Steigende Preise, andere Züge Neuer Bahn-Fahrplan tritt in Kraft

Die Bahn stellt zum zweiten Advent ihren Fahrplan um. Das bedeutet unter anderem: Die Züge des Harz-Elbe-Expresses verschwinden von Sachsen-Anhalts Schienen. Ab Sonntag rollen Züge von Abellio durchs Land. Neben zusätzlichen Zügen auf der Schnellstrecke über Halle nach München bringt der neue Fahrplan noch etwas – und zwar steigende Preise.

Die neuen Talent-2-Züge von Abellio.
Statt der HEX-Züge werden in Sachsen-Anhalt ab Sonntag Abellio-Bahnen durchs Land rollen. (Symbolbild) Bildrechte: Abellio

Bei der Bahn gilt seit Sonntag ein neuer Fahrplan. Auch in Sachsen-Anhalt wird sich in diesem Zuge einiges ändern. Die sichtbarste Veränderung: Der Harz-Elbe-Express (HEX) verschwindet von den Schienen im Land. Die Strecken im sogenannten DISA-Netz (Diesel Sachsen-Anhalt) werden vom privaten Bahnunternehmen Abellio übernommen. Abellio-Züge sind damit unter anderem zwischen Stendal und Wolfsburg, Magdeburg und Wolfsburg und durch Börde und Harz unterwegs. 2015 hatte Abellio sich bei der neuen Ausschreibung gegen den HEX durchgesetzt.

Abellio übernimmt aber auch die Strecken zwischen Halle und Halberstadt oder Naumburg und Wangen. Auf letzterer Strecke stellt die Burgenlandbahn ihren Betrieb ein. In Naumburg soll es so bessere Anschlüsse geben – und mehr Platz für Fahrräder in den Zügen.

Tschüss, HEX! Auf seiner Webseite verabschiedet sich der Harz-Elbe-Express (HEX) von seinen Fahrgästen in Sachsen-Anhalt. "Danke!", ist dort zu lesen – "für dreizehn Jahre Treue auf dem Schienennetz des Nordharzes". Auf der Webseite des Unternehmens heißt es, man blicke gern auf die schöne Zeit zurück. Man sei stolz auf die gemeisterten Herausforderungen und dankbar für die Treue der Fahrgäste. Auf Instagram haben zahlreiche Fahrgäste unter dem Hashtag #meinhex ihre fotografischen Erinnerungen an 13 Jahre Harz-Elbe-Express veröffentlicht.

Auf der Strecke Magdeburg-Halberstadt wird der Bahnhof Blumberg (Landkreis Börde) nicht mehr angefahren. Im Landessüden gibt es eine neue Expressverbindung zwischen Halle und Jena mit einer Reisezeit von knapp einer Stunde. Die S-Bahn verstärkt zudem ihre Takte zwischen Halle und Leipzig. Weil Wagen fehlen, sind die Bahnen aber mit weniger Zugteilen unterwegs.

Animation von #MDRklärt, auf der ein HEX-Zug vor Bäumen und einem Windrad entlang fährt. 1 min
Bildrechte: MDR/Max Schörm

Do 06.12.2018 17:30Uhr 00:40 min

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/video-256118.html

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Mehr ICE-Sprinter

Und der neue Bahnfahrplan bringt noch etwas Neues: Wegen der hohen Nachfrage auf der 2017 eröffneten Schnellfahrstrecke von Berlin über Halle nach München verstärkt die Bahn den Takt der ICE-Züge auf dieser Verbindung. Künftig fahren täglich fünf statt bisher drei sogenannte Sprinter je Richtung. Die Züge halten in Halle. Außerdem kommen ICE 4 zum Einsatz. In diesen Zügen ist es möglich, Fahrräder mitzunehmen.

Dass auf der Schnellfahrstrecke nach München deutlich mehr Züge unterwegs sein könnten, berichtete am Sonnabend auch die "Mitteldeutsche Zeitung". Über die Strecke rollen im Schnitt demnach weniger als zwei Züge in der Stunde. Technisch möglich wären bis zu sechs, schrieb das Blatt.

Die Preise steigen

Mit dem Fahrplanwechsel erhöht die Bahn wie bereits in den vergangenen Jahren die Preise. Im Fernverkehr steigen die Kosten für Tickets um rund zwei Prozent, Zeitkarten werden um knapp drei Prozent teurer – das Fahren mit Regionalzügen im Durchschnitt um 1,5 Prozent.

Allerdings: Wer seine Reise noch vor dem Fahrplanwechsel am Sonntag bucht, fährt noch zu den alten Preisen. Ausgenommen von Preiserhöhungen sind außerdem Fahrten innerhalb von Verkehrsverbünden, wie marego oder dem MDV. Dort gelten eigene Tarife.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09.12.2018 | 07:00 Uhr

Quelle: MDR/ld

Zuletzt aktualisiert: 09. Dezember 2018, 16:06 Uhr

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4 Kommentare

09.12.2018 22:51 Terkenheim 4

Blumenberg war mal ein Bahnknotenpunkt mit Verbindungen in alle Himmelsrichtungen. Erst wurden die Zweigstrecken nach und nach stillgelegt. Dann der Takt für die Zughalte vermindert. Und jetzt wird die Station endgültig dicht gemacht. Sehr traurig, dieser Abstieg.

Der Bahnhof ist systematisch herunter gewirtschaftet worden. In die baulichen Anlagen wurde seit Jahrzehnten nichts mehr investiert. Und auch die Fahrplangestaltung ließ sehr zu wünschen übrig. Zuletzt hatte man nur noch alle zwei Stunden dort einen Zug halten lassen. Kein Wunder, dass die Fahrgastzahlen in den Keller gingen. Bei so einem schlechten Angebot lockt man niemanden in die Bahn. Aber wahrscheinlich sollte es genau so sein. Nun ist das Ziel erreicht.

09.12.2018 13:03 Peter 3

Richtig so NASA, der nächste Bahnhof weg, warum fahren wir nicht gleich durch von Magdeburg nach Halberstadt. Wie sollen da Menschen noch Bahn fahren, wenn keine fährt. So was nennt man systematische Stillegung von Strecken. Wann endlich regiert bei der NASA Fachpersonale die was von der Eisenbahn verstehen.

09.12.2018 09:10 Dirk 2

Die Bahn sollte mal lieber das Alkoholverbot in Zügen verordnen, so wie Metronom in Niedersachsen. Die Angetrunkenen pöbeln Fahrgäste an und die Schaffnerinnen sehen auch zu, dass sie das Weite suchen. Es ist kein Vergnügen, das Bahnfahren in Sachsen Anhalt, auch wenn auf Bahnhöfen und in Zügen sich sogenannte Fußballfans lautstark und ungehindert zusammenrotten, ja, ungehindert, da subventioniert vom Ordnungsbehüter.