Pressekonferenz Nach Corona-Fällen: Sachsen-Anhalt verbietet Klassenfahrten

Nach mehreren nachgewiesenen Corona-Fällen in Sachsen-Anhalt hat die Landesregierung reagiert. Es wurde ein Einsatzstab gegründet. Außerdem sind bis Ende Mai mehrtägige Klassenfahrten verboten.

Ein Notarzt unterweist Schüler in einem Reisebus auf einem Schulgelände.
Damit erst gar keine Rettungskräfte eingesetzt werden müssen, sind Klassenfahrten in Sachsen-Anhalt vorerst verboten. Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt werden sämtliche Klassenfahrten, schulische Studienfahrten und Schüleraustausche bis 31. Mai ausgesetzt. Grund ist die Ausbreitung des Coronavirus. Das hat Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auf einer Pressekonferenz Dienstagnachmittag in Magdeburg mitgeteilt. Erlaubt sind lediglich eintägige Fahrten innerhalb von Sachsen-Anhalt, zum Beispiel zu Gedenkstätten.

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) betonte, dass die Entscheidung nicht leicht gewesen sei, Präventionsmaßnahmen jedoch Priorität hätten. Am Dienstag waren die ersten nachgewiesenen Corona-Infektionen im Land bekannt geworden. Tullner bittet alle Lehrer und Mitarbeiter von Schulen im Land, auch privat vorerst auf Fahrten in Risikogebiete zu verzichten. Für Klassenfahrten, die wegen des Verbotes des Landes ausfallen, wolle das Land die Kosten tragen.

Einsatzstab Pandemie gegründet

Haseloff bezeichnete die Ausbreitung des Coronavirus als "größte gesundheitliche Herausforderung, die es seit Bestehen des Landes Sachsen-Anhalt gegeben hat". Die Lage sei problematisch, weil es keinen Gegenstoff gegen das Coronavirus gibt. "Viel hängt vom individuellen Verhalten jedes Einzelnen ab", sagte Haseloff.

Reiner Haseloff
Bildrechte: CDU Sachsen-Anhalt

Jeder trägt jetzt für Jeden Verantwortung. Das ist mein Appell als Ministerpräsident für die Bürger des Landes.

Reiner Haseloff Ministerpräsident

Um die Lage besser zu koordinieren, hat Sachsen-Anhalt nach Aussage von Ministerpräsident Haseloff einen Einsatzstab Pandemie eingerichtet. Teil des Stabes seien mehrere Ministerien, das Landesamt für Verbraucherschutz, die Landesärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung. Es gehe um eine bestmögliche Versorgung der Betroffenen, sagte Haseloff. Ziel sei eine "möglichst schnelle Gesundung".

Empfehlungen für Ältere

Gesundheitsministerin Grimm-Benne rät Angehörigen davon ab, derzeit alte Menschen in Alten- und Pflegeheimen zu besuchen. Das solle die Bewohner der Heime schützen, sagte sie. Viele alte Menschen seien anfälliger für das Coronavirus, steckten eine Lungenentzündung nicht so leicht weg wie jüngere Menschen. "Angehörige sollten lieber zum Telefon greifen", sagte Grimm-Benne. Man wolle die alten Menschen aber nicht isolieren.

Quelle: MDR/ld/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 10. März 2020 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

Birgit vor 37 Wochen

Das ist ja Wahnsinn, wie sich unsere Landesväter um uns sorgen. Klassen - und Studienfahrten werden untersagt, toll, monatelang vorbereitet. Vielleicht sollte überlegt werden, in welche Gebiete untersagt wird. Ist der Zeitraum bis 31.5. verhältnismäßig?
Und für mich lächerlich, das Anbringen von Desinfektionsmittelbehältern in der Schule scheitert an drei Kostenvoranschlägen 😂, Händewaschen mit eiskaltem Wasser in den Klassenräumen, in Hauswirtschaft Spülmittel auf Zuteilung, Anweisung es zu verdünnen aus ökonomischen Gründen........ Großmächtig Duschen in der Turnhalle und wer soll sie benutzen ? In 5 Minuten Pause ?

Vielleicht fangen wir erst dort an, bevor wir Verbote erlassen. Hygiene steht doch an erster Stelle
Mit den Verboten bestrafen Sie die Schüler , es muss die Möglichkeit zum Schutz geschaffen werden und das ganz schnell ohne die persönliche Freiheit zu beschneiden.

Steffen 1978 vor 37 Wochen

Jeder trägt jetzt für jeden die Verantwortung???lieber Herr Hasselhoff
Sie waren in der Verantwortung uns Bürger zu schützen was sie in keinster Weise umsetzen konnten und jetzt diese Aussage für mich heißt das unfähig und das bedeutet sofortiger Rücktritt samt dem ganzen Landtag

Volker S. vor 37 Wochen

Das Verbieten von mehrtägigen Klassenfahrten ist nur die logische Konsequenz. Ebenso sollte man Berufspendlern die Fahrt, insbesondere in den Westen, verbieten. Auch Einreisende und Durchreisende nach Sachsen-Anhalt sollte man den Kontakt mit Einheimischen verbieten. Vielleicht wäre es am besten, wenn man eine Mauer um Sachsen-Anhalt baut. Nur mal so meine Gedanken dazu.

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