Nachfrage nach Impfungen gestiegen Corona und nahende Grippe-Saison: Herausforderungen für Hausärzte

Auch, wenn das Wetter spätsommerlich ist: Der Herbst rückt näher – und mit ihm die Erkältungs- und Grippezeit. Schon jetzt bilanzieren Mediziner in Sachsen-Anhalt, dass die Nachfrage nach der Grippeschutz-Impfung in diesem Jahr höher ist als sonst. Weil Corona hinzu kommt, sehen Hausärzte einem Herbst voller Herausforderungen entgegen.

Grippeschutzimpfung
Wegen der anstehenden Grippe-Saison erwarten Hausärzte in Corona-Zeiten besondere Herausforderungen. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Ritzau Scanpix

In den Arztpraxen in Sachsen-Anhalt steigt die Nachfrage nach einer Grippeschutz-Impfung. Das hat der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung im Land, Burkhard John, mitgeteilt. John sagte MDR SACHSEN-ANHALT, in vielen Praxen fragten Patienten verstärkt nach, ob der Impfstoff schon eingetroffen sei. Die Nachfrage sei groß. Die Arztpraxen in Sachsen-Anhalt seien in den vergangenen zwei Wochen mit Impfstoff beliefert worden.

Ich habe selbst auch schon festgestellt, dass sich Leute impfen lassen, die bisher eher etwas negativ eingestellt waren zur Impfung.

Burkhard John Hausarzt und Chef der Kassenärztlichen Vereinigung in Sachsen-Anhalt

Grippeimpfung auch für Kinder

Die Kassenärztliche Vereinigung hatte bereits vor einigen Wochen dazu aufgerufen, sich in diesem Jahr in jedem Fall gegen das Influenza-Virus impfen zu lassen. Das gelte vor allem für Menschen, die zur Risikogruppe gehörten – also Personen über 60, Schwangere, medizinisches Personal, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen oder Menschen, die beruflich mit vielen anderen Leuten zu tun haben.

Angesichts der aktuellen Situation hat auch der Magdeburger Kinderarzt Gunther Gosch Eltern aufgerufen, ihre Kinder gegen die Grippe impfen zu lassen. Grippeviren verbreiteten sich, anders als Coronaviren, vorwiegend durch Kinder. Der Schutz von Kindern führe dazu, dass sich weniger Erwachsene ansteckten – vor allem die mit chronischen Erkrankungen.

"Echte Herausforderung, vor allem für Hausärzte"

Hausärzte stehen nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung in den kommenden Monaten ohnehin vor großen Herausforderungen: Weil neben potenziellen Corona-Patienten vermehrt Patienten mit Grippe-Symptomen erwartet werden, muss in den Praxen differenziert werden. Dabei helfen würden Corona-Schnelltests, die aber noch nicht zur Verfügung stehen. Burkhard John von der Kassenärztlichen Vereinigung sagte, es gebe nur die Gelegenheit, einen Abstrich zu machen und ins Labor zu schicken. Bis ein Ergebnis vorliege, dauere es aber rund zwölf Stunden.

Vor allem in den Hausarztpraxen werde das in diesem Herbst zur echten Herausforderung, sagte John.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR um 11 | 18. September 2020 | 11:00 Uhr

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