Hotel- und Gaststättenverband Pleitewelle in der Gastronomie wegen Corona erwartet

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga geht davon aus, dass es in der Gastronomie eine Pleitewelle geben wird. Das sagte der Verbandspräsident Michael Schmidt MDR SACHSEN-ANHALT. Bis Ende des Jahres werde es voraussichtlich noch mehrere Schließungen geben.

leerer Biergarten
In vielen Restaurants, Bars und Biergärten fehlen die Einnahmen auch nach der corona-bedingten Schließung. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/imago images/Future Image

In Sachsen-Anhalt gibt es etwa 5.000 Restaurants, Kneipen, Diskotheken, Hotels und Pensionen. Zeitweise hatten sie gemäß Corona-Verordnung alle schließen müssen. Die Einschränkungen wurden inzwischen weitestgehend gelockert und es ist ein stückweit Normalität zurückgekehrt. Ein Rückblick auf die Zeit während des Lockdowns zeigt, dass gewisse Branchen, wie Lebensmittelketten, Baumärkte und IT-Unternehmen, einen größeren Profit erzielt haben. Die Gastronomiebranche ist weiterhin gefährdet.

Dehoga-Präsident: Ein Viertel der Gastro-Betriebe wird schließen müssen

Michael Schmidt
Dehoga-Präsident Michael Schmidt (Archivbild) Bildrechte: dpa

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga sagte, dass bis Ende dieses Jahres für mehrere Betriebe das Aus drohe. Michael Schmidt, der Präsident des Dehoga, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass im Herbst beziehungsweise spätestens Ende dieses Jahres sich eine Bilanz ziehen lasse und dann genauer gesagt werden könne, wie hoch der Verlust tatsächlich ist. Er vermute nach jetziger Lage, dass 25 Prozent der Betriebe das Aus droht.

In Magdeburg musste bereits eine Cateringfirma mit 180 Personen schließen. In Gräfenhainichen herrscht bei einer Gaststätte, die auf den Bustourismus angewiesen ist, große Verunsicherung.

Gleichbleibende Kosten bei sinkenden Einnahmen

Das Hauptproblem ist, dass es weniger Einnahmen und gleichbleibende Kosten gibt. Das bringt die Betriebe in Bedrängnis. Ganz schwer trifft es insbesondere Discotheken und Cocktail-Bars. Schmidt sagte: "Diese Betriebe leben davon, dass Menschen sich nahe kommen, reden, tanzen und trinken. Auf diese Weise kann man die Hygieneregeln gar nicht einhalten. Deshalb haben sie entweder noch immer geschlossen oder machen nur einen Bruchteil ihres Umsatzes. Für sie dürfte das dicke Ende tatsächlich erst noch kommen".

In allen gastronomischen Betrieben, die wieder geöffnet haben, müssen gewisse Regeln eingehalten werden. Dazu gehört, dass alle Gäste Name und Anschrift angeben und sich an die Hygienemaßnahmen halten müssen. Für die Gäste selbst gibt es keine Maskenpflicht, aber das Personal muss durchgehend einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Quelle: MDR/vö

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | | 20. Juli 2020 | 05:00 Uhr

8 Kommentare

W.Merseburger vor 2 Wochen

Was Sie schreiben, ist leider Realität. Die Preise in der Eckkneipe sind insbesondere für Getränke auf einem zu hohem Niveau in Bezug auf das Einkommen hier in den Neuen Bundesländern. Damit war und ist das Kneipensterben auch ohne und nun mit Corona programmiert. Und es geht vielleicht nicht um Mitleid, sondern um ein Stück früherer Lebensart.

Torsten W vor 2 Wochen

Einfach nur schlimm und wenn ich lese, wieviele Milliarden gerade in Brüssel über die Theke gehen, hoffe ich, dass die Wähler nächsten Herbst nicht an Demenz leiden...

Erichs Rache vor 2 Wochen

hey,

seid doch mal glücklich.
Keine lästigen und lauten Konzerte und Musikveranstaltungen mehr, kein Tanz, keine Discotheken und Cocktail-Bars, Gaststätten schließen von ganz alleine ohne Ordnungs- und Gesundheitsamt ....

Die nächsten Jahre lassen doch endlich auf die Renaissance des Mittelalters hoffen. Messweinausschank und Bibellieder nur noch in den Kirchen.

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