen Infraleuna mitteilte, soll aus dem Kraftwerk eine "leistungsstarke Gas- und Dampfturbinenanlage mit verbesserter Effizienz" werden. Dafür würden rund 145 Millionen Euro investiert. Heute ist erster Spatenstich. Am Chemiestandort Leuna arbeiten rund 10.000 Beschäftigte in 100 Firmen.

07:29 Uhr | Jahrelang verschwunden: Historisches Kirchenbuch wiederentdeckt

Blick auf ein 240 Jahre altes Kirchenbuch
Das Kirchenbuch war jahrzehntelang verschwunden. Jetzt ist es zurück. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau

Es ist ziemlich alt, war längst verloren geglaubt – und ist jetzt wieder zurück: Die Kirche in Pißdorf bei Köthen freut sich über ein Kirchenbuch, das einen Überblick über Taufen, Trauungen und Beerdigungen zwischen 1777 und 1814 in dem Ort gibt. Das Gute: Das Buch ist in erstaunlich gutem Zustand. Das hat jetzt Jan Brademann vom Landeskirchlichen Archiv mitgeteilt. Das historische Buch war demnach bei einer Haushaltsauflösung im Saalekreis durch Zufall entdeckt worden. Es soll demnach jetzt digitalisiert werden.

Zwei Männer mit Mundschutz stehen vor einer Kirche und begutachten ein altes Kirchenbuch.
Jan Brademann vom Landeskirchenlichen Archiv (links) und Pfarrer Dankmar Pahlings freuen sich, dass das Kirchenbuch zurück ist. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau

07:11 Uhr | Schritt zur Normalität bei Einreisen in die EU

Stück für Stück zurück zur Normalität: In Europa gelten ab sofort weitere Erleichterungen für die Einreise in EU-Staaten. Die Staatengemeinschaft hat beschlossen, dass Bürgerinnen und Bürger aus 14 sicheren Drittstaaten wieder einreisen dürfen. Das betrifft unter anderem Japaner, Australier, Marokkaner, Serben oder Südkoreaner. Anders ist die Regel für Menschen, in deren Heimat das Virus sich weiter ausbreitet: Amerikaner, Russen, Türken oder Brasilianer dürfen demnach nicht nach Europa einreisen.

06:58 Uhr | Sachsen-Anhalt lockert Corona-Beschränkungen weiter

Die Corona-Lage in Sachsen-Anhalt ist weiterhin entspannt. Das erlaubt der Landesregierung, aus zahlreichen Verboten ab morgen Empfehlungen zum Verhalten der Bürgerinnen und Bürger zu machen. Das Verbot, sich mit mehr als neun weiteren Menschen zu treffen, fällt dann zum Beispiel weg. So hat es die Landesregierung gestern mit der siebenten Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus final beschlossen.

Blick auf auf verschiedene. zum Verkauf stehende Exponate, auf einem Flohmarkt.
Ab morgen wieder erlaubt: In Sachsen-Anhalt dürfen Flohmärkte wieder veranstaltet werden. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Future Image

Die weiteren Lockerungen im Überblick:

  • Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Menschen sind unter freiem Himmel wieder erlaubt, wenn auch mit Auflagen.
  • Messen, Ausstellungen und Spezial- oder Flohmärkte können ebenfalls wieder stattfinden, auch dort gibt es aber Auflagen.
  • Sportwettkämpfe und Fußballspiele im Amateurbereich sind ebenfalls wieder möglich. Dabei müssen aber die Hygieneregeln und Vorgaben der Sportverbände eingehalten werden.


Eine gute Nachricht gibt es auch für alle Eltern: Die Verordnung sieht vor, dass Einschulungsfeiern Ende August wieder möglich sein werden. Dafür hat die Landesregierung eine Ausnahme gemacht.

06:42 Uhr | Tönnies: Schon rund 700 Mitarbeiter auf Corona getestet

Beim Fleischverarbeiter Tönnies in Weißenfels sind seit gestern rund 700 der insgesamt 2.200 Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet worden. Das hat der Burgenlandkreis mitgeteilt. Ergebnisse soll es demnach bis zum Ende dieser Woche geben. Hintergrund des erneuten Massentests ist die Corona-Welle bei Tönnies in Nordrhein-Westfalen. Der Burgenlandkreis hatte daraufhin gestern Morgen angeordnet, dass in Weißenfels alle Mitarbeiter zum Tests müssen.

06:29 Uhr | Pakt: Schneller schnelles Internet

Einzelne Glasfaserkabel bei Verlegearbeiten
Schneller schnelles Internet: Das ist Ziel eines Paktes, der heute unterzeichnet wird. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Schneller schnelles Internet bekommen – das ist das Ziel eines Paktes, den die Landesregierung heute mit der Telekom schließen will. Das Unternehmen wird sich darin laut Wirtschaftsministerium verpflichten, Breitbandausbau und Mobilfunkversorgung in Sachsen-Anhalt zu "forcieren", wie es hieß. Im Gegenzug werde das Land nötige Bauarbeiten schneller genehmigen, für gute Förderbedingungen sorgen und eigene Liegenschaften als Standorte für Mobilfunkmasten zur Verfügung stellen. Unterschrieben werden soll die Vereinbarung am späten Vormittag.

Glasfaseranschlüsse für alle bis 2025

Das Ziel war klar: Eigentlich sollten schon Ende 2018 alle Haushalte in Sachsen-Anhalt schnelle Internetanschlüsse mit Übertragungsraten von 50 Megabit in der Sekunde nutzen können. Das Ziel wurde vorerst aber verfehlt – nur rund vier von fünf Haushalten in Sachsen-Anhalt haben solche Anschlüsse. Neues Ziel: Bis 2025 sollen alle Haushalte und Betriebe in Deutschland mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden, die 20 Mal so schnell sind.

06:18 Uhr | Baustart am Gimritzer Damm in Halle

In Halle beginnen heute Bauarbeiten für ein neues Teilstück des Gimritzer Damms. Bevor aber tatsächlich gebaut wird, werden Experten des Kampfmittelräumdienstes anrücken. Sie sollen das Areal auf mögliche Funde aus dem Zweiten Weltkrieg absuchen. Das sagte der Chef des Landesbetriebs für Hochwasserschutz, Burkhard Henning, MDR SACHSEN-ANHALT. Falls nichts gefunden wird, kann weiter gebaut werden. Beim Saale-Hochwasser vor sieben Jahren war Halle wegen eines porösen Gimritzer Damms zur Hälfte überflutet worden. Ein erster Baustart vor einigen Jahren wurde von einem Gericht gestoppt.

05:59 Uhr | Die Mehrwertsteuer sinkt – steigt deshalb der Kaufanreiz?

#MDRklärt So uneinheitlich ist die Senkung der Mehrwertsteuer

Ein Einkaufswagen mit verschiedenen Lebensmitteln.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk
Ein Einkaufswagen mit verschiedenen Lebensmitteln.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk
Buchen Sie in einem Hotel ein Zimmer, müssen Sie ab Juli nur 5 statt 7 Prozent Mehrwertsteuer bezahlen. Also eine Senkung um 2 rozentpunkte. 2021 sind es dann wieder 7 Prozent.
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Wenn Sie aber in der Hotel-Lobby einen Kaffee trinken, müssen Sie noch weniger bezahlen. Dafür sinkt die Mehrwertsteuer bis Januar sogar um 3 Punkte von 19 auf 16 Prozent.
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Der Kuchen zum Kaffee kostet Sie ab Juli statt 19 Prozent nur noch 5, zum Jahreswechsel dann 7 und im Sommer 2021 wieder 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. Juni 2020 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mx
Bildrechte: MDR/Max Schörm
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In Deutschland gilt ab heute eine niedrige Mehrwertsteuer. Bis zum Ende dieses Jahres sind statt der bisher üblichen 19 Prozent nur noch 16 Prozent fällig, der ermäßigte Satz sinkt von sieben auf fünf Prozent. Der Hintergedanke: Die Bundesregierung will die wegen der Corona-Krise arg gebeutelte Wirtschaft wieder ankurbeln. Doch es gibt reichlich Kritik an der Mehrwertsteuer-Senkung: Erst gestern ließ der deutsche Mittelstand ausrichten, der Aufwand für die vorübergehende Senkung sei enorm. Viele Unternehmen hätten große Umstände wegen der Umstellung. Das wiederum verursache weitere Kosten. Deshalb gibt es auch Unternehmen, die die Preise für den Kunden gar nicht erst senken.

Wo die Preise doch gesenkt werden, könnten Kunden ab heute diese Summen zahlen:

  • Ein Stück Butter kostet statt 2,49 Euro nun 2,44 Euro.
  • Wer sich ein Smartphone zulegt, könnte statt 799 Euro bis Dezember 778,86 Euro zahlen.
  • Bei einem Kleinwagen für fast 20.000 Euro liegt die Ersparnis bei gut 500 Euro.

Fragt sich nur: Sorgt die niedrigere Steuer tatsächlich für einen größeren Kaufanreiz? Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Meinungsbarometers mdrFRAGT legen nahe: Kaum.

Warum soll ich jetzt Dinge kaufen, die ich nicht unbedingt brauche, nur, weil die Mehrwertsteuer gesunken ist? Außerdem ist Einkaufen mit Mundschutz eine Tortur, wenn man keine Luft bekommt.

Teilnehmerin einer MDR-Umfrage zur Senkung der Mehrwertsteuer

05:45 Uhr | Bei Mücheln: Mann kommt bei Unfall ums Leben

Bei Mücheln im Saalekreis ist ein Autofahrer ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, war der 62-Jährige gestern am späten Nachmittag von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Ersthelfer hatten demnach noch versucht, den Mann zu reanimieren. Er sei aber noch am Unfallort gestorben, hieß es.

05:32 Uhr | Viele Wolken, später Schauer und Gewitter

1. Juli – und damit eigentlich Hochsommer. Eigentlich. Denn der Start in den Mittwoch fällt heute ziemlich bewölkt aus, teilweise ist auch leichter Regen möglich. Am Nachmittag und am Abend gibt's dann Schauer und kräftige Gewitter bei Höchstwerten von 23 bis 29 Grad. Dazu kommen Wind und einzelne Sturmböen.

05:24 Uhr | Landesregierung setzt Millionenhilfen für Kulturschaffende auf

Die Landesregierung will "Optimismus in der Kulturszene" verbreiten – und stellt Künstlern und Kulturschaffenden in der Corona-Krise deshalb millionenschwere Hilfte zur Seite. Für das Programm "Kultur ans Netz" sind insgesamt sechs Millionen Euro eingeplant. Wie die Staatskanzlei mitteilte, können Künstler und Engagierte für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten insgesamt 3.000 Euro bekommen.

Geld ab 20. Juli beantragen

Von dem Programm "Kultur ans Netz" sollen laut Staatskanzlei rund 2.000 Künstler und Kulturschaffende profitieren. Beantragt werden kann das Geld vom 20. Juli bis 31. August. Wer sich bewirbt, muss eine kurze Projektskizze über sein künstlerisches Vorhaben hinzufügen.

Um die Auswirkungen der Pandemie für Kulturschaffende und insbesondere für die Orchester ging es am Abend auch bei der Zukunftswerkstatt von MDR KULTUR. Markus L. Frank, Generalmusikdirektor der Anhaltischen Philharmonie am Anhaltischen Theater Dessau, sagte dort, in Dessau werde zur kommenden Spielzeit eine sogenannte Raumbühne installiert. Sie ermögliche, dass das Publikum direkt auf der Bühne sitze – mit Mindestabstand.

05:17 Uhr | Neue Zahlen: Rettungswagen brauchen zu lange zum Einsatzort

Die Rettungswagen in Sachsen-Anhalt brauchen im Schnitt zu lange, um zum Einsatzort zu gelangen. Das zeigen bislang unveröffentlichte Zahlen der Landesregierung, die MDR SACHSEN-ANHALT-Datenkenner Manuel Mohr ausgewertet hat.

Bevor wir uns auf die Zahlen stürzen: Die gesetzliche Regel ist, dass ein alarmierter Rettungswagen in mindestens 95 Prozent der Fälle nach spätestens zwölf Minuten am Einsatzort sein muss. Die bittere Realität: In keinem Landkreis und in keiner kreisfreien Stadt in Sachsen-Anhalt wird diese sogenannte Hilfsfrist oft genug eingehalten. In Zahlen sieht das dann so aus:

05:05 Uhr | Auf in die zweite Jahreshälfte 2020!

Einen schönen Mittwochmorgen – und willkommen im Juli 2020! Die erste Hälfte dieses Jahres ist vorbei, heute startet der zweite Teil, wenn Sie so mögen. Mich freut's, dass Sie diese zweite Jahreshälfte mit dem Morgenticker von MDR SACHSEN-ANHALT beginnen. Ich bin Luca Deutschländer und habe bis 11 Uhr alles für Sie im Blick, was heute Morgen in Sachsen-Anhalt wichtig ist.

Los geht es mit einem Überblick, was sich zum Monatswechsel alles geändert hat. Vorweg: Auf die Mehrwertsteuer-Senkung schauen wir heute Morgen noch einmal genauer.

PS: Heute ist internationaler Tag der Früchte. Wenn Sie also heute früh in Ihren Apfel oder die Banane beißen, dürfen Sie den Geschmack von frischem Obst ganz besonders genießen. Angeberwissen für die Kollegen auf Arbeit: Frucht des Jahres 2020 ist die Mandarine.

Über Themen aus dem Morgenticker berichtet MDR SACHSEN-ANHALT auch im... Hörfunk | MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | ab 5:00 Uhr
Fernsehen | MDR um 11 | 11:00 Uhr
Fernsehen | MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Werner Original vor 15 Wochen

@Moderatoren: Sollte jemand gerade privater Bauherr sein, dann aufpassen, es lauern Tricks und doppelter Boden durch Regierung und Finanzämter, sowie zeitiger beginnende Gewährleistunsansprüche, obwohl der Bau noch nicht beendet ist....

Werner Original vor 15 Wochen

Wenn man sich mit Handel, Handwerk usw. nicht auskennt, also die direkt Betroffenen für die praktische Umsetzung der 2-maligen! MwSt.-Änderung, kann man sich bei den IHK, HWK... Verbänden... Steuerberatern erkundigen, ob und was es für Probleme geben könnte oder gibt... was es für personeller und finanzieller Aufwand ist... Kosten/Nutzen... welche Gefahren von Abmahnanwälten und Finanzamt bei möglichen Fehlern lauern. Hätte man längst in Erfahrung bringen können, denn die Genannten sammeln Info´s. Mit einer Rabattaktion wie "Mehrwertsteuer zurück", die eigentlich eine sachlich falsche und irreführende Aussage rein für den "Kundenfang" ist, hat das garnichts zu tun. Irgendwelche "Prozente" auf Werbeflayer drucken ist nun wirklich keine Kunst - auch mit solchen "Mehrwertsteuer zurück"-Rabatten ist immer noch die gesetzlich geltende MwSt auf die Höhe des Nettobetrages in der Rechnung drin, sonst würde sich das Unternehmen strafbar machen. Die Kurzfassung davon: Siehe Dieter Nuhr...

Denkschnecke vor 16 Wochen

Ich verstehe wirklich nicht, dass sich der Handel jetzt über den Aufwand beschwert.
Ein bis zwei mal im Jahr fahren die großen Elektronik- und Möbelketten mit großem Werbeaufwand "Mehrwertsteuer zurück"-Aktionen. Da sind die Märkte dann immer brechend voll. Jetzt dehnt die Bundesregierung für sie die Frist auf 6 Monate aus und übernimmt auch noch die Werbung.

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