Straßenverkehr Neue Technik soll Wildunfälle verhindern

Ein kleiner, schwarzer Kasten, der laut und durchdringend piept, sobald sich ein Auto nähert: Die Geräte sollen die Zahl der Wildunfälle senken. In einem Pilotprojekt sind sie an vier Straßen in Sachsen-Anhalt aufgestellt worden. Funktioniert die Technik, könnte sie auf weitere Strecken im Land ausgeweitet werden.

Wildunfälle sind bisher fast nicht zu verhindern. Zu unerwartet tauchen die Tiere auf und kollidieren mit Fahrzeugen. Doch die Unfälle sollen zumindest auf vier Strecken mit Wildunfall-Schwerpunkten in Sachsen-Anhalt seltener werden: auf der B184 zwischen Dessau-Tornau und Jüttrichau, der L8 in Landkreis Altmark, der B107 bei Stendal und der B245a in der Börde.

An den Strecken wurden insgesamt etwa 300 grüne Säulen mit piependen Warngeräten aufgestellt. Es ist der europaweit erste Großversuch, bei dem diese neue Technik erprobt wird.

Wild von der Straße fernhalten

So funktionieren die kleinen Warnkästen: Sensoren prüfen, ob sich ein Fahrzeug nähert. Sobald ein LKW oder Auto kommt, piept das Gerät laut und beginnt zu blinken. Die Warntöne sollen das Wild von der Straße fernhalten.

Fahrbahnbegrenzung
Dreihundert solcher Wild-Warngeräte wurden auf vier Teststrecken in Sachsen-Anhalt installiert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Österrreicher Hubert Pfandlbauer hat diese Wildwarntechnik in seiner Schulzeit entwickelt. Die Prototypen, die er und seine Mitentwickler getestet hätten, hätten perfekt funktioniert.

Technik könnte ausgeweitet werden

Entwickler Pfandlbauer hat mit den Wildwarnern zumindest Sachsen-Anhalt Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) überzeugt. Webel sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Die Erfahrungen aus Österreich zeigen, dass doch zumindest in den ersten Jahren die Wildunfälle zurückgegangen sind. Und wenn wir nur einen Wildunfall verhindern können, hat sich das Ganze schon gelohnt."

Sollte es auf den Straßen, an denen die Geräte getestet werden, weniger Wildunfälle als bisher geben, stellte Webel in Aussicht, das System in ganz Sachsen-Anhalt einzuführen.

Quelle: MDR/rj

Dieses Thema im Programm: MDR um 11 | 10. Oktober 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2018, 17:23 Uhr

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1 Kommentar

10.10.2018 19:41 Howard 1

Warum wird diese Technik noch getestet? In Östereich funktioniert sie überall einwandfrei.