Digital leben | Folge 14 Industrie 4.0 – Die Zukunft für Sachsen-Anhalts Unternehmen?

In der neuen Folge des Digital Podcasts geht es um Industrie 4.0. Marcel Roth spricht mit Uli Wittstock über die Arbeitswelt der Industrie und die Möglichkeiten der Digitalisierung in Sachsen-Anhalt.

Marcel Roth
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

von Marcel Roth, MDR SACHSEN-ANHALT

Digital leben, Digitalpodcast Logo 29 min
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#Warum reden wir darüber?

Im April findet traditionell die Hannover Messe statt. Dort wurde 2011 auch der Begriff Industrie 4.0 geprägt und als Hightech-Strategie und Forschungsvorhaben der Bundesregierung vorgestellt. Mittlerweile ist der Begriff allgegenwärtig. Auf der diesjährigen Hannover Messe war zum Beispiel ein Trend Co-Bots – Roboter, die mit dem Menschen zusammenarbeiten. Und Marcel hat auf der Hannover Messe German Bionic kennengelernt und gleich das Exoskelett anprobiert – ein Cyborg als Podcastmacher.

#Wen haben wir getroffen?

Zu Gast im Studio war Professor Thomas Leich von der Hochschule Harz. Er ist Wirtschaftsinformatiker und führt ein Unternehmen, dass Daten für Industriekunden analysiert; Firmen aus dem Dax zum Beispiel. Außerdem leitet Thomas Leich das Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 in Magdeburg, das kleine und mittelständische Unternehmen und Handwerker fit für die Digitalisierung machen will.

Ein Mann (Marcel Roth) hält einen Kasten Wasser und trägt ein Exoskelett.
Marcel probiert das Exoskelett von German Bionic aus und wie die Arbeit damit funktioniert. Bildrechte: Eric Eitel

Gesprochen haben wir auch mit Diplomingenieur Holger Seidel. Er leitet die Abteilung Logistik- und Fabriksysteme am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg und forscht unter anderem an der Gießerei 4.0. Dabei kann zum Beispiel das geschmolzene Metall in einer Art selbstfahrenden Riesen-Thermoskanne in einer Gießerei ganz ohne den Menschen transportiert werden. Die Temperatur des Metalls wird dabei permanent überwacht und reguliert. Am Ende könnte sogar eine vollautomatische Gießerei stehen.

Professor Georg Fertig, Wirtschafts- und Sozialhistoriker an der Uni Halle, sagt: Wirtschaft und Gesellschaft wandelten sich permanent; und mit der Digitalisierung vielleicht sogar schneller als während der historischen Industrialisierung. Aber ob wir wirklich eine digitale "Revolution" erleben – so wie es an allen Ecken und Enden tönt – könnten erst Historiker der Zukunft wirklich sagen.

#Was hat uns überrascht?

Die Gedanken von Kollege Uli Wittstock, der zum ersten Mal mit bei Digital leben dabei war. Er befürchtet vor allem, dass Maschinen Menschen arbeitslos machen könnten. Überraschend auch, wie einig wir uns an einer Stelle waren: Uli, Marcel und auch Thomas Leich glauben, dass die Industrie 4.0 die Chance bietet, ins Ausland abgewanderte Industrien wieder nach Deutschland zu holen. Denn: Roboter können besser mit China konkurrieren als Menschen, genauso wie Service und individuelle Fertigung in Deutschland näher am Kunden sind.

#Und sonst so?

Kreischalarm bei Digital leben: Bill Kaulitz von Tokio Hotel lässt uns ein bisschen auf sein Smartphone blicken...

Marcel Roth
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über Marcel Roth Marcel Roth arbeitet seit 2008 als Redakteur und Reporter bei "MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir". Nach seinem Abitur hat der gebürtige Magdeburger Zivildienst im Behindertenwohnheim gemacht, in Bochum studiert, in England unterrichtet und in München die Deutsche Journalistenschule absolviert. Anschließend arbeitete er für den Westdeutschen Rundfunk in Köln. Bei MDR SACHSEN-ANHALT berichtet er über Sprachassistenten und Virtual Reality, über Künstliche Intelligenz, Breitbandausbau, Fake News und IT-Angriffe. Außerdem ist er Gastgeber des MDR-SACHSEN-ANHALT-Podcasts "Digital leben".

Portrait-Bild von Uli Wittstock
Bildrechte: Uli Wittstock/Matthias Piekacz

Über Uli Wittstock Geboren ist Uli Wittstock 1962 in Lutherstadt Wittenberg, aufgewachsen in Magdeburg. Nach dem Abitur hat er einen dreijährigen Ausflug ins Herz des Proletariats unternommen: Arbeit als Stahlschmelzer im VEB Schwermaschinenbaukombinat Ernst Thälmann. Anschließend studierte er evangelische Theologie. Nach der Wende hat er sich dem Journalismus zugewendet und ist seit 1992 beim MDR-Hörfunk. 2016 erschien sein Roman "Weißes Rauschen oder die sieben Tage von Bardorf" im Mitteldeutschen Verlag Halle.

#Wo der Podcast zu hören ist

Ein Mikrofon in Nahaufnahme. Im Vordergrund sind die Logos von MDR SACHSEN-ANHALT, der ARD Audiothek und von iTunes zu sehen.
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Quelle: MDR/pat

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Zuletzt aktualisiert: 27. März 2019, 08:08 Uhr

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1 Kommentar

25.04.2019 21:15 Anhalter 1

Mal abgesehen von einigen Unternehmen der Pharmabranche, habe ich eher das Gefühl, das etliche Unternehmen hier in der Region in der Kategorie Industrie 0.2 agieren. Ähnliches lässt sich für Verwaltungen sagen. Nocht nicht einmal die Minimalfunktionen des "E-Perso" lassen sich nutzen. Es gibt sogar die Aussage, daß man dies in nächster Zukunft auch nicht nutzen will. Sogar im Baltikum (Estland) ist man weiter.
Neuster Blödsinn: Man nimmt Altpapier (es stand neben der Tonne) nicht mehr mit, sondern fordert mich auf mit einer Extrafahrt (ich habe leider kein Fahrzeug) es zu einer Deponie zu bringen, die 15 km entfernt ist.