Atlas der Bundesagentur für Arbeit Pendler-Land Sachsen-Anhalt

Immer noch pendeln viele Menschen in Sachsen-Anhalt zu ihrem Arbeitsplatz. Egal, ob in benachbarte Gemeinden oder in andere Bundesländer – die Zahl der Pendler ist weiter auf hohem Niveau. Etwa jeder sechste Arbeitnehmer arbeitet außerhalb von Sachsen-Anhalt.

Pendler besteigen einen Regionalzug
Egal wie, mit dem Auto oder mit der Bahn, in Sachsen-Anhalt pendeln mehr als 143.000 regelmäßig zu ihrer Arbeit in ein anderes Bundesland. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

In Sachsen-Anhalt pendeln immer noch viele Menschen zur Arbeit. Das geht aus der Pendlerbilanz der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2019 hervor. Seit 2017 liegt die Zahl derjenigen, die aus dem Land in ein anderes Bundesland zur Arbeit pendeln, bei mehr als 143.000 – auch, wenn sie leicht gesunken ist.

Jeder Sechste pendelt in anderes Bundesland

Auch wenn die absoluten Zahlen gestiegen sind, eine Zahl blieb konstant: Etwa jeder sechste Sachsen-Anhalter pendelt in ein anderes Bundesland zur Arbeit – wie auch schon vor zehn Jahren. Insgesamt hatten 2019 etwa 860.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte ihren Wohnort in Sachsen-Anhalt.

Wer ist ein Pendler?

Als Pendler wird jeder gezählt, der einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgeht – und das nicht an seinem Wohnort. Die Häufigkeit des Pendelns ist dabei unerheblich. Einpendler sind diejenigen, die nicht an ihrem Arbeitsort wohnen. Auspendler sind diejenigen, die nicht an ihrem Wohnort arbeiten.

Quelle: Pendlerheft 2019, Bundesagentur für Arbeit

Aber es gibt auch Menschen, die für ihre Arbeit nach Sachsen-Anhalt kommen. Hier gibt es einen deutlicheren Anstieg im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Waren es 2017 noch knapp 68.000, die nach Sachsen-Anhalt hinein pendelten, sind es im Jahr 2019 etwa 70.000 Menschen gewesen.

Einen Zuwachs an Auspendlern gab es in Magdeburg, Halle und Stendal. In Halle stiegen allerdings auch die Zahlen der Einpendler. Gleiches gilt auch für den Kreis Anhalt-Bitterfeld, das Jerichower Land, Mansfeld-Südharz und den Saalekreis.

Top 10 der Auspendler-Orte (2019)
Landkreis Anzahl
Saalekreis 41.280
Börde 34.519
Salzlandkreis 25.220
Halle (Saale) 30.783
Burgenlandkreis 26.469
Anhalt-Bitterfeld 23.650
Harz 22.083
Magdeburg 29.368
Mansfeld-Südharz 17.021
Wittenberg 15.399
Top 10 der Einpendler-Orte (2019)
Landkreis Anzahl
Magdeburg 44.133
Halle (Saale) 40.785
Saalekreis 33.778
Börde 22.710
Dessau-Roßlau 13.304
Anhalt-Bitterfeld 16.671
Salzlandkreis 15.110
Burgenlandkreis 13.185
Harz 9.502
Jerichower Land 8.550

Beliebter Arbeitsort: Magdeburg, Halle und der Saalekreis

Wenn man nicht nur das Bundesland betrachtet, sondern auch die Pendelbewegungen zwischen den Landkreisen, sind die Städte Magdeburg, Halle und der Saalekreis als Arbeitsort für Pendler am beliebtesten. Hier arbeiteten 2019 insgesamt mehr als 115.000 Menschen, die nicht vor Ort wohnten.

Gleichzeitig pendelten aber auch mehr als 100.000 Menschen von diesen Orten in andere Kreise oder Bundesländer.

Insgesamt kommen rund neun Prozent der Beschäftigten, die in Sachsen-Anhalt arbeiten, aus einem anderen Bundesland. Vor zehn Jahren waren es rund sieben Prozent.

Wohin gehen die Pendler, woher kommen sie?

Wenn man sich anschaut, wohin die Pendler zur Arbeit gehen, zeigt sich, dass es viele in die nahegelegenen Großstädte zieht:

Aus dem Saalekreis pendeln die meisten nach Halle und nach Leipzig:

Halle (Saale)  18.675
Leipzig 5.396
Burgenlandkreis 3.180

Aus der Börde pendeln die meisten Menschen nach Magdeburg. Auf Platz zwei und drei folgt schon das benachbarte Niedersachsen:

Magdeburg 15.301
Wolfsburg 3.582
Helmstedt 3.278

Auch aus dem Salzlandkreis zieht es viele Menschen nach Magdeburg. Aber auch Jobs in der Börde und dem Harz sind attraktiv.

Magdeburg 7.569
Börde 3.029
Harz 2.172

Und woher kommen die meisten Arbeitnehmer, wenn sie zur Arbeit nach Magdeburg, Halle und in den Saalekreis pendeln? Hier zeigt sich, dass die meisten Arbeitnehmer ausschließlich innerhalb von Sachsen-Anhalt pendeln – bis auf die Ausnahme Leipzig.

Nach Magdeburg pendeln Arbeitnehmer hauptsächlich aus:

Börde 15.301
Salzlandkreis 7.569
Jerichower Land 7.502

Nach Halle zieht es die Menschen vor allem aus folgenden Regionen:

Saalekreis 18.675
Leipzig 4.005
Mansfeld-Südharz 2.936

Und in den Saalekreis kommen die Pendler zum größten Teil aus:

Halle 11.179
Burgenlandkreis 4.867
Leipzig 3.333

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 21. Februar 2020 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2020, 18:21 Uhr

2 Kommentare

Steffen 1978 vor 6 Wochen

Das Pendeln in andere Bundesländer haben wir dem politischen Versagen aller Landes und Bundesregierungen der letzten 30 Jahre zu verdanken niemand war bis jetzt in der Lage ist und West auf eine Ebene zu heben egal ob Löhne oder Lebensstandard erst hat die Treuhand den Osten niederschlagen und jetzt sind es die Gutmenschen von Grünen und Linken die den ostländern den Rest geben ich bedanke mich hiermit für die Zerstörung meiner Heimat

Kelte vom Oechsenberg vor 6 Wochen

So ist es halt. Wenn`s daheim keine Arbeit gibt muß man halt pendeln. Übrigens, bereits in den Jahren 1860 - 1900 mußten viele Bewohner in meiner Umgebung nach Westfalen "Pendeln" um ihre Familien in der Rhön zu versorgen. Diese "Pendler", auch "Westfalengänger" genannt, hatten aber nicht das Vergnügen freitags nachhause zukommen. Die Frage nun: Welches Los ist / war nun schwerer zu ertragen?

Mehr aus Sachsen-Anhalt