Sicherheit Radwege-Ausbau ja, Helmpflicht nein

Radfahrer leben gefährlich, besonders in der Winterzeit, wenn es spät hell und früh dunkel wird. Mehr als 400 Radler sind dem ADFC zufolge im vergangenen Jahr in Deutschland tödlich verunglückt. Ein trauriger Rekord, der auch damit zu tun hat, dass immer mehr Menschen in Städten mit dem Fahrrad unterwegs sind. Das Radwegenetz gibt das vielerorts allerdings nicht her. Dann wird es oft eng und gefährlich.

Ein weißes Fahrrad am Straßenrand
Wo Radfahrer tödlich verunglückt sind, werden häufig weiße Fahrräder als Mahnmal aufgestellt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Radfahrer leben gefährlich, besonders jetzt in der Winterzeit, wenn es spät hell und früh dunkel wird. Mehr als 400 Radler sind dem Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zufolge im vergangenen Jahr in Deutschland tödlich verunglückt. Ein trauriger Rekord, der auch damit zu tun hat, dass immer mehr Menschen in Städten mit dem Fahrrad unterwegs sind, das Radwegenetz das vielerorts allerdings nicht hergibt. Dann wird es oft eng und gefährlich.

Ein Schild des ADFC, dass an einen verstorbenen Radfahrer erinnert
Mehr als 400 Radfahrer sind im vergangenen Jahr deutschlandweit ums Leben gekommen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wo Radfahrer tödlich verunglückt sind, erinnern oft weiße Fahrräder an diesen Stellen an das tragische Unglück. Acht dieser zweirädrigen Mahnmale stehen inzwischen allein in Magdeburg. Denn auch in Sachsen-Anhalt steigt die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle mit Radfahrern, wie die Verkehrsunfallstatistik zeigt: Im Jahr 2017 verunglückten 23 Fahrradfahrer tödlich, drei Personen mehr als noch im Jahr zuvor. Fast alle tödlichen Unfälle passierten in den Großstädten Magdeburg, Halle und Dessau. In beiden Jahren erlitten mehr als 400 Radfahrer schwerwiegende Verletzungen, teilweise mit lebenslangen Folgen.

Finanzielle Mittel für Radwege-Ausbau erhöht

Im Verkehrsministerium hat man das Thema "Radsicherheit" schon lange auf dem Schirm. Die Mittel für den Radwege-Ausbau an Bundes- und Landstraßen wurden dem Ministerium zufolge versiebenfacht, auf insgesamt acht Millionen Euro. Doch auch die Kommunen sollen deutlich mehr in die Rad-Infrastruktur investieren. Staatssekretär Sebastian Putz sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir geben die Empfehlung an die Kommunen, ähnlich wie im Landesstraßenbau vorgesehen, acht Prozent der Gesamtmittel für den Ausbau der Radwege auszugeben."

Denn der Radverkehr wird eher zunehmen: Bei den E-Bikes gibt es seit Jahren zweistellige Zuwachsraten bei den Verkäufen. Hier sind es vor allem ältere Verkehrsteilnehmer, die sich mit Motorhilfe mehr Mobilität auf zwei Rädern verschaffen.

Helmpflicht ist nicht zu erwarten

Eine Warnwesten- und Helmpflicht könnte zu mehr Sicherheit beitragen. Entsprechende Gesetze sind aber nicht zu erwarten. Staatssekretär Putz sagt, wer sich bewusst sei, dass es um seine eigene Sicherheit gehe, der setze auch freiwillig einen Helm und trage eine Warnweste. Darauf setze man im Ministerium und das sei auch das Ziel der Landesregierung.

Ein Mann im Anzug im Interview
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wir müssen immer sehen, dass wir die Menschen auch nicht überfordern und überfrachten mit Verboten, mit Gängelung und Regelung.

Sebastian Putz, Staatssekretär im Verkehrsministerium

Ähnlich sieht man das beim ADFC. Landesvorsitzender Martin Hoffmann lässt den Helm selbst auch öfter mal weg. Er plädiert aber für Aufklärungskampagnen, die sich an die Autofahrer und an die Radfahrer richten. Außerdem ist er für einen Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen Rad- und Autofahrern. Das könne Leben retten.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11. Januar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2019, 16:51 Uhr

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5 Kommentare

14.01.2019 14:18 Babo 5

@4
Alles richtig!

13.01.2019 17:35 Wolfis 4

Wenn Radfahrer vorhandene Radwege nicht nutzen sonder auf der Straße fahren können sie einen nicht leid tun. Kraftfahrer die mit dem Rad unterwegs sind schalten leider auch ihr Gehirn aus. Und Erwachsene Radfahrer auf dem Fußweg sind auch nur eine Gefahr für Fußgänger. Was fehlt ist Rücksicht aller und Kontrolle.

13.01.2019 16:40 Ikke 3

Und die beste Ausrüstung nützt nichts wenn Radfahrer nicht wahrgenommen werden, siehe tödlichen Unfall Kreuzung Hoym/Badeborn
und am Ende ist der tote Radfahrer schuld.....