Geringer Wasserstand der Elbe
95 Zentimeter hat der Elbepegel in Magdeburg. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Niedriger Wasserstand Elbe-Pegel wird zum Problem für Binnenschiffer

Der Schifffahrt an der Elbe stehen schwierige Wochen bevor. Trotz der Regenfälle in den vergangenen Tagen sinken die Pegel weiter. Bei Magdeburg ist der Pegel schon auf unter einen Meter gerutscht, auch in Tangermünde ist der Wasserstand seit dem Wochenende um zehn Zentimeter gesunken.

Geringer Wasserstand der Elbe
95 Zentimeter hat der Elbepegel in Magdeburg. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Die Binnenschifffahrt in Sachsen-Anhalt steuert auf schwierige Verhältnisse zu. Die Elbepegel sinken immer weiter. Auch die Unwetter der vergangenen Tage mit starken Regenfällen haben am sinkenden Wasserstand nichts geändert. Am Montagmorgen zeigte der Pegel an der Magdeburger Strombrücke nur noch 95 Zentimeter an. Anfang des Monats waren es noch knapp 50 Zentimeter mehr.

Der Pegel am Elbpegel Magdeburg-Strombrücke zeigt am 20.09.2018 einen Wert von 45 Zentimetern an.
Negativrekord im Dürrejahr 2018: Am 20. September zeigt der Elbpegel Magdeburg-Strombrücke einen Wert von 45 Zentimetern an. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Florian Leue

Aus dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Magdeburg heißt es, dass die aktuellen Wasserstände die Binnenschiffer zwingen, ihre Ladung zu erleichtern. Teilweise lohne es sich gar nicht mehr zu fahren. Nach derzeitigem Stand könne man zwar noch mit einem Tiefgang von bis zu 1,40 Meter Richtung Hamburg schippern. Die Binnenschifffahrt in Richtung Dresden sei aber kaum noch möglich. Auch die weiteren Aussichten seien eher düster.

Trotzdem entspricht der derzeitige Wasserstand den Angaben zufolge dem Normalfall für Mitte Juni. Im Vorjahr habe man ähnliche Pegel bereits im Mai erreicht, hieß es.

Auswirkungen auf Fährbetrieb

Am Akener Hafen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sieht Chef Peter Ziegler trotz Niedrigwassers noch keine Probleme für Binnenschiffer. Dafür schaut man bei den Fähren entlang der Elbe mit Sorge auf die fallenden Pegel. So ist in Coswig im Landkreis Anhalt Wittenberg der Pegel innerhalb eines Tages um knapp 20 Zentimeter gefallen. Die Fähre setzt derzeit noch über. Aber Stadtwerkechef Matthias Mohs denkt darüber nach, die Traglast zu beschränken. In Elster ist das zum Beispiel schon passiert. So nimmt der Fährmann nur bis zu 30 Tonnen Last mit.

Chemietanks werden auf ein Schiff im Akener Hafen geladen.
Am Hafen in Aken gibt es noch keine Probleme für die Schifffahrt. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau

Peilschiff misst regelmäßig Tauchtiefe

Auch in Tangermünde ist der Pegel der Elbe seit dem Wochenende um zehn Zentimeter gesunken. Am Montagmorgen lag er nur noch bei 1,81 Meter. Das ist 1,14 Meter unter dem langjährigen Mittelwert. Bis Donnerstag soll der Wasserstand der Elbe laut Prognose nochmals um 16 Zentimeter sinken.

Vom Wasserstraßenamt hieß es, größere Frachtschiffe müssten ihre Last schon jetzt reduzieren. Die Behörde sei dazu übergegangen, den Strom zweimal wöchentlich mit einem Peilschiff zu vermessen, um exakte Angaben über die Tauchtiefe zu bekommen. Auf der Elbe in Tangermünde kommen derzeit zwei bis drei Frachtschiffe pro Tag vorbei.

Passagierschifffahrt noch ohne Probleme

Unbeeindruckt vom derzeitigen Pegelstand zeigt sich noch die Passagierschifffahrt. Die Ausflugsschiffe der Weißen Flotte sind bisher planmäßig unterwegs. Auch die Ausflugsschiffe der Reederei Kaiser zum Beispiel fahren am Wasserstraßenkreuz Magdeburg, ab Tangermünde und auf der Havel in Havelberg ohne Einschränkungen. Und gute Nachrichten gibt es auch für die Schifffahrt auf der Saale: Dort sorgt der Wasserstand bisher für keine größeren Probleme.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. Juni 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2019, 15:32 Uhr

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9 Kommentare

19.06.2019 13:12 lummox 9

alarm! klimakatastrophe, diesmal wegen wasserknappheit. morgen dann wegen überschwemmungen, übermorgen eine neue eiszeit, der mensch lebt einfach zu kurze zeit um gaia zu begreifen.

19.06.2019 09:24 C.T. 8

Hilfe - die Natur, die Erde - einfach alles verhält sich dynamisch!...
Nicht jammern - anpassen oder auf der Strecke bleiben. So funktioniert die Erde seit Millionen/ Mrd. von Jahren und so wird die Erde auch noch nach dem Menschen funktionieren.

19.06.2019 07:23 Henne2003 7

@6: "etwas einfach gestrickter User" (zu 3.) ist aber sehr freundlich ausgedrückt... Was die Staustufen betrifft: Ja, die gibt es schon länger. Da die Elbe im Oberlauf ein viel größeres Gefälle hat als in DE, ist dort die Gefahr eines schnellen Hochwassers auch größer, deshalb die Staumauern.
Zu @4: Auch die AfD kann nicht verhindern, dass ca. 70% des Elbeinzugsgebietes in DE liegt. Die Höhe des Magdeburger Elbepegels wird also wesentlich vom Regen im Harz, Thüringer Wald, Erzgebirge usw. bestimmt.
An Mediator: Es kümmert CZ überhaupt nicht, wenn die Menschen im deutschen Einzugsbereich der Elbe kein Wasser mehr haben. Darauf hat CZ keinen Einfluss. Ich empfehle Ihnen, mal Ihre Allgemeinbildung etwas zu verbessern. Vielleich haben Sie dann keine Zeit mehr, jede Möglichkeit für parteipolitische Hetze zu nutzen.

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