Neue Corona-Verordnung Diskos öffnen ab November, Maskenpflicht wird stärker kontrolliert

Verstärkte Maskenkontrollen und geöffnete Diskos ab November: Die Landesregierung hat die neue Corona-Verordnung für Sachsen-Anhalt bekanntgegeben. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) trägt bei einem Besuch des Universitätsklinikums einen Mundschutz
Ministerpräsident Reiner Haseloff steht weiterhin dazu, dass es kein extra Bußgeld für Maskenverweigerer in Sachsen-Anhalt gibt. Das heiße aber nicht, dass das Land ein sanktionsfreier Raum sei, sondern sehr wohl geahndet werdet. Aber eben mit den Maßnahmen, die schon bestünden. Bildrechte: Denny Sachse

Es war das Thema, das Sachsen-Anhalt in den Mittelpunkt einer deutschlandweiten Diskussion gestellt hat: Bußgelder für Maskenverweigerer. Alle Bundesländer hatten sich vergangene Woche dafür ausgesprochen, entsprechende Vergehen mit mindestens 50 Euro zu ahnden – bis auf Sachsen-Anhalt. Ministerpräsident Reiner Haseloff verteidigte seine Entscheidung in den Tagesthemen so:

Wir haben seit Monaten klare Regularien, was den Mund-Nasen-Schutz anbelangt, und haben damit gute Erfahrungen gemacht, sonst hätten wir auch nicht diese niedrigen Infektionszahlen. Jetzt zu sagen, dass bei dieser niedrigen Infektionsquote eine Verschärfung der Regeln notwendig ist, das würde Akzeptanz kosten.

Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

Jetzt, wenige Tage später, bestätigte Haseloff auf der Landespressekonferenz diese Ansicht. Dabei stellte er klar, dass es in Sachsen-Anhalt keinen sanktionsfreien Bereich gebe. Die Maskenpflicht gelte weiterhin und solle auch verstärkt kontrolliert werden. Und das im Rahmen der Regularien und Bußgelder, die schon seit Monaten im Land gelten würden. Haseloff fügte hinzu, dass es deshalb vermehrt Polizeipräsenz geben werde, beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln. Er betonte gleichzeitig auch, dass die Infektionszahlen im Land auf Grund dieser erfolgreichen Maßnahmen niedrig seien.

Kulturminister Rainer Robra ergänzte die Ausführungen mit Verweis auf das Land Bayern. Dort würden solche Kontrollen mit Bußgeldverfahren gemacht: die Ergebnisse seien im niedrigen zweistelligen Bereich. Er halte das Ganze für einen großen Verwaltungsaufwand, der bei der aktuellen Situation in Sachsen-Anhalt nicht nötig sei. Menschen, die beim Bahnfahren keine Maske tragen wollen, könnten auch bei der nächsten Haltestelle rausgeworfen werden. Das finde er viel effektiver.

Diskotheken dürfen ab 1. November öffnen

Sachsen-Anhalt will ab dem 1. November Clubs und Diskotheken mit einem entsprechenden Hygienekonzept wieder öffnen. "Wir sind das erste Bundesland, das diese Perspektive ermöglicht", sagte Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD). "Ähnlich wie bei den Restaurants damals. Da sind andere Länder dann auch wie eine Art Dominoeffekt nachgezogen."

Außerdem dürften seit dem 29. August Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen in geschlossenen Räumen stattfinden, im Außenbereich bleibe aktuell die Obergrenze von 1.000 Menschen. Diese Personenzahlen dürften bei Sport- und Kulturveranstaltungen, also beispielsweise für Zuschauer in Fußballstadien, erhöht werden, wenn ein entsprechendes Hygienekonzept durch das Kultur- und Sozialministerium genehmigt wird.

Sitzkonzert mit Maske: So erlebten die Besucher das Konzert von Tim Bendzko mit Video
Sitzkonzert mit Maske: So erlebten die Besucher das Konzert von Tim Bendzko Bildrechte: MDR JUMP

Apropos Zuschauer: Die mitteldeutschen Fußballclubs – darunter auch der 1. FC Magdeburg und der Hallesche FC – begrüßen die Entscheidung des DFB, wieder mit Publikum spielen zu können. Ein entsprechendes Hygienekonzept, wie es die Ministerien fordern, hätten die Vereine erarbeitet. Zuletzt hatten die Clubs bereits Zuschauer zu Trainingseinheiten zugelassen, auch bei einigen Testspielen waren Fans in den Stadien. Die neue Saison beginnt am 18. September. Vom 11. bis 14. September steht die erste Runde im DFB-Pokal an, der 1. FC Magdeburg wird gegen Darmstadt 98 Heimrecht haben. Auch für dieses Spiel hat der DFB grünes Licht für Zuschauer gegeben.

Die Pläne für Weihnachtsmärkte und Karneval

Vorausgesetzt, dass die Corona-Fälle in Sachsen-Anhalt nicht drastisch zunehmen, sollen Weihnachtsmärkte stattfinden, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne. Auch diese bräuchten aber selbstverständlich ein Hygienekonzept.

Im Bezug auf die Karnevals-Veranstaltungen sagte Kulturminister Rainer Robra, dass diejenigen stattfinden könnten, die zu den aktuellen Regeln passen. Er verwies auf die traditionelle Versammlung in Köthen am 11. November, die unter Einhaltung der Regeln von Personen in geschlossenen Räumen, möglich sei. Zu Karnevalsumzügen und großen Feiern, wie in Köln und Düsseldorf, die derzeit deutschlandweit diskutiert werden, äußerte er sich bisher nicht.

So geht es weiter

Die achte Corona-Verordnung für das Land Sachsen-Anhalt steht mit diesen Neuerungen fest – sie gilt ab dem 17. September. Aber wie geht es danach weiter? Auch dazu äußerten sich die Minister am Dienstag. Wirtschaftsminister Armin Willingmann betonte, dass es auch Ziel sei, die Präsenzveranstaltungen an Hochschulen zum Wintersemester zu ermöglichen. Und, dass sie – sofern es die Situation zulasse – planen, das ab dem 1. November 1.000 Personen in geschlossenen Räumen zusammenkommen könnten. Das hänge aber alles von der Corona-Entwicklung ab. Jeder Sachsen-Anhalter sei dafür mit verantwortlich.

Quelle: MDR/jd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. September 2020 | 14:00 Uhr

8 Kommentare

Critica vor 2 Wochen

Es ist schon gruselig, wie das Volk "vera..." wird. Seit Monaten wird uns mal ein Brocken hingeworfen: Ihr dürft wieder einkaufen, Ihr dürft wieder in Gaststätten, Ihr dürft Euch wieder besuchen und wir sollen noch Beifall klatschen, was wir doch für besorgte Regierende haben. Alles nur für unser Wohlbefinden.
Wir gewöhnen uns langsam daran und dann haben wir ganz schnell wieder die gute alte DDR. Da musste man auch fragen, ob man mal Geburtstag im größeren Kreis feiern darf.
Und wenn man diese Vorgehensweise der Regierenden kritisiert, wird man ganz schnell in die rechte Ecke gestellt oder als Verschwörungstheoretiker abgestempelt.

Grosser Klaus vor 2 Wochen

Entscheidend ist immer noch:
1. Wieviele Erkrankte gibt es?
2. Wie schwer ist die Erkrankung, wie sind die Krankheitsverläufe?
3. Wieviele Neuinfizierte, wieviele Genesene gibt es?
4. Wie hoch ist die Dunkelziffer von Neuinfizierten und von Genesenen?
5. Wie sind die Infektionswege bzw. die Infektionsketten?
Angst und Panik sind nun mal ein schlechter Ratgeber.

Grosser Klaus vor 2 Wochen

Entscheidend ist immer noch:
1. Wieviele Erkrankte gibt es?
2. Wie schwer ist die Erkrankung, wie sind die Krankheitsverläufe?
3. Wieviele Neuinfizierte, wieviele Genesene gibt es?
4. Wie hoch ist die Dunkelziffer von Neuinfizierten und von Genesenen?
5. Wie sind die Infektionswege bzw. die Infektionsketten?
Angst und Panik sind nun mal ein schlechter Ratgeber.

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