Personalnot Abellio sucht Lokführer

Dem Bahnunternehmen Abellio fehlen in Sachsen-Anhalt etwa 30 Lokführer. Ab Dezember sollen zusätzliche Strecken von dem Unternehmen betrieben werden – unter anderem in den Regionen Harz und Magdeburg.

Die neuen Talent-2-Züge von Abellio.
Abellio Mitteldeutschland betreibt Linien in Sachsen-Anhalt und Thüringen Bildrechte: Abellio

In Sachsen-Anhalt hat Abellio akute Personalnot. Der Grund dafür ist der Betrieb von 16 zusätzlichen Strecken ab Dezember. Ein Unternehmenssprecher teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit, es fehlten bei der Netzübernahme noch etwa 30 Lokführer. Das Unternehmen plane nun, übergangsweise Lokführer aus Stuttgart in Sachsen-Anhalt einzusetzen. Die Mitarbeiter könnten nach einer kurzen Einweisung auch in Sachsen-Anhalt fahren.

Lokführer für Aschersleben, Halberstadt, Magdeburg und Stendal

Insgesamt braucht Abellio 180 neue Lokführer. 170 Arbeitsverträge sind schon unterschrieben. Das Problem sei jedoch, 20 Quereinsteiger könnten erst im Januar ihren Dienst antreten. Trotzdem werden auf der Internetseite des Unternehmens unter anderem Kundenbetreuer und Triebfahrzeugführer für die Standorte Aschersleben, Halberstadt, Magdeburg und Stendal gesucht.

Bislang ist Abellio hauptsächlich im Süden Sachsen-Anhalts unterwegs. Dort betreibt die Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH mit Sitz in Halle seit 2015 das Elektronetz Saale-Thüringen-Südharz. Ab 9. Dezember kommen nun 16 Dieselnetzstrecken in Sachsen-Anhalt hinzu.

Folgende Linien werden ab Dezember in Sachsen-Anhalt dazu kommen:

  • Expresslinien 4/24 Halle (Saale) – Halberstadt – Goslar
  • Expresslinie 10 Magdeburg – Sangerhausen – Erfurt
  • Expresslinien 11/11a/21/31 Magdeburg – Halberstadt – Thale/Blankenburg/Goslar mit Zug am Wochenende von und nach Berlin
  • Regionallinie 35 Stendal – Wolfsburg
  • Expresslinie 6/ Regionallinie 36 Magdeburg – Wolfsburg
  • Regionallinie 41 Magdeburg – Güsten – Aschersleben
  • Regionallinie 43 Magdeburg – Oschersleben
  • Regionallinie 47 Halle (Saale) – Könnern – Bernburg
  • Regionallinie 48 Magdeburg – Calbe (Saale) – Bernburg
  • Regionallinie 50 Dessau – Güsten – Aschersleben
  • Regionallinie 77 Naumburg (Saale) – Nebra – Wangen

Abellio Dieselnetzplan ab 2018
Der Abellio-Dieselnetzplan ab Dezember 2018 Bildrechte: Abellio Deutschland

Ausfall von Zügen

Schon seit September fallen auf einigen Strecken des Abellio-Netzes Züge aus, da viele Lokführer nach Angaben des Unternehmens für die neuen Züge und Strecken geschult werden. Jeden Tag fehlten deshalb rund acht Lokführer. Zudem sei es nicht gelungen, mehr zusätzliche Lokführer einzustellen.

Betroffen sind unter anderem Fahrten zwischen Halle und Weißenfels (RB 20) sowie zwischen Halle und Eisleben (RB 75). Auch Verbindungen in Thüringen sind betroffen. Die ausfallenden Züge werden durch Busse ersetzt. In Thüringen muss Abellio voraussichtlich rund fünf Millionen Euro zurückzahlen, da Züge verspätet oder ausgefallen waren.

Über Abellio Mitteldeutschland Die Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH ist ein hundertprozentige Tochter der deutschen Abellio GmbH. Deutschlandweit werden in Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen Bahnnetze betrieben. Abellio Deutschland ist Teil der niederländischen Abellio-Gruppe, die im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland und in Deutschland Busse und Bahnen des Öffentlichen Personennahverkehrs betreibt. Die Abellio-Gruppe wurde 2002 von der niederländischen Staatsbahn Nederlandse Spoorwegen (NS) gegründet.

Quelle: MDR,dpa/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Oktober 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2018, 11:13 Uhr

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15 Kommentare

10.10.2018 06:35 Sr.Raul 15

Erinnert immer mehr an die einsztige Endzeitstimmung und "Erichs Himmelfahrt". Will nach seinem Ableben in den kapitalistischen Himmel. Kommt in die Baracke, tote Hose dort. Sollen tags drauf geteert und gefedert werden. Also nüscht wie weg, in Ri. soz. Himmel. Da wackelt die Baracke im Takt fröhlichen Gelages. Wass'n hier los Genossen? Komme grade auss'm kap. Himmel, die soll'n morgen geteert und gefedert werden. Wir ooch, antwortet Einer, aber du weeßt ja wie's iss: Heute keen Teer, morjen keene Federn.

09.10.2018 15:31 ich 14

das traurige ist das das nur die meinung der steuerzahler und damit geldgeber ist.
die politik macht nach alter manier was sie will

09.10.2018 13:28 Sr.Raul 13

Jep und jau, die Folgen der segensreichen Privatisierung.