Podcast | Das Leben danach Der Prozess: Teil II

Im Prozess gegen den Halle-Attentäter gab es viele erschreckende und schmerzhafte Momente – aber auch Augenblicke voller Solidarität und Zusammenhalt. Dafür war vor allem die Nebenklage verantwortlich. Die Nebenklägerinnen und Nebenkläger stehen im Mittelpunkt der sechsten Folge: Der Prozess II.

Das Leben danach – Das Attentat von Halle

Eine dunkelblaue, fast schwarze Fläche, auf der in großen Buchstaben mittig "Das Leben danach" steht. Durch die Buchstaben davon scheint ein Foto, welches die Synagogentür von Halle zeigt. Darunter ist deutlich kleiner der Schriftzug "Folge 6: Der Prozess II" zu erkennen.
Bildrechte: MDR / Max Schörm

Im Prozess gab es viele erschreckende und schmerzhafte Momente. Aber auch Augenblicke der Solidarität. Dafür war vor allem die Nebenklage verantwortlich. Sie steht im Mittelpunkt der sechsten Folge: Der Prozess II.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir So 22.11.2020 12:40Uhr 43:17 min

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Eine dunkelblaue, fast schwarze Fläche, auf der in großen Buchstaben mittig "Das Leben danach" steht. Durch die Buchstaben davon scheint ein Foto, welches die Synagogentür von Halle zeigt. Darunter ist deutlich kleiner der Schriftzug "Folge 5: Die Ermittlungen" zu erkennen.
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Die Arbeit der Polizei wurde nach dem Anschlag von Halle oft kritisiert. Auch im Prozess sorgten Aussagen von BKA-Beamten für viel Unverständnis. Das Thema der fünften Folge: die Ermittlungen.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir So 08.11.2020 06:00Uhr 62:52 min

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Eine dunkelblaue, fast schwarze Fläche, auf der in großen Buchstaben mittig "Das Leben danach" steht. Durch die Buchstaben davon scheint ein Foto, welches die Synagogentür von Halle zeigt. Darunter ist deutlich kleiner der Schriftzug "Folge 4: Der Prozess I" zu erkennen.
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Warum gibt es einen so aufwendigen Prozess, obwohl die Beweislage und damit das Strafmaß für den Attentäter von Halle klar sein müssten? Weil es um mehr geht, als Schuld und Bestrafung. Das Thema der vierten Folge.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Sa 31.10.2020 19:41Uhr 41:24 min

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... über den Antrag auf Aussetzung des Verfahrens – ab 02:24 Minuten

Am 19. Prozesstag hat die Verteidigung des Angeklagten einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens gestellt. Anwältinnen und Anwälte der Nebenklage haben Anträge gestellt, damit Taten gegenüber ihren Mandantinnen und Mandanten als "versuchter Mord" gewertet werden. In der Anklageschrift der Bundeswaltanschaft wurden diese Vergehen anders bewertet. Darüber hat MDR exakt einen ausführlichen Beitrag gemacht.

Mit dem Antrag auf Aussetzung des Verfahrens stand im Raum, dass der Prozess auf der Zielgeraden platzt. Aber das Gericht lehnte diesen Antrag ab und so konnte der Prozess wie geplant weitergehen.

... was wusste die Familie über die Pläne des Attentäters? – ab 11:21 Minuten

Das persönliche Umfeld, wie die Famile, ist immer relevant für "Radikalisierungskarrieren". Dementsprechend wurden die Zeugenaussagen der Kernfamilie des Angeklagten mit Spannung erwartet. Aber Mutter, Vater und Halbschwester machten von ihrem Recht Gebrauch, die Aussagen zu verweigern.

Am Tag, an dem die Mutter des Angeklagten von der Tat erfahren hat, hat sie einen Abschiedsbrief verfasst und einen Suizid-Versuch unternommen. Ihr Brief war voller antisemitischer Äußerungen. Allerdings ist nicht klar, in welchem geistigen Zustand sie sich beim Verfassen befand.

Die Nachbarn des Vaters hatten unregelmäßig Knallgeräusche gehört. Im Schuppen am Haus des Vaters hat der Beschuldigte seine Waffen gebaut und diese auch getestet. Es gab noch viele weitere Umstände, die den Familienmitgliedern hätten auffallen können. Aber ohne konkrete Aussagen wird es dafür keine Hinweise geben.

... das Auftreten der Nebenklägerinnen und Nebenkläger im Gericht – ab 21:09 Minuten

Neben vielen erschütternden und schmerzhaften Momenten vor Gericht gab es auch viele solidarirsche Momente. Diese gingen in erster Linie von den Nebenklägerinnen und Nebenklägern aus.

Viele Nebenklägerinnen und Nebenkläger haben sich in ihren Aussagen direkt an den Angeklagten gewendet und klargemacht, dass sie sich durch seine Tat nicht einschüchtern lassen. Durch die Aussagen wurden auch spätere Statements der Nebenklage beeinflusst.

...das Gutachten zur Psyche des Angeklagten – ab 32:22 Minuten

Im November 2020 wurde das Gutachten vorgestellt, das die Psyche des mutmaßlichen Täters einschätzen soll. Es dient vor allem dazu, zu ermitteln, ob eine besondere Schwere der Schuld gegeben ist.

Der Gutachter sieht zwar im mutmaßlichen Attentäter durchaus autistische Züge, hält ihn aber dennoch für voll schuldfähig und sieht in ihm eine dauerhafte Gefahr für die Gesellschaft. Das deckt sich mit den Aussagen des Angeklagten, der in seinem Geständnis angekündigt hat, dass er nochmal Menschen töten würde, die anderen Glaubens oder anderer Herkunft sind.

MDR-Redakteur Roland Jäger
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Über Roland Jäger Roland Jäger arbeitet seit 2015 für den Mitteldeutschen Rundfunk – zunächst als Volontär und seit 2017 als freier Mitarbeiter im Landesfunkhaus Magdeburg. Meist bearbeitet er politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen – häufig für die TV-Redaktionen MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE und Exakt – Die Story, auch für den Hörfunk und die Online-Redaktion.

Vor seiner Zeit bei MDR SACHSEN-ANHALT hat Roland Jäger bei den Radiosendern Rockland und radioSAW erste journalistische Erfahrungen gesammelt und Europäische Geschichte und Germanistik mit Schwerpunkt Medienlinguistik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg studiert.

Marie-Kristin Landes
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Über Marie Landes Marie-Kristin Landes ist in Dessau-Roßlau geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur zog es sie für ein Politikstudium erst nach Dresden, dann für den Master Journalistik nach Leipzig. Praktische Erfahrungen sammelte sie bei der Sächsischen Zeitung, dem ZDF-Auslandsstudio Wien und als freie Mitarbeiterin für das Onlineradio detektor.fm. Nach ihrem Volontariat beim Mitteldeutschen Rundfunk arbeitet sie jetzt vor allem für MDR Kultur und das Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt.

Wenn sie nicht gerade für den MDR unterwegs ist, ist sie am liebsten einfach draußen. Zwischen Meer oder Berge kann sie sich dabei genauso wenig wie zwischen Hund oder Katze entscheiden.

Quelle: MDR/jb

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