Eine Frau hält die Hand einer Seniorin.
In Sachsen-Anhalt begleiten Ehrenamtliche Sterbende. Bildrechte: colourbox

Sterbende begleiten 700 Ehrenamtliche im Palliativdienst

Nicht nur Ärzte und Pfleger leisten Palliativdienst. Auch etwa 700 Ehrenamtliche in Sachsen-Anhalt helfen Menschen, die bald sterben. Wie sie mit den Sterbenden und Angehörigen umgehen, lernen sie in einer Schulung.

Eine Frau hält die Hand einer Seniorin.
In Sachsen-Anhalt begleiten Ehrenamtliche Sterbende. Bildrechte: colourbox

In Sachsen-Anhalt begleiten etwa 700 Ehrenamtliche Schwerstkranke in ihren letzten Wochen. Damit unterstützen sie Ärzte und Pfleger, so wie Anja Bierhals. Die Krankenschwester hat sich direkt nach ihrer Ausbildung für eine Arbeit im Hospiz entschieden. Sie arbeitet als eine von 17 Pflegern im Evangelischen Hospiz Stendal.

Die extremen Krankheitsverläufe der Bewohner seien anfangs eine Herausforderung gewesen, sagt Bierhals. Beispielsweise sehe man Tumore, die nach außen wachsen. Wichtig sei es, professionellen Abstand zu wahren und die Erlebnisse nicht zu nah an sich heranzulassen. Das sei aber schwierig bei Hospizgästen, die mehrere Monate im Hospiz wohnen. Im Durchschnitt verbringen Sterbende drei Wochen im Stendaler Hospiz.

Ehrenamtliche werden geschult

Den richtigen Umgang mit sterbenskranken Menschen und deren Angehörigen können auch Freiwillige lernen. 100 Stunden dauert die Schulung, die in Sachsen-Anhalt bereits etwa 700 Personen absolviert haben. "Die Ehrenamtlichen engagieren sich in Palliativstationen in Krankenhäusern, bei ambulanten Palliativdiensten und in stationären Hospizen", sagte der Vorsitzende des Hospiz- und Palliativverbands Sachsen-Anhalt und Pfarrer Ulrich Paulsen. Es brauche allerdings deutlich mehr Palliativfachkräfte – Ärzte wie Pfleger.

Paulsen ist auch für die Seelsorge im Hospiz Stendal zuständig. Obwohl 80 Prozent der Bewohner eigentlich nicht religiös seien, würden die spirituellen Angebote im Haus gut angenommen. Die Gäste der Einrichtung ebenso wie Angehörige zeigten ihm und seinem Team an Mitarbeitern und Ehrenamtlichen große Dankbarkeit: "Angehörige, die die Pflege zu Hause nicht mehr leisten können, kommen zu mir und sagen 'Wir hatten uns nie vorgestellt, welche Lebensqualität dies uns zurückgibt'", sagt Paulsen. "Viele Bewohner blühen in der Zeit hier nochmal richtig auf."

Acht Hospize in Sachsen-Anhalt

Bisher gibt es acht stationäre Hospize in Sachsen-Anhalt. In den kommenden Jahren sollen zwei weitere entstehen. Bundesweit findet Palliativarbeit durch Pfleger, Ärzte und Ehrenamtliche in 240 stationären Hospizen statt.

Außerdem gibt es 1.500 ambulante Hospizdienste, die von 120.000 Ehrenamtlichen unterstützt werden. Laut dem Deutschen Hospiz- und Palliativverband (DHPV) sterben etwa drei Prozent der Menschen in Deutschland in einem Hospiz. Die meisten wollen laut DHPV dort sterben, wo sie ihr Leben verbracht haben. Sie verbrächten ihre letzten Tage also zu Hause oder im Pflegeheim.

Quelle: dpa, MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18. Dezember 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2018, 11:06 Uhr

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7 Kommentare

18.12.2018 19:44 keule 7

Karl,ich schliesse mich deiner voll und ganz an,hab es persönlich erlebt,alle dort haben höchste Anerkennung verdient,weiter so und viel Kraft allen!!!

18.12.2018 16:01 Karl 6

hat man davon mal was gehört das der feine Bundespr. diese Leute die es 100 X verdient haben zu ehren ?? das sind noch Bürger wo man stolz sein kann den es können nicht jeder so eine schwere Aufgabe übernehmen ich auch nicht ,

18.12.2018 15:50 Karl 5

@ 2 vollkommend richtig !

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