Podcast | Das Leben danach Das Trauma nach dem Halle-Attentat

Der 9. Oktober 2019 hat das Leben von vielen Menschen für immer beeinflusst und verändert. Doch wie geht es den Betroffenen ein Jahr danach? Darum geht es in der zweiten Folge des Podcasts zum Attentat von Halle.

Das Leben danach - Das Attentat von Halle

Eine dunkelblaue, fast schwarze Fläche, auf der in großen Buchstaben mittig "Das Leben danach" steht. Durch die Buchstaben davon scheint ein Foto, welches die Synagogentür von Halle zeigt. Darunter ist deutlich kleiner der Schriftzug "Folge 3: Der Täter" zu erkennen.
Bildrechte: MDR / Max Schörm

Das Leben danach Der Täter

Der Täter

Wie konnte aus einem "aufgeweckten Kind" ein radikaler und menschenverachtender Attentäter werden? In der dritten Folge versuchen Marie Landes und Roland Jäger diese Entwicklung zu skizzieren.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Sa 24.10.2020 08:00Uhr 53:17 min

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Eine dunkelblaue, fast schwarze Fläche, auf der in großen Buchstaben mittig "Das Leben danach" steht. Durch die Buchstaben davon scheint ein Foto, welches die Synagogentür von Halle zeigt. Darunter ist deutlich kleiner der Schriftzug "Folge 2: Das Trauma" zu erkennen.
Bildrechte: MDR / Max Schörm

Das Leben danach Das Trauma

Das Trauma

Der 9. Oktober 2019 hat das Leben von vielen Menschen für immer beeinflusst und verändert. Doch wie geht es den Betroffenen ein Jahr danach? Darum geht es in der zweiten Folge des Podcasts.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir So 18.10.2020 08:00Uhr 47:31 min

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Eine dunkelblaue, fast schwarze Fläche, auf der in großen Buchstaben mittig "Das Leben danach" steht. Durch die Buchstaben davon scheint ein Foto, welches die Synagogentür von Halle zeigt. Darunter ist deutlich kleiner der Schriftzug "Folge 1: Das Attentat" zu erkennen.
Bildrechte: MDR / Max Schörm

Um die Folgen des Attentats mit seinen Auswirkungen auf die Gesellschaft zu verstehen, müssen wir noch einmal zurück zum Anfang, wo alles begann - nämlich zum 9. Oktober 2019 - dem Tag, an dem der Anschlag stattfand.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Fr 09.10.2020 13:03Uhr 39:22 min

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... die Schicksale von Ismet Tekin, Christina Feist und Conrad Rößler – ab Minute 1:53

Am 9. Oktober 2019 war Ismet Tekin noch nicht Inhaber des Kiez-Döners, sondern Mitarbeiter und zum Zeitpunkt des Angriffs auch nicht im Laden. Nach einem Anruf seines Bruders rannte er zum Kiez-Döner, während viele Passanten sich schnell davon entfernten. Nachdem der Attentäter geflohen war, war Tekin einer der ersten, der den Döner-Imbiss betreten hat. Tekin geht es selbst langsam etwas besser, die Schlafstörungen wurden etwas weniger und vor allem der Prozess hilft ihm in der Verarbeitung des Erlebten.

Christina Feist kann nach dem Anschlag nicht mehr in Deutschland wohnen und ist nach Paris gezogen. Ein Jahr nach dem Anschlag beginnt sie langsam zu begreifen, was damals passiert ist. Conrad Rößler hingegen ist direkt am nächsten Tag arbeiten gegangen – um sich abzulenken. Er hatte vorher schon mit Panikattacken zutun und konnte daher das Ereignis aufgrund seiner Erfahrungen etwas besser einordnen.

... Was bedeutet es eigentlich, ein Trauma zu haben? – ab Minute 12:55

Der Körper kommt in eine deutliche Stress-Reduktion und alle Systeme, die auf Flucht oder Kampf programmiert sind, führen dazu, mit dem Ereignis unmittelbar umgehen zu können. Wenn diese Erfahrung jedoch nicht adäquat verarbeitet werden kann, gelangt ein Mensch in eine Trauma-Spirale. Dies kann zu tiefergehenden Problemen führen. Etwa ein Drittel aller Trauma-Patienten benötigt professionelle Hilfe, um mit den Erlebnissen umgehen zu können.

... Warum wird so wenig über die beiden Todesopfer Jana L. und Kevin S. berichtet? – ab Minute 19:08

Angehörige wollen oftmals nach einem Trauerfall nicht mit Journalisten sprechen, sondern die Trauer für sich bearbeiten. Außerdem ist es für Medien nicht ohne Weiteres möglich, Bilder von Verstorbenen zu zeigen. Die Angehörigen entscheiden über die Veröffentlichung.

... die "Geschichten" der beiden Getöteten Jana L. und Kevin S. – ab Minute 21:21

Die Mutter von Jana L. möchte nicht in der Öffentlichkeit über den Verlust ihrer Tochter sprechen. Das hat die Öffentlichkeit zu reskeptieren. Der Vater von Kevin S. hingegen war bereit, sich vor Medien zu öffnen und über seinen Verlust zu sprechen und so seine Trauer etwas zu verarbeiten. Bei Kevin wurde im Kleinkindalter eine geistige Behinderung festgestellt und die Ärzte prognostizierten ihm eine Lebensdauer von nicht mehr als zehn Jahren. Kevin trotzte aber den Erwartungen und ging seinen Weg, mithilfe der Unterstützung seiner Eltern. Die Eltern waren stolz, dass Kevin mit seiner Behinderung eine Malerlehre kurz vor dem 9. Oktober anfangen konnte. Sie dachten: "Jetzt passiert nichts mehr"...

... die Verletzten von Wiedersdorf – ab Minute 34:36

Die Opfer von Wiedersdorf wurden in der medialen Berichterstattung oft zweitrangig betrachtet. Das hat aber einen Grund: Denn die beiden Verletzten möchten nicht vor Medien darüber reden, was passiert ist, Sie haben einen anderen Weg gewählt, das Erlebte zu verarbeiten. Dagmar M. und Jens Z. haben vor Gericht über ihren Zustand berichtet: Sie leiden immer noch an Schlafstörungen, haben Angst und meiden Menschen.

... Hilfe für die Betroffenen des Attentats – ab Minute 37:31

Der Weiße Ring hat versucht, einigen Betroffenen zu helfen, mit der Tat besser umzugehen. Die Organisation äußert starke Kritik am Staat, den Betroffenen nicht ausreichend zu helfen. Dem Weißen Ring geht es dabei um Unterstützung, mit dem Erlebten umzugehen: Das Haus wieder verlassen und auf Arbeit gehen zu können.

MDR-Redakteur Roland Jäger
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Über Roland Jäger Roland Jäger arbeitet seit 2015 für den Mitteldeutschen Rundfunk – zunächst als Volontär und seit 2017 als freier Mitarbeiter im Landesfunkhaus Magdeburg. Meist bearbeitet er politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen – häufig für die TV-Redaktionen MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE und Exakt – Die Story, auch für den Hörfunk und die Online-Redaktion.

Vor seiner Zeit bei MDR SACHSEN-ANHALT hat Roland Jäger bei den Radiosendern Rockland und radioSAW erste journalistische Erfahrungen gesammelt und Europäische Geschichte und Germanistik mit Schwerpunkt Medienlinguistik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg studiert.

Marie-Kristin Landes
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Über Marie Landes Marie-Kristin Landes ist in Dessau-Roßlau geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur zog es sie für ein Politikstudium erst nach Dresden, dann für den Master Journalistik nach Leipzig. Praktische Erfahrungen sammelte sie bei der Sächsischen Zeitung, dem ZDF-Auslandsstudio Wien und als freie Mitarbeiterin für das Onlineradio detektor.fm. Nach ihrem Volontariat beim Mitteldeutschen Rundfunk arbeitet sie jetzt vor allem für MDR Kultur und das Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt.

Wenn sie nicht gerade für den MDR unterwegs ist, ist sie am liebsten einfach draußen. Zwischen Meer oder Berge kann sie sich dabei genauso wenig wie zwischen Hund oder Katze entscheiden.

Quelle: MDR/jb

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