Symptome, Therapie, Hintergrund Tuberkulose – Was ist das?

Tuberkulose kennen die meisten wohl nur aus Entwicklungsländern. Doch auch in Deutschland erkranken jedes Jahr Hunderte Menschen. Die Anfangssymptome der Infektionskrankheit scheinen eher harmlos und gleichen einer Grippe.

Übertragung durch Tröpfcheninfektion

Die Tuberkulose (kurz TB oder TBC) ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch verschiedene Arten von Mykobakterien verursacht wird und beim Menschen am häufigsten die Lunge befällt. In Deutschland war die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges rückläufig. In Deutschland gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) im vergangenen Jahr 5542 gemeldete TB-Fälle.

Grippeähnliche Symptome

Die ersten Symptome einer TBC-Erkrankung ähneln nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) denen einer gewöhnlichen Grippeerkrankung. Dazu gehören Appetitmangel, Husten und leichtes Fieber. Bis zum vollständigen Ausbruch der Krankheit können sechs bis acht Wochen vergehen. Je nach Lebensalter und Abwehrstärke könne es auch Monate oder Jahrzehnte bis zum Krankheitsausbruch dauern. Dann zeige sich das typische Bild der Erkrankung: Die Patienten husten Blut, fühlen sich schwach und verlieren allmählich Gewicht. Letzteres gab der Tuberkulose auch den Namen Schwindsucht.

Tuberkulose wird meist direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Laut BZgA erkranken etwa fünf bis 15 Prozent der Erwachsenen nach einer Ansteckung tatsächlich an Tuberkulose. Bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren seien es etwa 20 bis 40 Prozent. In Sachen Sterblichkeit konnte das Robert-Koch-Institut aber Entwarung geben: 2016 gab es von deutschlandweit knapp 6.000 Erkrankten rund 100 krankheitsbedingte Todesfälle. Im Kindesalter und bei Jugendlichen bis zu einem Alter von 19 Jahren seien keine Todesfälle registriert worden. Die Sterblichkeitsrate steige jedoch mit zunehmendem Alter.

Vier Antibiotika gleichzeitig

Laut Robert-Koch-Institut braucht es zur Behandlung der Tuberkulose in der Regel eine Medikamentenkombination, die vier Antibiotika gleichzeitig umfasst. Diese müssen über den Zeitraum eines halben Jahres "zuverlässig eingenommen werden".  Dadurch könne die Krankheit geheilt werden. Eine unvollständige oder zu kurze Einnahme könne zu Resistenzen der Erreger führen.

Im Falle einer Erkrankung gelten die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes. Nach Angaben des BZgA werden Erkrankte isoliert, solange sie ansteckend sind. Meist geschehe dies im Krankenhaus, in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt gegebenenfalls auch zu Hause. Das Gesundheitsamt übernimmt nach Angaben des sächsischen Gesundheistministeriums die sogenannte Kontaktpersonen-Nachverfolgung, mit der eine Ausbreitung der Infektion verhindert werden soll. Der erfasste Personenkreis, zu dem Privatkontakte, das berufliche Umfeld - bei Schulen die Schüler der gleichen Klassenstufe, Sportgruppen und Lehrer der betroffenen Klassen - des Patienten sowie das behandelnde medizinisches Personal gehören, werde zunächst vom Gesundheitsamt vorgeladen und befragt. Ausgehend von diesen Gesprächen werden weitere Maßnahmen, wie Laboruntersuchungen oder Röntgenaufnahmen veranlasst.

1,6 Millionen Tote weltweit im Jahr 2017

Allein 2017 zählte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1,6 Millionen Todesopfer durch TBC. Tuberkulose ist nach Angaben der WHO weiterhin die tödlichste Infektionskrankheit der Welt. Die Lungenkrankheit, die von Mykobakterien verursacht wird, fristet in der öffentlichen Aufmerksamkeit seit langer Zeit ein Schattendasein, wohl auch, weil vor allem arme Länder betroffen sind. Spitzenreiter bei Fallzahlen ist Indien, gefolgt von Indonesien, China, Nigeria, Pakistan und Südafrika. Tödlich verläuft eine Tuberkulose vor allem, wenn die Lebensbedingungen schlecht sind und weitere Infektionen, etwa mit dem HI-Virus, hinzukommen.

Quelle: WHO/BZgA/dpa/MDR/ahr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2017, 18:42 Uhr

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1 Kommentar

06.10.2018 18:25 winfried 1

Die TBC-"statista"Zahlen besagen von 2001 - 2012 fallende Tendenz (9,2 runter auf 5,2).
Danach steigen die Werte wieder an (5,2 auf 2016 = 7,2 pro 100.000 Einwohner).
Warum das so ist, dazu habe ich meine Meinung ... es ist "unsere Weltoffenheit".