Digital leben | Folge 15 Europawahl – Wie viel Einfluss haben soziale Netzwerke in Sachsen Anhalt?

In der neuen Folge des Digital Podcasts geht es um Desinformation und wie diese über soziale Medien die Europawahl in Sachsen-Anhalt beeinflussen kann. Marcel Roth und Julien Bremer sprechen mit Gästen über dieses spannende Thema.

Marcel Roth
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

von Marcel Roth, MDR SACHSEN-ANHALT

#Warum reden wir darüber?

400 Millionen Menschen können Ende Mai das Europaparlament wählen. 41 Parteien stehen in Deutschland auf den Stimmzetteln. Von Schicksalswahl ist die Rede. Dabei schwingt immer die Sorge mit, dass die Wahl mithilfe der sozialen Netzwerke beeinflusst werden könnte – mit Desinformationskampagnen. Die Europäischen Staats- und Regierungschefs haben deshalb schon 2015 eine eigene Kampagne gestartet: "EU versus Disinformation". Sie soll gegen die Desinformationskampagnen Russlands wirken.

#Wen haben wir getroffen?

Ganz ehrlich: So richtig getroffen, mit anfassen und in die Augen sehen, haben wir in dieser Folge niemanden. Unsere Gäste saßen vor Mikros in den MDR-Studios in Halle und Brüssel. Politikwissenschaftlerin Romy Höhne und Thomas Erling, der sich bei der Landeszentrale für Politische Bildung um die neuen Medien kümmert. Außerdem haben wir mit dem Journalisten Till Krause gesprochen.

Er arbeitet für das Magazin der Süddeutschen Zeitung, war einer der wenigen Journalisten, die ein Löschzentrum von Facebook besuchen konnten und hat vor kurzem einen großen Artikel über Desinformation geschrieben. Seine Erkenntnis: Desinformation ist uralt. Schon ein chinesischer Philosoph hat vor 2500 Jahren über Krieg mit Informationen geschrieben. Im Podcast erzählt er, wie die Abteilung X der Stasi eine Aktentasche im Vatikan deponiert hat.

Und auch mit Anselm Rodenhausen haben wir gesprochen. Er ist Anwalt und hat in Brüssel große Tech-Konzerne beraten. Über seine Erfahrungen und Ideen, wohin die Technik sich entwickeln könnte, hat er den Roman "Zernetzt" geschrieben. Darin blüht ein Soziales Netzwerk aus Berlin auf, entwickelt eine Technologie, mit der sich Gedanken austauschen lassen – all das unter fragwürdigen und gefährlichen Umständen.

#Was hat uns überrascht?

Dass unsere Experten keinen Alarm schlagen oder sich unendliche Sorgen machen, dass durch Desinformation von Parteien oder ausländischen Trollen die Europawahl beeinflusst und die Europäische Union beschädigt werden soll. Zwar gebe es Beispiele wie die Wahl des US-Präsidenten oder die Brexit-Abstimmung, aber vor allem sei es gut, über die Möglichkeiten der Beeinflussung aufzuklären, sagen sie. Am allermeisten hat uns aber überrascht, wie launig ein Gespräch mit einer Politikwissenschaftlerin und einem Mann sein kann, der die Menschen politisch bilden will.

#Und sonst so?

Der Mann steht immer so früh auf, dass wir ihn meist nur hören und kaum sehen: MDR SACHSEN-ANHALT-Frühmoderator Stephan Michme lässt uns auf sein Smartphone blicken, verrät uns aber nicht, wie lange er das Ding jeden Tag in der Hand hält. Und na klar: Am 26. Mai ist nicht nur Europawahl, sondern auch Kommunalwahl in Sachsen-Anhalt. Wählen gehen!

Marcel Roth
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über Marcel Roth Marcel Roth arbeitet seit 2008 als Redakteur und Reporter bei "MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir". Nach seinem Abitur hat der gebürtige Magdeburger Zivildienst im Behindertenwohnheim gemacht, in Bochum studiert, in England unterrichtet und in München die Deutsche Journalistenschule absolviert. Anschließend arbeitete er für den Westdeutschen Rundfunk in Köln. Bei MDR SACHSEN-ANHALT berichtet er über Sprachassistenten und Virtual Reality, über Künstliche Intelligenz, Breitbandausbau, Fake News und IT-Angriffe. Außerdem ist er Gastgeber des MDR-SACHSEN-ANHALT-Podcasts "Digital leben".

MDR-Redakteur Julien Bremer
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über Julien Bremer Julien Bremer ist seit Oktober 2018 bei MDR SACHSEN-ANHALT und ist die Schnittstelle zwischen Hörfunk- und Online-Redaktion. Er kommt ursprünglich aus der Altmark. Nach seinem Journalistik-Studium in Magdeburg verschlug es ihn für verschiedene Jobs nach Berlin. Irgendwann hatte er aber genug vom hippen Berlin und er fing als freier Mitarbeiter bei "MDR SPUTNIK" und "MDR Sport im Osten" an, bevor er wieder nach Magdeburg zurückkehrte. Er ist fest davon überzeugt, dass es für jeden Menschen da draußen auch den richtigen Podcast gibt und will dafür sorgen, dass zukünftig möglichst viele davon von MDR SACHSEN-ANHALT kommen!

#Wo der Podcast zu hören ist

Ein Mikrofon in Nahaufnahme. Im Vordergrund sind die Logos von MDR SACHSEN-ANHALT, der ARD Audiothek und von iTunes zu sehen.
Bildrechte: MDR/ARD/Apple

Quelle: MDR/ahr

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Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2019, 17:37 Uhr

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9 Kommentare

12.05.2019 12:28 Frank von Bröckel 9

Aus den einfachen Grund, weil zwei Drittel von zwei Drittel nicht nur vorübergehend und nicht in Deutschland, sondern IMMER und überall vier Neuntel ergibt, hatten wir diese Ersatzenkelstampede aus rein demographischen Gründen!

Und solange die extrakonstitutionelle Notstandsmassnahme ZUR Abarbeitung dieser Ersatzenkelstampede immer noch nicht endgültig beendet worden ist, sind sämtliche Wahlumfragen sowieso nur Schall und Rauch!

12.05.2019 12:26 selbst gedacht 8

Klar, lassen sich die, die eine klare Meinung haben, von so einem Firlefanz nicht beeindrucken.

Es sind aber die Wechselwähler, die eine Wahl entscheiden.

12.05.2019 12:16 Frank von Bröckel 7

Europawahl!!

Europa ist ein eher kleiner Kontinent, ist mehrere hundert Millionen alt, und dem es eigentlich ziemlich egal ist, welche Menschen mit welchen politischen Ansichten auch immer heutzutage auf ihm herumwandeln!