Zoll-Beamtinnen kontrollieren ein Fahrzeug
In Hermsdorf nahe Mageburg hat der Zoll die Räumlichkeiten des Paketzustellers DPD durchsucht. Bildrechte: TNN

Gegen Schwarzarbeit Razzia: Zoll kontrolliert Mindestlohn bei Paketdiensten

Bundesweit laufen seit Freitagmorgen Razzien gegen Schwarzarbeit bei Paketzustellern, so auch in Sachsen-Anhalt. Hier durchsuchten Polizei und Zoll gemeinsam ein Paketzentrum nahe Magdeburg.

Zoll-Beamtinnen kontrollieren ein Fahrzeug
In Hermsdorf nahe Mageburg hat der Zoll die Räumlichkeiten des Paketzustellers DPD durchsucht. Bildrechte: TNN

Bei Paketdiensten in ganz Deutschland laufen seit Freitagmorgen Großkontrollen des Zolls. Eine Sprecherin sagte MDR SACHSEN-ANHALT, allein in Sachsen-Anhalt seien rund 90 Beamte im Einsatz, unter anderem in Hermsdorf nahe Magdeburg. Hier hat der Zoll mit Unterstützung von Polizei-Kräften die Räume des Paketzustellers DPD durchsucht.

Schwarzarbeit und Scheinselbstständigkeit im Fokus

Bei den Kontrollen werde die Einhaltung des Mindestlohns überprüft, sagte eine Sprecherin vom Zoll Magdeburg. Außerdem gehe es um Scheinselbstständigkeit. Gerade diese Branche sei für Schwarzarbeit und Scheinselbstständigkeit sehr anfällig. Die Polizei nahm bei der Durchsuchung außerdem eine Person fest, die per Haftbefehl gesucht wurde.

Nach Angaben der Zoll-Sprecherin sollen die Razzien den ganzen Tag andauern. Sie richten sich gegen alle großen Paketzulieferer. Welche Orte noch betroffen sind, wollte der Zoll aufgrund der laufenden Aktion nicht sagen.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR um 2 | 08. Februar 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2019, 11:46 Uhr

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8 Kommentare

09.02.2019 17:47 Florentine 8

Witzig ist nur, dass die Personen, die über die Scheinselbständigkeit der Paketdienste berichten, selber scheinselbstständig sind, nämlich die Mitarbeiter der Rundfunk- und Fernsehanstalten.
Auch die sind abhängig von nur einer Sendeanstalt und sind auf diese angewiesen, wie bereits im Kommentar 3 dargestellt.

08.02.2019 18:27 Wo ist das Lobbyregister? 7

@08.02.2019 12:55 Leser

(Beim Link zu den Bedingungen bei der Deutschen Post muss ich mal schreiben. Die Arbeitsvertrag bei Neueinstellungen sind immer für wenige Wochen befristet. Sie werden nach und nach etwas verlängert, aber nie auf 12 Monate so dass kein Anspruch auf Arbeitslosengeld danach besteht. Und die Mitarbeiter flitzen und flitzen nicht nur wegen dem SOLL, auch in der Hoffnung auf Übernahme. An dieser Stelle höre ich zur Post mal auf. Und die Subunternehmen sind noch einen Zacken schärfer.)

Was sie beschreiben, ist genau Absicht und Zweck der Agenda2010 gewesen und ist es noch. Wohlgemerkt: Der EINZIGE Zweck. Jeder, der auch nur ein bischen vom Verhältnis Kapital <> Arbeit versteht, weiss das und Kritiker haben von Anfang an darauf hingewiesen. Man beachte, dass die dafür verantwortlichen SPD'ler gerade versuchen, diese Kausalitäten zu überspielen und nicht über ihre Verantwortung für diese Zustände zu sprechen...

08.02.2019 17:36 Paule 6

Das System ist krank.